
Freiwillige Feuerwehr Görtschach im Gailtal, seit 1888
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Seit 1888 hilft die Feuerwehr Görtschach, wenn es brennt. Was wir über diese Jahre wissen, steht hier, mit Bildern aus unserem Archiv.
Die Chronik als Buch
Die Geschichte der Feuerwehr und die Geschichte von Görtschach gibt es auch als Buch: 280 Seiten zum Blättern hier auf der Webseite oder als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken.
Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr
Die Geschichte der Feuerwehr Görtschach ist von schweren Bränden geprägt. Manche Familien im Ort verloren dabei mehr als einmal alles, was sie hatten. Gerade diese Katastrophen waren der Auftrag, eine Feuerwehr zu gründen. Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und der Blick nach vorn tragen die Wehr bis heute.

Die Erläuterungen zu historischen Quellen, Abschriften und Übersetzungen gelten auch für diese Feuerwehrgeschichte.
Beim Brand in Mellweg im September 1876 ist laut Klagenfurter Zeitung bereits eine „Feuerwehr von Görtschach“ zur Stelle. Ob damit schon eine feste Mannschaft gemeint ist, wissen wir nicht.

Hermagor, 20. September. (Brand. – Unglücksfall.) Sonntag gegen 10 Uhr Nachts brach in dem Stadel des Grundbesitzers J. Popotnik vulgo Meßner in Mallweg [Mellweg] ein Feuer aus, welches das gesammte Objekt sammt den Getreidevorräthen, sowie das an den Stadel angebaute Wohnhaus einäscherte. Die Feuerwehr von Görtschach war eifrig bemüht, den Brand zu lokalisiren, was ihr jedoch trotz aller Anstrengung nicht gelang, denn das Feuer ergriff auch das Haus des vulgo Gasperle; erst als die Löschmannschaft von Egg herbeikam, gelang es den vereinten Kräften, des Brandes, welcher wahrscheinlich in böser Absicht gelegt war, Herr zu werden.
Leider hat sich während der Löscharbeit ein höchst bedauernswerther Unglücksfall ereignet. Der Grundbesitzer Lorenz Kriber aus Pasriach stürzte nämlich von dem inneren Dachgerüste des Gasperle'schen Hauses in die Hausflur und wurde lebensgefährlich verletzt, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Ab „welcher wahrscheinlich in böser Absicht …“ geht der Bericht in der Zeitung in der nächsten Spalte weiter. Dieser Teil ist im Ausschnitt nicht mehr zu sehen.
In der Nacht vom Ostersonntag auf den Ostermontag, vom 10. auf den 11. April 1887, brennt der größte Teil von Görtschach nieder: 27 Häuser mit ihren Wirtschaftsgebäuden. „Seit sechs Jahren ist dies bereits der vierte Brand“, schreibt die Neue Freie Presse. Ausgebrochen ist das Feuer um Mitternacht beim vulgo Matenč: Im Stall stand eine Laterne auf einem mit Stroh gestopften Fenster. Feuerwehren aus den Nachbarorten, sogar aus Feistritz, verhindern, dass der ganze Ort abbrennt. Der Kaiser spendet 1.000 Gulden, am 16. April bringt sie der Landespräsident selbst nach Görtschach. Dort, wo das Geld verteilt wird, soll eine „Kaiserlinde“ gepflanzt werden. Das Land ruft zu einer Sammlung auf. Danach ist klar: Der Ort braucht eine eigene Feuerwehr.

Nr. 4181. Aufruf.
Die Ortschaft Görtschach im Gailthale ist in der Nacht vom Ostersonntage zum Ostermontage von schwerem Unglücke betroffen worden.
Durch eine aus bisher unbekannter Ursache entstandene Feuersbrunst ist bei starkem Winde in kurzer Zeit der größte Theil des Ortes eingeäschert worden. 27 Häuser mit dazu gehörigen Wirthschaftsgebäuden sind vollständig ausgebrannt, das stehen gebliebene Gemäuer ist zum größten Theile zersprungen und nicht weiter verwendbar; der gesammte Inhalt an Kleidern, Geräthen, Vorräthen ist mitverbrannt, und der Gesammtschade wird auf mehr als 150.000 fl. veranschlagt.
Die Bedrängniß der in den Vorjahren auch durch die Hochwässer wiederholt geschädigten Bewohner ist groß und wird daher in Folge gestellten Ansuchens eine allgemeine Landessammlung für Görtschach mit dem Bemerken eingeleitet, daß die Herren Bürgermeister die Sammlungsergebnisse directe und baldigst anher einsenden mögen, worauf dieselben veröffentlicht und ihrer Bestimmung werden zugeführt werden.
K. k. Landesregierung. Klagenfurt, am 18. April 1887. Der k. k. Landespräsident: Franz Freiherr v. Schmidt-Zabiérow.

Aus Brdo (Egg) an der Gail. (Feuer!) Goriče (Görtschach), das Heimatdorf unseres berühmten Majar, hat ein schweres Unglück getroffen. Am Ostersonntag um Mitternacht begann es beim Matenč (Hausname) zu brennen. Weil ein starker Wind ging, breitete sich das Feuer so schnell aus, dass in einer Stunde fast 30 Häuser und noch mehr andere Gebäude eingeäschert waren. Das Unglück ist umso größer, als das Dorf in fünf Jahren schon viermal abgebrannt ist. Die früheren Brände sind mit diesem jedoch nicht zu vergleichen. Jetzt bietet Goriče (Görtschach) einen traurigen Anblick. Die Bewohner sind zu bedauern; viele haben weder Kleidung noch Essen, weil sie nur weniges retten konnten. Es ist sogar etwas Vieh verbrannt.
Die Feuerwehren aus den Nachbardörfern – sogar aus Bistrica (Feistritz) – eilten herbei und trugen viel dazu bei, dass nicht das ganze Dorf abbrannte. Herzlichen Dank dafür.
Unser hochverehrter Herr Landespräsident war am 16. dieses Monats selbst in Goriče (Görtschach) und hinterließ beim Herrn Bürgermeister 1000 Gulden Unterstützung, die Seine Majestät der Kaiser den armen Abgebrannten geschickt hatte. Unter freiem Himmel riefen die Beschenkten dem gnädigen Wohltäter Hoch und Heil zu. Einstimmig wurde beschlossen, an der Stelle, an der die kaiserliche Gabe verteilt wurde, eine Linde zu pflanzen und sie zum ewigen Gedenken „Kaiserlinde“ zu nennen.
Wie dieser schreckliche Brand entstand, kam bald ans Licht. Marija Rogi, eine Magd beim Matenč (Hausname), ging in den Stall, um nach einer Kuh zu sehen, die kalben sollte. Sie nahm eine Laterne mit und stellte sie auf ein mit Stroh ausgestopftes Fenster. Das Stroh fing Feuer, versengte den Stall und richtete das schreckliche Unglück an. Seid vorsichtig mit dem Licht!
Wer war Majar? Matija Majar Ziljski (1809–1892) stammte aus der alten Gemeinde Görtschach, sein Vaterhaus war vulgo Žnidar (Hausname, „Schneider“) in Wittenig. Er wurde Priester, war Pfarrer in Göriach bei Hohenthurn, erforschte die slawischen Sprachen und Bräuche und war bei den Kärntner Slowenen hoch angesehen. Er starb 1892 in Prag.
Anfang Mai 1888 bescheinigt das Landespräsidium die Statuten „des Vereines der freiwilligen Feuerwehr in Görtschach“. Der erste Hauptmann, den wir kennen, ist Thomas Pipp. Ein Jahr nach der Gründung zählt die Wehr 60 Mitglieder. Schon im Sommer muss die junge Wehr im eigenen Ort löschen: Sechs Gebäude brennen ab, drei Häuser und drei Wirtschaftsgebäude. Im Dezember 1888 bewilligt das Land 200 Gulden für die Ausrüstung, vermutlich für die erste Spritze.

(Bescheinigte Statuten.) Das k. k. Landespräsidium hat die Statuten des Vereines der freiwilligen Feuerwehr in Görtschach bescheinigt.

In Goriče (Görtschach) im Gailtal sind sechs Gebäude abgebrannt, drei Häuser und drei Wirtschaftsgebäude.
Beim Großbrand in Michelhofen am 14. März 1889 ist die junge Feuerwehr Görtschach unter den Wehren aus dem unteren Gailtal. Es ist der erste Einsatz, von dem wir wissen.

(Zum Brande in Michelhofen.) Anschließend an die bereits gebrachte kurze Notiz wird über dieses Brandunglück weiters berichtet: Das Feuer brach am 14. d. M. um halb 11 Uhr in der Nacht im Wirthschaftsgebäude des Lucas Millonig vulgo Mack aus und äscherte, begünstigt von dem herrschenden Winde, in kurzer Zeit nicht nur dieses und das Wohngebäude, sondern auch die Wohn- und Wirthschaftsgebäude von weiteren fünf Besitzern ein. Die großen, mit Vorräthen aller Art gefüllten Objecte brannten bis auf den Grund nieder. An eine erfolgreiche Bekämpfung des mit furchtbarer Schnelligkeit um sich greifenden Elementes war in der vorgerückten Nachtstunde gar nicht zu denken.
Die in auffallend kurzer Zeit am Platze erschienenen Feuerwehren von Feistritz, Nötsch, Wertschach, Kerschdorf, Tratten, Matschiedl, St. Stefan, Vorderberg, Förolach und Görtschach konnten unter den obwaltenden Verhältnissen, insbesondere bei dem vorhandenen Wassermangel, wenig ausrichten, weshalb sich ihre Thätigkeit hauptsächlich auf zwei noch nicht ergriffene Besitzungen beschränkte, die sie auch mit Erfolg schützten.
Menschenleben ist keines zu beklagen, wohl aber verbrannten 21 Schweine, drei Rinder und drei Schafe. Ein Besitzerssohn erlitt bei den Rettungsarbeiten schwere Brandwunden. Der Schade beläuft sich auf circa 30.000 fl. Versichert sollen angeblich alle Besitzer sein, wenn auch – wie dies hier überhaupt üblich ist – mit nur geringen Beträgen. Ueber die Entstehungsursache konnte bisher nichts Bestimmtes ermittelt werden. Ein schwacher Verdacht fällt auf ein schwachsinniges Individuum, nachweisen läßt sich jedoch vorläufig nichts.
Im Oktober 1890 spendet Kaiser Franz Joseph der Feuerwehr Görtschach aus seinen Privatmitteln 100 Gulden.

(Allerhöchste Spende.) Se. k. und k. Apostolische Majestät haben der freiwilligen Feuerwehr in Görtschach aus Allerhöchsten Privatmitteln eine Unterstützung von 100 fl. allergnädigst zu spenden geruht.
Die junge Wehr rückt auch zu den Nachbarn aus. Am 24. April 1893, einem Markttag, brennt Egg: 18 Gebäude mit Kirche, Turm, Glocken und Schule, ein Kind kommt ums Leben. Görtschach ist unter den Wehren, die bei großem Wassermangel gegen das Feuer kämpfen. In der Nacht auf den 23. Juli 1897 brennen in Dellach bei Egg acht Gebäude. Von den auswärtigen Wehren ist die aus Görtschach als erste am Brandplatz, „mit vielen, sehr tüchtigen Mitgliedern“.

Aus Brdo (Egg) an der Gail. (Brand.) Am 23. April feierten wir bei uns das Gedächtnis der Weihe unserer Pfarrkirche vor 369 Jahren. Am 24. April war Markttag. Um halb elf Uhr vormittags brach aus bisher unbekannter Ursache ein Feuer aus, das in einer Stunde 18 Gebäude einäscherte, samt Kirche, Turm, Glocken und Schule. Es ist klar, dass die Leute in so kurzer Zeit nicht viel von ihrem Hab und Gut retten konnten. Manchen ist alles verbrannt. Auch ein Kind ist verbrannt, das sich aus Angst vor dem Feuer unter dem Ofen versteckt hatte. Auch ziemlich viel Vieh ist verbrannt.
Die Feuerwehren aus Št. Štefan (St. Stefan), Gostinja vas (Köstendorf), Goriče (Görtschach), Borlje (Förolach), Bele (wohl Vellach bei Hermagor), Šmohor (Hermagor), Št. Lovrenc (St. Lorenzen) und Vratna vas (deutscher Name nicht gesichert) haben mit mehreren anderen Feuerwehren alle Kräfte aufgeboten, um das schreckliche Element zu bändigen. Das war in diesem Fall umso schwerer, als es sehr an Wasser fehlte. Wir danken allen herzlich für ihre große Mühe und tatkräftige Hilfe. Auch unsere Dorffeuerwehr hat gezeigt, dass sie sehr tapfere, ausdauernde Mitglieder und eine schöne Ordnung hat.
Versichert sind die Abgebrannten zum Glück alle, und auch die Bank „Slavija“ ist bei uns vertreten. Die Leute sind ganz niedergeschlagen, und nur mit Gottes und gutherziger Menschen Hilfe werden wir den Schaden wieder gutmachen können.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli dieses Jahres hatten wir in Dole (Dellach), Gemeinde Brdo (Egg), einen Brand, der auf bis heute unerklärliche Weise entstand und in drei Stunden acht Gebäude einäscherte. Das Unglück hätte noch größer sein können, hätte es nicht am Tag davor ausgiebig geregnet. Trotzdem hätte sich das Feuer auf das halbe Dorf ausgebreitet, hätten wir nicht die eigenen Spritzen in Melviče (Mellweg) und Loče-Napole (Latschach-Nampolach) gehabt. Mit Hilfe der Holzarbeiter aus Blače (Vorderberg) und durch den lebensgefährlichen Einsatz zweier Mitglieder der Feuerwehr in Brdo (Egg) und Melviče (Mellweg), der Herren Miha Kandolf und Pavel Fišer, beschränkten sie das gefährliche Element auf die genannten Gebäude.
Von den auswärtigen Feuerwehren war die aus Goriče (Görtschach) mit vielen, sehr tüchtigen Mitgliedern als erste am Brandplatz. Auch die Feuerwehren aus Borovlje, Brdo (Egg), Pazirje (Passriach) und Blače (Vorderberg) haben sehr fleißig gearbeitet, wofür allen herzlicher Dank gesagt sei.
Auf unsere Frauen sind wir mit vollem Recht stolz: Was unsere tüchtigen Gailtalerinnen gerade in solchen Fällen leisten, sieht man selten anderswo. Alle Ehre ihnen! Mäßig versichert sind die Abgebrannten alle; es ist aber auch viel unversichertes Gut verbrannt: Kleidung, Futter, Hausrat, etwas Vieh und viel Getreide. Der Schaden ist also doch groß.
„Borovlje“ steht so in der Zeitung; gemeint ist im Gailtal wohl Borlje (Förolach).
Am Abend des 27. Juli 1898 schlägt der Blitz in ein Wohnhaus ein. 22 Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden brennen ab, nur zwölf bleiben stehen. Die Ortsfeuerwehr und die Nachbarwehren kommen mit zwölf Spritzen, gegen den heftigen Wind und das wenige Wasser aus den Ortsbrunnen kommen sie aber nicht an. Pfarrer Anton Šturm aus Förolach und der Landtagsabgeordnete Franz Grafenauer rufen in der slowenischen Zeitung „Mir“ zu Spenden auf, denn erst elf Jahre zuvor hatte ein Brand denselben Familien fast alles genommen. Gut 536 Kronen kommen zusammen und werden an die Bedürftigsten verteilt.

Aus dem Gailthale, 28. Juli. (Brand.) Am 27. d. um 7¾ Uhr abends schlug der Blitz in das Wohnhaus des Besitzers vulgo Neuhauser in Görtschach ein und in kurzer Zeit standen 22 Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden in Flammen. Obwohl die Orts-, sowie die Nachbarfeuerwehren mit 12 Feuerspritzen rasch am Brandplatze eintrafen, konnte gar nichts gerettet werden, da einerseits heftiger Wind die Flammen beherrschte, andererseits nur von den Ortsbrunnen Wasser genommen werden konnte. Von der großen Ortschaft Görtschach sind nur 12 Wohnhäuser übrig geblieben. Die Betroffenen sind umso bedauernswerter und einer raschen Hilfe sehr bedürftig, da vor 12 Jahren ihnen ebenfalls alles verbrannte. Die Gebäude waren versichert, doch fehlt den meisten das nöthige Bauholz. Beim vulgo Neuhauser erschlug der Blitz eine Kuh. Wieviel Vieh sonst noch umgekommen ist, wird erst festgestellt werden.

Bitte. Am 27. Juli um 7 Uhr abends schlug der Blitz mitten in das schöne, freundliche slowenische Dorf Goriče ob Zilji (Görtschach an der Gail) ein. Wegen des starken Windes breitete sich das Feuer nach allen Seiten aus und äscherte 22 Häuser samt Scheunen und allem anderen ein, also genau zwei Drittel des Dorfes. Das alles geschah so schnell, dass die Leute außer ein paar Stück Vieh nichts retten konnten; Hausrat und sogar die Kleidung sind größtenteils verbrannt, sodass sich viele am nächsten Tag die nötige Kleidung ausborgen mussten.
Bedenkt man außerdem, dass es erst elf Jahre her ist, seit ein Brand fast genau diesen Abgebrannten alles vernichtet hat, und dass gerade diese Besitzer in den letzten Jahren auf ihren Gründen an der Gail durch Hochwasser großen Schaden erlitten haben, so ist offensichtlich, dass die Not groß und Hilfe dringend nötig ist.
Weil von diesem großen Unglück auch die Landsleute des Matija Majar schwer getroffen sind, wenden sich die Unterzeichneten auf diesem Weg an alle gutherzigen Slowenen mit der höflichen Bitte, diesen verunglückten Landsleuten mit wohlwollenden Beiträgen nach Möglichkeit zu helfen. Gaben nehmen der Ortspfarrer A. Šturm in Borlje (Förolach) und die Verwaltung des „Mir“ entgegen. Die Namen der Spender und die Gaben werden im „Mir“ veröffentlicht.
Borle (Förolach), Post Goriče ob Zilji (Görtschach an der Gail), am 2. August 1898. Anton Šturm, Pfarrer. Franjo Grafenauer, Landtagsabgeordneter.
Wer war Majar? Matija Majar Ziljski (1809–1892) stammte aus der alten Gemeinde Görtschach, sein Vaterhaus war vulgo Žnidar (Hausname, „Schneider“) in Wittenig. Er wurde Priester, war Pfarrer in Göriach bei Hohenthurn, erforschte die slawischen Sprachen und Bräuche und war bei den Kärntner Slowenen hoch angesehen. Er starb 1892 in Prag.
Eine Zeile ist im Original beschädigt; sie ist sinngemäß übersetzt.
Beim Begräbnis von Martin Švaj in Förolach, der der Pfarrkirche die große Glocke gestiftet hatte, sind „die beiden hiesigen Feuerwehren“ vollzählig und mit Musik dabei. Gemeint sind wohl die beiden Wehren der Pfarre, Förolach und Görtschach.

… Deshalb war sein Begräbnis trotz sehr schlechten Wetters sehr schön. Es kamen viele Leute von allen Seiten. Am Begräbnis nahmen die beiden hiesigen Feuerwehren vollzählig mit Musik teil, dann die Jäger, von denen es allein in Borlje (Förolach) gegen 20 gibt, die Schulkinder und die Kirchensänger. – Herr Martin Švaj ist schon der 26., den in diesem Jahr in der verhältnismäßig kleinen Pfarre …
Ausschnitt aus einem längeren Bericht aus Förolach. Martin Švaj hatte der Pfarrkirche die große Glocke gestiftet. Mit den „beiden hiesigen Feuerwehren“ sind wohl die Wehren der Pfarre gemeint, Förolach und Görtschach.
Am 1. Juli 1906 ist Görtschach Gastgeber des Bezirksfeuerwehrtags: Empfang am Bahnhof, Platzmusik, eine Hauptübung der Wehren Görtschach, Förolach und Mellweg und am Nachmittag ein Kränzchen. Die Wehren des ganzen Bezirks werden in Förolach und Görtschach feierlich empfangen. Kommandant ist damals der Gastwirt Rudolf Dekan.

Görtschach im Gailtale. (Bezirks-Feuerwehrtag.) Am 1. Juli findet hier der Bezirks-Feuerwehrtag statt. Um 10 Uhr ist Empfang am Görtschacher Bahnhofe, bezw. der mit Wagen ankommenden Gäste in Förolach. Hierauf Abmarsch nach Förolach; dann von dort nach Görtschach, Begrüßung, Mittagmahl. Von 1–2 Uhr Platzmusik; ½3 Uhr Hauptübung der Wehren Görtschach-Förolach-Mellweg. Um 3 Uhr Delegiertenversammlung bei Herrn M. Pipp. Um 4 Uhr Kränzchen bei Herrn Dekan.

Borlje (Förolach). Am 1. Juli hielten die Feuerwehren des ganzen Bezirks in Goriče (Görtschach) ihre Versammlung ab. Sie wurden in Borlje (Förolach) und Goriče (Görtschach) feierlich empfangen. Bei der Versammlung wurden der Zweck der Feuerwehren und die Eintracht zwischen Slowenen und Deutschen betont. …
Gekürzt; der Bericht geht danach auf einen Streit um die Fahnen an der Schule ein.
Am 22. August 1911 setzt ein Blitz ein Wirtschaftsgebäude neben der Kirche in Brand. Innerhalb einer halben Stunde brennen sechzehn Wohnhäuser samt Wirtschaftsgebäuden nieder, eine ältere Frau kommt ums Leben. Am Ende sind es 19 Häuser und 18 Wirtschaftsgebäude, bei 36 Hausnummern im Ort. Löschwasser gibt es im Dorf keines: Die Wehren aus Mellweg, Förolach, Passriach und Vorderberg müssen es aus der Jezernica, dem Abfluss des Presseggersees, den Hang hinaufpumpen. Seit 1878 ist es der achte Brand im Ort, zuletzt hatte es 1907 und 1910 gebrannt.

Görtschach i. G., 23. Aug. (Blitzschlag. – Große Brandkatastrophe.) Von einem entsetzlichen Brandunglücke wurde gestern die Ortschaft Görtschach heimgesucht. Durch einen Blitzschlag in ein neben der Kirche stehendes Wirtschaftsgebäude wurde der Brand verursacht. Eine alte Frauensperson, welche in der Scheune beschäftigt war, ist ein Opfer des Blitzschlages geworden. Das Feuer verbreitete sich infolge der allgemeinen Trockenheit mit so rasender Geschwindigkeit, daß innerhalb einer halben Stunde sechzehn Wohnhäuser samt Wirtschaftsgebäuden ein Raub der Flammen wurden. Die Ortsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Förolach, Mellweg mit zwei Spritzen, St. Stephan, Vorderberg mit der neuen Motorspritze, Paßriach, Egg, Fritzendorf, Feistritz u. s. w. waren in rascher Aufeinanderfolge am Unglücksplatze erschienen und arbeiteten tatkräftig, um zu retten, was noch zu retten war. Auch der Bezirksverbandsobmann war rasch erschienen, um ordnend einzugreifen. Nicht vergessen sei auch das tüchtige Eingreifen der Hermagorer Wehr. Der angerichtete Schaden ist noch nicht zu übersehen, da mit den Objekten auch die gesamte Fechsung verbrannt ist. Rasche Hilfe für die vom Schicksale so schwer betroffene Bevölkerung tut dringend not.

Goriče na Žili (Görtschach an der Gail). (Ein Dorf abgebrannt.) Am 22. August zog um halb 8 Uhr ein Unwetter über das Gailtal. Der Blitz schlug beim vulgo Mežnarč (Hausname) in die Scheune ein und tötete eine alte Frau, die gerade in die Scheune gegangen war. Weil die Häuser eng beieinander stehen und auch Wind wehte, breitete sich das Feuer sehr schnell aus, und in einer halben Stunde stand fast das ganze obere Dorf in Flammen.
Die Feuerwehren aus Melviče (Mellweg), Borlje (Förolach), Pazirje (Passriach) und Blače (Vorderberg) waren bald an der Unglücksstelle, konnten aber nichts anderes mehr tun, als zu verhindern, dass das Feuer auf den unteren Teil des Dorfes übergriff. Die Feuerwehren hatten schwere Arbeit, weil es im Dorf kein Wasser gibt; sie mussten es aus der Jezernica (dem Seebach), die aus dem Presseggersee fließt, den Hang hinaufpumpen. Später kamen noch die Feuerwehren aus Gostinja vas (Köstendorf), St. Stefan, Blače (Vorderberg) und Čajna (Nötsch).
Vieh ist im Feuer nicht umgekommen, außer beim Mežnarč drei Kalbinnen und sieben Schweine. Das ganze Dorf zählt 36 Hausnummern. Davon sind 19 Häuser und 18 Wirtschaftsgebäude abgebrannt.
Goriče (Görtschach) leidet sehr unter dem Feuer. Am 10. April 1887 brannte das ganze Dorf ab. Am 27. Juli 1898 schlug der Blitz ein, und das obere Dorf brannte ab. Am 5. Oktober 1907 brannte ein Wirtschaftsgebäude ab, und am 7. Oktober des vorigen Jahres brannten drei Häuser samt Wirtschaftsgebäuden. Der Schaden ist groß, weil die Feldfrüchte größtenteils schon in den Scheunen eingebracht waren. Die Abgebrannten brauchen dringend Unterstützung. Der Schaden wird auf etwa 250.000 Kronen geschätzt.
Zwölf Männer erhalten im August 1914 die Ehrenmedaille für 25 Jahre Feuerwehrdienst. Sie sind seit den ersten Jahren dabei: Matthias Fritz, Ignaz Jarnig, Nikolaus Jamritsch, Matthias Maier, Lukas Michorl, Franz Pfeifer, Blasius Pipp, Markus Pock, Ulrich Popotnig, Jakob Robin, Thomas Rogi und Lorenz Weber.

Feuerwehr-Ehrenmedaille. Die Landesregierung hat den Mitgliedern der Freiw. Feuerwehr in Görtschach Matthias Fritz, Ignaz Jarnig, Nikolaus Jamritsch, Matthias Maier, Lukas Michorl, Franz Pfeifer, Blasius Pipp, Markus Pock, Ulrich Popotnig, Jakob Robin, Thomas Rogi und Lorenz Weber die Ehrenmedaille für 25jährige verdienstliche Tätigkeit auf dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungswesens zuerkannt.
Bilder aus der frühen Zeit sind selten. Erhalten ist dieses Mannschaftsfoto aus dem Jahr 1926. Auf der Tafel steht „Zur Erinnerung F.F. Görtschach“. Die Namen stehen auf einer Liste, die dem Foto beiliegt, dazu die Hausnummern, aus denen die Männer kamen.
Jede Reihe von links nach rechts. Dahinter steht die Hausnummer, „Wittenig“ heißt ein Haus in Wittenig.
Am Montag, 18. April 1955, bricht um 21 Uhr ein Feuer aus, vermutlich durch einen Kurzschluss. Bei heftigem Ostwind brennen sieben Objekte ab, 13 Feuerwehren arbeiten zwei Stunden. Der Brand zeigt, wie dringend Görtschach eine Wasserleitung braucht. Noch im selben Jahr wird sie gebaut, mit einem Hochbehälter für 150.000 Liter und den ersten Hydranten. Bei der Einweihung Ende November hält die Feuerwehr eine Schauübung. Sie kauft ihre erste Motorspritze und eine Sirene.

Großbrand in Görtschach. Sieben Objekte abgebrannt – 13 Feuerwehren arbeiteten zwei Stunden.
Montag brach um 21 Uhr in der Ortschaft Görtschach der gleichnamigen Gailtalgemeinde, vermutlich als Folge eines Kurzschlusses, ein Feuer aus, das, durch den heftigen Ostwind begünstigt, sich unheimlich rasch auf sieben Objekte ausbreitete. Nicht weniger als 13 Feuerwehren arbeiteten zwei Stunden lang, um den Brand zu lokalisieren. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest, ist aber sehr bedeutend.
Das Feuer brach im Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Besitzers Markus Rauscher, vlg. Mortsch, aus und wurde durch den heftigen Ostwind auf das Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Maria Pipp, das Stallgebäude des Kaspar Popotnig, die Harpfe des Gabriel Pfeifer und eine Harpfe des Markus Rauscher weitergetragen. Die Baulichkeiten wurden vollkommen, die darin aufbewahrten Maschinen und Fahrnisse zum größten Teil vernichtet. Bei den Rettungsarbeiten wurden drei Personen, glücklicherweise nur leicht, verletzt.
Auf dem Brandplatz erschienen die Überland-Feuerwehren aus Hermagor, Egg, Mitschig, Rattendorf, Radnig und Kötschach; außerdem die Umgebungsfeuerwehren von Görtschach, Förolach, Köstenberg, Obervellach, St. Stefan im Gailtal, Tratten und Vorderberg. Die Gesamtleitung des Feuerwehreinsatzes lag in den Händen des Bezirksfeuerwehrkommandanten Matthias Essl. Gegen 23 Uhr war der Brand so weit lokalisiert, daß keine weitere Gefahr mehr bestand. Über die Höhe des Schadens liegen noch keine genauen Zahlen vor.

Görtschach im Gailtal hat eine Wasserleitung. Erleichterung für Hausfrauen, Bäuerinnen – und für die Feuerwehr.
Kürzlich wurde in Anwesenheit von LAbg. Tillian, Oberbaurat Jilg mit seinen Technikern, Bezirkshauptmann Dr. Schwarz, des Bürgermeisters von Vorderberg, des Bezirksfeuerwehrführers Eßl und der Firmen Peter Sommeregger und Ing. Ladewig aus Hermagor die Einweihung der neuen Wasserleitung vorgenommen. Dieser Tag war für die Bevölkerung ein Freudentag, war doch die Wasserleitung schon dringend notwendig geworden.
Das Wasser wird östlich der Ortschaft gefaßt und von einer elektrischen Pumpe auf den Hochbehälter gepumpt, der 150.000 Liter faßt. Von dort führt durch den Ort die Hauptleitung, die die Görtschacher mit genügend Trink- und Nutzwasser versorgt und für Brandfälle sichert. Unter dem Eindruck der verheerenden Brandkatastrophe im April, der sieben Objekte zum Opfer fielen, haben die Görtschacher, an der Spitze der Bürgermeister Erschnig und der Obmann der Wasserwerksgenossenschaft, Sekretär Erschnig, alles darangesetzt, um den Bau der Wasserleitung zu vollenden. Insbesondere ist es der Rührigkeit dieser beiden Männer und der tatkräftigen Unterstützung durch LAbg. Tillian und der Landesregierung zu danken, daß die Wasserleitung noch heuer in Betrieb genommen werden konnte.
LAbg. Tillian gratulierte in einer kurzen Ansprache den Görtschachern zu ihrem vollendeten Projekt und hob hervor, daß dieses vor allem auch der Bäuerin und der Hausfrau eine Erleichterung bringt, da nun nicht mehr Zeit und Mühe für das Wassertragen aufgewendet werden brauche. Anschließend an die Feier hielt die Feuerwehr Görtschach eine gelungene Schauübung ab.
Die Feuerwehr feiert ihren 100. Geburtstag mit Festzug, Bewerb und Festakt. Die alte Spritze fährt mit, von einem Pferd gezogen. Zum Jubiläum erfolgt auch der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus.
Das neue Feuerwehrhaus wird gesegnet und geht gemeinsam mit dem Kleinlöschfahrzeug in Dienst.
Nach einer Brandschutzerziehung üben die Kinder der Volksschule Görtschach die Räumung, gemeinsam mit den Feuerwehren Förolach und Hermagor.
Bei den Leistungsbewerben im Bezirk tritt die Feuerwehr mit der Gruppe „Görtschach 4“ an, 2009 sogar mit zwei Gruppen. Die beste Platzierung ist Rang 11 von 24 beim Bezirksleistungsbewerb 2009 in Rattendorf (Bronze A). 2024 ist die Gruppe beim Cupfinale in Tröpolach wieder dabei.
Beim Abschnittsleistungsbewerb zum Jubiläum treten 37 Gruppen an. Beim Festakt blickt Kommandant OBI Heinz Pipp auf eine bewegte, von Katastrophen heimgesuchte Zeit zurück. Landeshauptmann Peter Kaiser würdigt die Arbeit der Feuerwehren. Die Wehr zählt damals 35 Aktive, 5 Reservisten und 10 Altkameraden.
Bei den Feuerwehrwahlen am 25. April 2021 wird Karl-Heinz Pipp als Kommandant bestätigt, sein Stellvertreter ist Wolfgang Novak.
Neun junge Feuerwehrleute wechseln aus der Feuerwehrjugend in die aktive Mannschaft. Der Nachwuchs ist damit gesichert.
Der Gemeinderat beschließt im September 2026 ein neues Kleinlöschfahrzeug als Ersatz für das KLF von 1991. Es kostet rund 207.000 Euro: 101.800 Euro zahlt der Kärntner Landesfeuerwehrverband, rund 100.700 Euro die Stadtgemeinde, den Rest die Kameradschaftskassa der Feuerwehr. Die Übergabe ist für Anfang 2028 geplant.
Aus alten Feuerwehr-Kalendern, Zeitungen und unserem Archiv kennen wir diese Namen. Für viele Jahre fehlen sie uns noch. Weißt du mehr? Schreib uns.
Quellen: Fromme's Österreichischer Feuerwehr-Kalender 1889–1925 (zum Beispiel Jahrbuch 1889, ANNO/ÖNB); Kärntner Zeitung, 27. September 1933; Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor 2013; MeinBezirk Gailtal, 19. Mai 2021.
Gruppenbilder aus vielen Jahren. Zu den meisten kennen wir weder das Jahr noch die Namen. Wenn du dich oder jemanden erkennst, schreib uns an office@ff-görtschach.at.
Bilder, zu denen wir das Jahr noch nicht kennen.
Quellen: Chronik der FF Görtschach, wiedergegeben vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor (20.07.2013); Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor, Berichte 2009, 2010 und 2016; Amtliches Mitteilungsblatt Hermagor, Februar 2024; MeinBezirk Gailtal, 26.09.2026 und 19.05.2021; Gailtal Journal, 25.09. und 12.10.2026; Ergebnislisten des Bezirksfeuerwehrkommandos Hermagor 2009–2024; historische Zeitungen 1876–1955 (Klagenfurter Zeitung, Freie Stimmen, Neue Freie Presse, Villacher Zeitung, Kärntner Zeitung, Die Neue Zeit) und Fromme's Österreichischer Feuerwehr-Kalender 1889–1925 aus ANNO, dem Zeitungsarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek; der „Mir“ (Klagenfurt), die Zeitung der Kärntner Slowenen von 1882 bis 1920, mit Berichten von 1887 bis 1911 aus dLib.si, der Digitalen Bibliothek Sloweniens (National- und Universitätsbibliothek Ljubljana). Fotos: Archiv der FF Görtschach; 2013 und 2016 ÖA-Team BFKdo Hermagor (bei Quellenangabe honorarfrei); Zeitungsausschnitte ANNO/ÖNB und dLib.si/NUK.