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Die Geschichte von Görtschach

Vom ersten Namen 1288 bis heute: wie die Menschen in Görtschach gelebt, gearbeitet, gefeiert und gelitten haben. Erzählt nach alten Urkunden, Zeitungen und Büchern.

Die Chronik als Buch

Görtschach im Gailtal. Dorf und Feuerwehr im Wandel der Zeit

Beide Geschichten in einem Buch: Teil I erzählt von Görtschach und seinen Menschen, Teil II von der Feuerwehr seit 1888. 280 Seiten zum Blättern hier auf der Webseite oder als PDF zum Ausdrucken.

Zu den historischen Quellen und Übersetzungen

Historische Stimmen und ihre Zeit

Urkunden, Zeitungsberichte und Erinnerungen erzählen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine Urkunde hält Rechte und Vereinbarungen fest; ein Zeitungsbericht schildert ein Ereignis aus der Sicht seiner Verfasser und seiner Zeit. Wertungen, politische Begriffe und Bezeichnungen für Bevölkerungsgruppen gehören deshalb zunächst zur jeweiligen Quelle. Ihre Wiedergabe macht diese Sichtweise nachvollziehbar; sie ist keine heutige Bewertung der Menschen oder Ereignisse.

Die deutschsprachigen Belege stammen unter anderem aus der Wiener Zeitung, der Klagenfurter Zeitung, den Freien Stimmen und der Villacher Zeitung. Die genaue Ausgabe, das Datum und die Seite stehen beim einzelnen Beleg. Digitalisate sind vor allem über ANNO, das Zeitungsarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, und dLib.si, die Digitale Bibliothek Sloweniens, nachgewiesen.

Mir, slowenisch für „Friede“, erschien von 1882 bis 1920 in Klagenfurt/Celovec und richtete sich an eine slowenischsprachige Leserschaft in Kärnten. Seine Berichte geben Einblicke in das Dorfleben, in Vereine, Feste und Brandereignisse. Im Unteren Gailtal war Slowenisch für viele Familien Alltagssprache. Wenn ein Bericht von einem „slowenischen Dorf“ spricht, ist diese zeitgenössische sprachliche Bezeichnung im Zusammenhang des jeweiligen Artikels zu lesen.22

Koroški Slovenec bedeutet „Der Kärntner Slowene“. Von dieser slowenischsprachigen Wochenzeitung werden hier unter anderem Berichte aus den Jahren 1928 und 1929 verwendet. Die herangezogenen Ausgaben erschienen in Wien. Auch diese Beiträge werden als Stimmen ihrer Zeit wiedergegeben; weiterführende Erläuterungen stehen dort, wo ein einzelner Bericht sie erfordert.23

Abschriften, Übersetzungen und Erläuterungen

Die Abschriften machen die historischen Texte in heutiger Druckschrift lesbar. Rechtschreibung, Namen und sprachliche Eigenheiten des Originals bleiben erhalten. Ungewohnte Schreibweisen sind daher nicht automatisch Druckfehler. Unsichere Lesungen und nicht lesbare Stellen werden kenntlich gemacht, etwa durch ein Fragezeichen in eckigen Klammern oder durch eine Auslassungsmarkierung. Ergänzungen und Erläuterungen sind vom historischen Wortlaut zu unterscheiden.

Slowenische Quellentexte werden durch deutsche Übersetzungen erschlossen. Diese geben den Inhalt und die Perspektive des jeweiligen Ausgangstextes wieder. Historische Ortsnamen bleiben nachvollziehbar; eine deutsche Entsprechung steht bei Bedarf in Klammern. Wo eine Übersetzung sinngemäß, gekürzt oder auf einen Ausschnitt beschränkt ist, wird dies beim betreffenden Dokument angegeben. Unklare Ortszuordnungen werden nicht als gesichert dargestellt.

Hinweise auf beschädigte Zeilen, abweichende Namensformen, besondere Maße, Währungen oder widersprüchliche Angaben bleiben unmittelbar bei der jeweiligen Quelle. Die allgemeinen Erläuterungen stehen hier gesammelt, damit sich die Dokumente ohne ständig wiederkehrende Hinweise lesen lassen. Abbildungen, Abschriften und Übersetzungen ergänzen einander; die Originalfundstelle ermöglicht die weitere Prüfung.

Görtschach auf einen Blick

Name
Görtschach, slowenisch Goriče („v Goričah“ = in Görtschach)1,2
Lage
Unteres Gailtal, auf einer Geländestufe zwischen der Gail und dem Pressegger See, etwa 9 km östlich von Hermagor, rund 590 m hoch1,3
Erste Nennung
1288 als „Goerzach“, um 1375 als „Görtschach“; älteste erhaltene Urkunde vom 19. Mai 1384, älteste Zeitungsnachricht vom 24. Juli 17932,4,5
Kirche
Filialkirche hl. Heinrich der Pfarre Förolach, erstmals 1478 genannt6,7
Gemeinde
Eigene Gemeinde Görtschach von 1850 bis 1972, dazu gehörten Förolach, Wittenig, Presseggen, Schinzengraben, Siebenbrünn und Zuchen. Seit 1. Jänner 1973 Teil der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See8,9,10,11,12
Einwohner
Dorf: 313 (1880), 274 (1910), 173 (2001), 139 (2026). Gemeinde: 634 (1851), 651 (1880), 643 (1890), 601 (1910), 603 (1923), 582 (1934), 570 (1949), 550 (1971)9,10,13,14,15,16,17,18,19,20
Heute
Ortschaft und Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See, PLZ 9615, Haltestelle Görtschach-Förolach der Gailtalbahn1,12,21
Quellen zum SteckbriefQuellen schließen
  1. Wikipedia: Hermagor-Pressegger See – Wikipedia
  2. P. Lessiak, „Die kärntnischen Stationsnamen“, Carinthia I 112 (1922), S. 8 und 109 – ANNO/ÖNB
  3. Wikidata: Görtschach, Ortschaft (Q61474469), Koordinaten – Wikidata
  4. Urkunde vom 19. Mai 1384, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0932 – Monasterium.net
  5. Wiener Zeitung, 24. Juli 1793, S. 15 – ANNO/ÖNB
  6. Wikipedia: Filialkirche Görtschach (nach Dehio Kärnten 2001, S. 220) – Wikipedia
  7. Katholische Kirche Kärnten: Filialkirche Görtschach – kath-kirche-kaernten.at
  8. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 762 (Landeseinteilung 1849) – Austria-Forum
  9. ÖAW, Historisches Ortslexikon Kärnten (Gründungsgemeinden 1851) – PDF
  10. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 994 (Ortsverzeichnis 1918) – Austria-Forum
  11. Wikipedia: Gemeindereformen in Kärnten – Wikipedia
  12. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Daten und Fakten – hermagor.at
  13. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 985 (Ortsverzeichnis 1883, Zählung 1880) – Austria-Forum
  14. Statistik Austria, Volkszählung 2001, Einwohner nach Ortschaften, Hermagor-Pressegger See – PDF
  15. Wikipedia: Vorlage Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft (Statistik Austria, 1. Jänner 2026) – Wikipedia
  16. Ostdeutsche Rundschau, 30. Juli 1894, S. 1 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 11. April 1925, S. 1 – ANNO/ÖNB
  18. Grazer Tagblatt, 24. April 1934, S. 12 – ANNO/ÖNB
  19. Klagenfurter Zeitung, 17. September 1949, S. 8 – ANNO/ÖNB
  20. Naš tednik, 19. April 1973 – dLib.si
  21. Wikipedia: Gailtalbahn – Wikipedia
  22. Mir, Gesamtaufnahme: Klagenfurt/Celovec, 1882–1920. Narodna in univerzitetna knjižnica, dLib.si – Katalog und Ausgaben
  23. Koroški Slovenec, hier verwendete Wiener Ausgaben von 1928 und 1929. Narodna in univerzitetna knjižnica, dLib.si – Ausgabe 1928; Ausgabe 1929

Spuren aus der Urzeit

Wer vom Görtschacher Kirchhügel über das Tal schaut, sieht Land, in dem schon lange vor dem Dorf Menschen gelebt haben.

Rund zwei Kilometer südwestlich, auf der anderen Seite der Gail, liegt bei Kreuth eine befestigte Siedlung aus der Hallstattzeit, etwa aus den Jahren 800 bis 450 vor Christus. Der Platz heißt bis heute „Gradišče“, das ist slowenisch und bedeutet „Burgstätte“. Etwas weiter westlich, im Eggforst, liegen Hügelgräber aus derselben Zeit. Beide Stätten stehen unter Denkmalschutz. 1889 kam in Dellach bei Egg unter einer Steinplatte ein Bronzeschatz zum Vorschein: zwei Beile und zwei Ringe aus der Urnenfelderzeit.24,25

Aus der Römerzeit ist in Görtschach, Förolach und am Pressegger See kein Fund bekannt. Ein Forscher meinte 1950, durch das untere Gailtal sei damals höchstens ein Verkehrsweg zweiten Ranges gegangen.26

Das Dorf selbst begann wohl als kleiner slawischer Weiler: einige Höfe eng beieinander auf der Anhöhe über dem Talboden. Der Geograph Erwin Willhum las 1950 aus dem Grundriss des Ortes, dass dieser alte Kern später, bei der Besiedlung durch deutsche Grundherren, entlang der Straße zu einem Straßendorf erweitert wurde.27

Der Wall der hallstattzeitlichen Siedlung Gradišče bei Kreuth. Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0
Das Hügelgräberfeld im Eggforst. Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Wikipedia: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hermagor-Pressegger See (nach Dehio Kärnten 2001, S. 531) – Wikipedia
  2. Wikipedia: Hermagor-Pressegger See, Abschnitt Geschichte (Bronzedepot Dellach 1889, nach G. Piccottini, Funde im Bezirk Hermagor) – Wikipedia
  3. Carinthia I 140 (1950), S. 179 (Verkehrslinie durch das Gailtal in römischer Zeit) – ANNO/ÖNB
  4. E. Willhum, „Siedlungslandschaft im südwestlichen Kärnten“, Carinthia I 140 (1950), S. 979 – ANNO/ÖNB

Der Name Görtschach

„Görtschach“ heißt ungefähr „bei den Leuten auf dem Bichl“. Der Name passt bis heute: Kirche und Dorfkern stehen auf einer Geländestufe über dem Gailboden.28,29

Der Name kommt aus dem Slowenischen. Gorica ist ein kleiner Berg oder Bichl, Goriče sind die Leute, die dort wohnen, und v Goričah heißt „in Görtschach“. Aus dieser Form wurde im Deutschen sehr früh „Görtschach“. Die Namenforscher Primus Lessiak (1922) und Eberhard Kranzmayer (1950) zeigen, dass „Görtschach“ die alte, früh eingedeutschte Form ist. Jüngere Übernahmen desselben Namens lauten „Goritschach“. Der Name ist also mindestens im Hochmittelalter ins Deutsche gekommen. In der Mundart sagt man „Girtscha“.28,29,30

Schon 1897 beschrieb der Kunsthistoriker Franz G. Hann die Kirche auf ihrer Höhe über dem Tal und nannte ihren Turm ein Wahrzeichen der ganzen Umgebung. Genau diese Lage steckt im Namen.31

Die Kirche auf ihrer Anhöhe, 2011. Foto: Neithan90, gemeinfrei

Wie der Name früher geschrieben wurde

  • 1288 „Goerzach“ – die älteste bekannte Form, nach Lessiak. Die Urkunde selbst ist heute nicht auffindbar.28
  • um 1375 „Görtschach“, einmal auch in slowenischer Gestalt „Goriczach“28
  • 1384 „Görtschach“ in der ältesten erhaltenen Urkunde32
  • 1432 „Görczacher Feld“, 1466 „Gortschacher Feld“, 1633 „Gertschach“33,34,35
  • 1860 und 1883 slowenisch auch „Gorice“, später „Goriče“36,37

Die Nachbarn

Förolach, slowenisch Borlje, kommt von Borovljane, „die Siedler im Föhrenwald“, und ist 1284 als „Vörolach“ belegt. Wittenig, slowenisch Vitenče, geht auf einen Personennamen Vitina zurück und ist schon 1432 als „Wittenig“ in einer Urkunde genannt. Presseggen (Preseka) heißt „gerodete Stelle“, Schinzengraben (Senčni graben) „schattiger Graben“. Die Görtschacher Alm (Goriška planina) und der Görtschacher Berg in den Karnischen Alpen tragen den Namen des Dorfes, weil die Görtschacher sie seit dem Mittelalter nutzen.28,29,33,38

Görtschach gibt es mehrmals: bei Ferlach im Rosental, bei Krumpendorf, bei Millstatt, in Osttirol und im früheren Krain. Unser Dorf heißt deshalb oft „Görtschach im Gailtal“, slowenisch „Goriče na Zilji“ oder „Goriče ob Zilji“.39,40,41

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. P. Lessiak, „Die kärntnischen Stationsnamen“, Carinthia I 112 (1922), S. 8 und 109 – ANNO/ÖNB
  2. H.-D. Pohl, Kärntner Ortsnamenverzeichnis – PDF
  3. E. Kranzmayer, Carinthia I 140 (1950), S. 293 – ANNO/ÖNB
  4. F. G. Hann, „Die Kirche St. Heinrich zu Görtschach“, Carinthia I 87 (1897), S. 107 – ANNO/ÖNB
  5. Urkunde vom 19. Mai 1384, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0932 – Monasterium.net
  6. Urkunde vom 21. März 1432, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0931 – Monasterium.net
  7. Urkunde vom 15. Juni 1466, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0933 – Monasterium.net
  8. Urkunde vom 17. Februar 1633, Kärntner Landesarchiv, AUR 418-B-C 3972 – Monasterium.net
  9. Matricula: Pfarre Förolach, slowenische Ortsnamen nach dem Ortsverzeichnis von 1860 („Görtschach/Gorice“) – Matricula
  10. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 985 (Ortsverzeichnis 1883: „Görtschach/[Gorice] Goriče“) – Austria-Forum
  11. Bestand „Görtschach, Nachbarschaft“, Kärntner Landesarchiv, KLA 100 (neun Urkunden 1434–1768) – Monasterium.net
  12. Wikipedia: Görtschach (Begriffsklärung) – Wikipedia
  13. Mir (Klagenfurt), 10. August 1893 – dLib.si
  14. Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1898 – dLib.si

Urkunden und Grundherren

Über fünf Jahrhunderte gehörten die Görtschacher Höfe fremden Herren. Alte Urkunden in den Archiven von Klagenfurt und Gurk erzählen davon.

Im Hochmittelalter gehörte ein großer Teil des unteren Gailtals dem Bistum Bamberg in Franken, von Arnoldstein bis hinauf ins Gitschtal. Dass die Görtschacher Kirche dem heiligen Kaiser Heinrich geweiht ist, dem Gründer Bambergs, erinnert vermutlich an diese Zeit. Nach 1270 bauten die Grafen von Görz ihre Herrschaft im Gailtal aus. Görtschach gehörte später zum Landgericht und zur Herrschaft Grünburg, deren Burg über Hermagor stand. Nach 1460 kam Grünburg an die Habsburger. Später waren die Grafen von Ortenburg und danach die Fürsten Porcia die Herren, wie Urkunden von 1534, 1631 und 1751 zeigen. Bis 1848 zahlten die Bauern ihren Grundherren Abgaben, dann endete die Grundherrschaft.42,43,44,45

  1. 1380

    Der Forst zu Görtschach

    Das Urbar der Grafen von Görz, ein Verzeichnis ihrer Einkünfte, nennt um 1380/81 den „Forst zu Görtschach“. Er liefert der Herrschaft St. Stefan Hafer ab.42

  2. 1384

    Die älteste erhaltene Urkunde

    Am 19. Mai 1384 verkaufen Jacob, der Sohn des Matheylein von Görtschach, und seine Frau eine Wiese „an dem Chlemphun“, gelegen zwischen der Wiese des Kondra und der „Förolacher Wiese“. Käuferin ist Alhayt, die Weberin von Görtschach. Sie schenkt die Wiese der Kirche St. Stefan, damit dort ein Licht brennt. Als Zeuge unterschreibt ein Pärtelme von Görtschach. Die Urkunde liegt heute im Pfarrarchiv St. Stefan an der Gail. Sie ist das älteste erhaltene Schriftstück, in dem Görtschacher Menschen mit Namen vorkommen.46

  3. 1423

    Herren „von Görtschach“?

    Der Historiker Ernst Klebel soll ein Geschlecht „von Görtschach“ nachgewiesen haben, das seit 1423 bambergische Lehen in Görtschach bei Hermagor hielt. Diese Angabe kennen wir nur aus zweiter Hand.47

  4. 1432

    Das Görtschacher Feld

    Jakob Oseg und seine Frau Elena, ansässig zu Wittenig, verkaufen einen Acker „in der Segesen im Görczacher Feld“. Es ist zugleich die älteste bekannte Nennung von Wittenig.48

  5. 1466

    Ein Acker als Pfand

    Caspar von Zachamecz, Schwiegersohn des Alram von Görtschach, verpfändet einen Acker im „Gortschacher Feld“. Zeuge ist Hans Skina von „Wieteningk“, ein früher Beleg für Wittenig und für den Hausnamen Skina.49

  6. 1513

    Ein Heiratsgut

    Paull Wagkhschitz zu Görtschach bestätigt eine Entschädigung für das Heiratsgut seiner Frau, einer Tochter des Nicla Khegl von Görtschach. Grundherr des Schwiegervaters ist die Kirche Unsere Liebe Frau in Vorderberg, genannt wird auch der Pfleger zu Grünburg.50

  7. 1534

    Huben der Ortenburger

    Eine Hube zu Görtschach ist Lehen des Grafen Gabriel von Ortenburg. Im selben Jahr verkaufen die Kirchenkämmerer von St. Jakob in Förolach einen Acker an Hans Sckhina zu Wittenig. 1551 verkauft Leonhart Sämer zu Görtschach seine Hube an die Kirche St. Stefan ob Köstendorf und behält das Nutzungsrecht gegen Zins.51,52,53

  8. 1631/1751

    Kirchengut in Görtschach

    1631 die Grafen von Ortenburg, 1751 die Fürsten Porcia verleihen den Kirchenkämmerern von St. Stefan ein Gut zu Görtschach „in der Herrschaft Grünburg“.54,55

  9. 1633

    Die Mühle am Schinzenbach

    Christian Schmucker, „sesshaft zu Görtschach in der Herrschaft Grünburg“, verkauft seinem Schwiegersohn Marx Schgina seine Maut- oder Bannmühle am Schinzenbach „unter dem Püchel an dem Moos“. Grundherr ist der Pfarrer von Hermagor. Die Zeugen kommen aus Wittenig, Görtschach und Förolach.56

  10. 1793

    Ein Beitrag für den Krieg

    Österreich führt Krieg gegen das revolutionäre Frankreich, im ganzen Land werden „freiwillige Kriegsbeiträge“ gesammelt. In der Liste der Beiträge, die vom 12. bis 25. Mai 1793 in Klagenfurt eingehen, steht unter den Gemeinden rund um Hermagor auch Görtschach, mit 81 Gulden und 45 Kreuzern, mehr als Möderndorf oder Radnig. Die Wiener Zeitung druckt die Liste am 24. Juli 1793. Es ist die älteste Zeitungsnachricht über Görtschach, die wir gefunden haben.57

    Wiener Zeitung, 24. Juli 1793, Seite 15. Quelle: ANNO/ÖNB
    Abschrift lesenAbschrift schließen

    Verzeichniß der zu Klagenfurt vom 12. bis einschließig 25. May an Ständischen Lieferscheinen eingegangenen freywilligen Kriegsbeyträge: Guld. Kr.

    Gemeinde Ebene im W. B. Kleinkirchheim 75 —

    — — 154 —

    Katholische Gemeinde Weisbriach [Weißbriach] im L. G. Grünburg samt dem akatholischen Gemeindtheil. 110 15

    Katholische Gemeinde Khiewegin [Kühweg] worunter der Markt Hermagor mit beyläufig 40 fl. begriffen. 102 45

    Markt Hermagor — 45

    — — 4 —

    Gemeinde Rattendorf 133 —

    — Tröplach [Tröpolach] 72 45

    — — 151 —

    — Guckenberg [Guggenberg] 57 —

    — St. Laurenzen [St. Lorenzen] 132 —

    — Radnig 78 45

    — Möderndorf 68 15

    — Görtschach 81 45

    Markt Obervellach 69 —

    — — 137 —

    Gemeinde Pusarnitz im Burgfried Feldsperg. 109 30

    — Tröbach im — — 84 —

    — Mölbruggen [Möllbrücke] im L. G. Spittal 2[…]8 15

    Die Liste ist im Druck eine Tabelle: hinter jedem Namen der Betrag in Gulden und Kreuzern; „—“ wiederholt das Wort aus der Zeile darüber, „— —“ steht für eine weitere Zahlung derselben Gemeinde. Bei Mölbruggen ist die mittlere Ziffer des Guldenbetrags im Druck beschädigt (2_8). „Khiewegin“ ist so in einem Wort gedruckt.

  11. 1818

    Die „Untergemeinde Görtschach“

    Gemeinden wie heute gibt es noch nicht. Für die Steuer ist das Land in „Hauptgemeinden“ und „Untergemeinden“ eingeteilt, Görtschach ist 1818 eine Untergemeinde im Bezirk Grünburg, dessen Amt im Schloss Möderndorf sitzt. Förolach gehört zur Hauptgemeinde Künburg. Weil einige Leute ihre Steuer nicht zahlen können, wird sogar Militär bei ihnen einquartiert („Militär-Exekution“), ohne Erfolg. Am 3. August 1818 werden ihre gepfändeten Sachen „für die Hauptgemeinde Aichlburg und die Untergemeinde Görtschach“ in St. Stefan versteigert.58,59

  12. 1821

    Urbanz gegen Ragonia

    Johann Hebein, genannt Urbanz, aus Görtschach klagt einen Schuldschein gegen Lukas Skina vulgo Ragonia aus Wittenig ein, das Gericht lässt dessen Besitz versteigern. Die Meldung zeigt, wie alt Hausnamen wie Urbanz und Ragonia sind. Den Namen Skina gibt es in Wittenig schon 1466.49,60

  13. 1828

    Die Görtschacher Brücke

    Als der Staat 1828 die Herrschaft Khünburg verkauft, werden ihr Mitweiderecht auf der „Görtschacher Alpe“ und ihr Fischrecht in der Gail „bis zur Görtschacher Brücke“ genannt. Eine Brücke über die Gail gab es also schon damals.61

  14. 1838

    Abgaben an viele Herren

    Die Görtschacher Bauern zahlen ihre Abgaben nicht nur an einen Herrn. Die Herrschaft Wasserleonburg bei Nötsch verpachtet 1838, 1842 und 1845 ihren „Klaubzehent von Görtschach“, also ihren Anteil an der Ernte, gemeint ist wohl unser Dorf. Die Prigelehube Nr. 16 ist der Kirche St. Stefan „dienstbar“, ebenso die Lientschnighube. Die Stank- und die Paulitschhube gehören zur Herrschaft Khünegg, die Pongratzhube zur Herrschaft Khünburg. Diese Hofnamen kennen wir aus Gerichtsanzeigen, wenn ein Hof versteigert werden musste: die Prigelehube 1841 bis 1843 und noch einmal 1880, geschätzt auf 4.533 Gulden.62,63,64,65,66,67,68,69,70

  15. 1849

    Das Ende der alten Ordnung

    Ein Erlass vom 23. Dezember 1849 führt „Görtschach/Goriče“ unter den früheren Dominien des Gerichts Hermagor an. Vor 1848 gab es also eine kleine Grundherrschaft dieses Namens. Was genau dazugehörte, wissen wir nicht. Mit dem Ende der Grundherrschaft entstanden 1850 die Gemeinden, darunter die Gemeinde Görtschach.71

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. E. Klebel, „Die Grafen von Görz als Landesherren in Oberkärnten“, Carinthia I 125 (1935), S. 70–75 – ANNO/ÖNB
  2. Carinthia I, Beiheft 1928 (Kärntner Patrozinien), S. 7 – ANNO/ÖNB
  3. Wikipedia: Liste der Burgen, Schlösser, Ansitze und wehrhaften Stätten im Bezirk Hermagor (Grünburg) – Wikipedia
  4. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Daten und Fakten – hermagor.at
  5. Urkunde vom 19. Mai 1384, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0932 – Monasterium.net
  6. Carinthia I 148 (1958), S. 293 – ANNO/ÖNB
  7. Urkunde vom 21. März 1432, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0931 – Monasterium.net
  8. Urkunde vom 15. Juni 1466, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0933 – Monasterium.net
  9. Urkunde vom 16. März 1513, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0950 – Monasterium.net
  10. Urkunde vom 29. Mai 1534, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0938 – Monasterium.net
  11. Urkunde vom 6. Jänner 1534, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0937 – Monasterium.net
  12. Urkunde vom 10. Dezember 1551, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0939 – Monasterium.net
  13. Urkunde vom 20. Oktober 1631, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0943 – Monasterium.net
  14. Urkunde vom 16. Oktober 1751, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0947 – Monasterium.net
  15. Urkunde vom 17. Februar 1633, Kärntner Landesarchiv, AUR 418-B-C 3972 – Monasterium.net
  16. Wiener Zeitung, 24. Juli 1793, S. 15 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 9. August 1818, S. 6 – ANNO/ÖNB
  18. Klagenfurter Zeitung, 1. Juni 1817, S. 14 – ANNO/ÖNB
  19. Klagenfurter Zeitung, 12. Dezember 1821, S. 12 – ANNO/ÖNB
  20. Wiener Zeitung, 30. Jänner 1828, S. 18 – ANNO/ÖNB
  21. Klagenfurter Zeitung, 23. Mai 1838, S. 21 – ANNO/ÖNB
  22. Klagenfurter Zeitung, 27. Februar 1842, S. 18 – ANNO/ÖNB
  23. Klagenfurter Zeitung, 4. Mai 1845, S. 20 – ANNO/ÖNB
  24. Klagenfurter Zeitung, 1. September 1841, S. 19 – ANNO/ÖNB
  25. Klagenfurter Zeitung, 21. Dezember 1877, S. 7 – ANNO/ÖNB
  26. Klagenfurter Zeitung, 25. Jänner 1876, S. 5 – ANNO/ÖNB
  27. Klagenfurter Zeitung, 12. August 1881, S. 7 – ANNO/ÖNB
  28. Klagenfurter Zeitung, 2. Dezember 1875, S. 6 – ANNO/ÖNB
  29. Neuigkeits-Welt-Blatt, 2. Dezember 1880, S. 30 – ANNO/ÖNB
  30. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 762 (Landeseinteilung vom 23. Dezember 1849, vormalige Dominien) – Austria-Forum

Die Alm am Starhand

Hoch über dem Tal, in den Karnischen Alpen, liegt die Görtschacher Alm. Um sie stritten die Görtschacher über 330 Jahre lang mit ihren Nachbarn.

Die Görtschacher Alm, slowenisch Goriška planina, liegt am Starhand. So heißen eigentlich die großen Felswände über der Alm. Für ein Dorf am Talboden war die Alm lebenswichtig: Dort weidete im Sommer das Vieh, oft mit der Großmutter oder einem Hirten. Wer die Weide nutzen durfte, war deshalb immer wieder umstritten, zuerst mit Uggowitz im Kanaltal, dann mit Latschach und vor allem mit Vorderberg. Neun Urkunden der „Nachbarschaft Görtschach“, also der Dorfgemeinschaft, liegen dazu im Kärntner Landesarchiv.72,73,74

Der Schiedsspruch vom 27. Juni 1523 über die Alm am Starhand, mit den Siegeln der Schiedsrichter. Abbildung und Regest: Kärntner Landesarchiv, Görtschach, Nachbarschaft AT-KLA 100-B-6 St, in: Monasterium.net (abgerufen am 27. Oktober 2026). Verwendung mit Genehmigung des Kärntner Landesarchivs.
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Am 27. Juni 1523 stellten in Hermagor sechs Männer diese Urkunde aus: Lukas vom Graben zum Stein, Hans Säckel (Pfleger zu Khünburg), Wolfgang Fleck (Pfleger zu Rottenstein), Stefan Mühlstätter auf Flaschberg, Erasmus Topler (Pfleger zu Feldsberg) und Seibold Patron (Bergrichter am Steinfeld). Sie handelten im Auftrag der Kommissare, die Erzherzog Ferdinand, der spätere Kaiser, als Landesfürst für die „Reformation“ in Kärnten eingesetzt hatte – gemeint ist hier wohl eine Neuordnung von Verwaltung und Gerichten, nicht die Reformation der Kirche.

Es ging um die Alm „Starchannt“ (im Archiv „Starhand-Alm“), um die seit langem drei Nachbarschaften stritten: Görtschach im Gericht Grünburg, Vorderberg im Gericht Aichelberg und Uggowitz im Kanaltal, heute Ugovizza in Italien. Der Streit reichte bis in die Zeit Kaiser Maximilians zurück; Befehle des Landesfürsten hatten nichts genützt, und man hatte einander mit Gewalt beträchtlichen Schaden zugefügt.

Der Auftrag an die Schiedsleute ist in der Urkunde Wort für Wort abgeschrieben: Die Kommissare Philipp von Weuchssenstain (Name unsicher), Andreas Rauber, Vizedom in Kärnten, und Hans Mannsdorfer, Verweser der Hauptmannschaft Ortenburg, gaben ihn am 27. Mai 1523 in Greifenburg. Die Schiedsleute sollten am Abend des Veitstags (Montag, 15. Juni 1523) nach Görtschach kommen, am nächsten Morgen die strittigen Stellen auf der Alm besichtigen und von einem vereidigten Schreiber aufschreiben lassen, dann in Hermagor Parteien und Zeugen anhören, zuerst eine gütliche Einigung versuchen und erst danach nach Recht entscheiden. Zeugen, die jetzt nicht schwören wollten, sollten geloben, den Eid nach der Ernte nachzuholen, „so die Frucht vom Feld kommt“.

So geschah es: Nach Besichtigung und Verhör schlossen die Schiedsleute mit Zustimmung aller drei Parteien einen gütlichen Vergleich, weil ein Urteil nur neue Kosten, Berufungen und böses Blut gebracht hätte.

Görtschach bekam den Bezirk der Starchannt-Alm innerhalb von Grenzzeichen, die sich die Schiedsleute vor Ort zeigen ließen: am Bach zwischen der Vorderberger Alm „Ostranigkh“ (das ist der Osternig, der Berg an der heutigen Grenze zu Italien) und der Starchannt, gegen die „Debernitz“, hinauf zur „Schutter“ (wohl eine Geröllhalde) und zum „Schönwipfel“, von dort über den „Rigl“ (Riegel, ein Geländerücken) hinab in das Tal der Uggowitzer Alm, am Bach hinunter zum „Kessl“ (Kessel, eine Talmulde) und wieder hinauf auf den Rigl, gegen die Debernitz. Wo Debernitz, Schutter und Schönwipfel heute genau liegen, lässt sich aus der Urkunde allein nicht sicher sagen.

Die Uggowitzer durften zwischen Schönwipfel und Kessel sechs Tage hintereinander mit eigenem Vieh weiden, mit Abstand zu den neuen Hütten der Görtschacher; danach durften die Görtschacher dort nachweiden („Nachtrieb“), und ihr altes Recht, Vieh durch die Görtschacher Alm zu treiben („Durchtrieb“), behielten die Uggowitzer, solange sie es redlich und ohne Schaden nutzten. Die Weide vom hohen Rigl und Schönwipfel hinüber gegen die Vorderberger Alm am Osternig sollte ohne jede Störung durch Uggowitzer und Vorderberger den Görtschachern bleiben. Für die Uggowitzer wurde außerdem ein Steig durch die Görtschacher Weide in Richtung Feistritzer Alm geregelt; die Einzelheiten stehen in einem stark beschädigten Teil.

Grundlage des Spruchs war ein Lehenbrief der Grafen von Görz vom St.-Leonhards-Tag 1378 (6. November 1378), der in die Urkunde abgeschrieben ist. Gerade dieser Teil (etwa Z. 37–44) ist durch Wasserflecken und eine Faltlinie großteils unlesbar; zu erkennen ist nur, dass es um die Alm und ihre Nutzung „von alters her“ geht und dass die Leute von Görtschach darin genannt sind.

Die Parteien versprachen, künftig gute Freunde und Nachbarn zu sein und einander weder mit Worten noch mit Taten, weder heimlich noch offen, Rache oder Fehde anzutun. Wer den Spruch bricht, muss dem Landesfürsten 100 ungarische Gulden zahlen, und der Spruch bleibt trotzdem in Kraft. Jede der drei Parteien erhielt eine gleichlautende Ausfertigung mit den angehängten Siegeln der sechs Aussteller – die Siegel sind heute verloren –, und weil das Stück im Bestand der Nachbarschaft Görtschach liegt, ist es vermutlich die Görtschacher Ausfertigung.

Namen in der Urkunde: Gortschach = Görtschach; Forderwerg oder Forderberg = Vorderberg; Vgkhawitz = Uggowitz im Kanaltal, heute Ugovizza in Italien; Sand Machor oder Sand Ermachor = Hermagor; Starchannt = die Alm am Starhand; Ostranigkh = der Osternig an der heutigen Grenze zu Italien; Rigl = ein Geländerücken; Kessl = eine Talmulde; Feustritzer albm = die Alm der Feistritzer. Blumbesuech heißt Weide, Nachtrib das Recht, nach einem anderen dieselbe Weide zu nutzen, Durchtrib das Recht, Vieh durchzutreiben.

Zur Namensschreibung: Der hier als Osternig bezeichnete Berg wird heute auch Oisternig geschrieben. In der Urkunde von 1523 erscheint der Name als „Ostranigkh“. Diese historische Schreibweise bleibt in der Abschrift erhalten.

Zu den Flurnamen: Der amtliche Geonamen-Datensatz des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (Stand 18. Juni 2018) führt „Debernitzen“ etwa 2,2 km nördlich des Starhand. Der Name bietet einen plausiblen heutigen Bezugspunkt für „Debernitz“; eine sichere Gleichsetzung mit dem Grenznamen von 1523 ist damit noch nicht belegt. In derselben Umgebung verzeichnet der Datensatz zwei unterschiedliche Namenspunkte „Schönwipfel“, etwa 2,1 und 4,5 km vom Starhand entfernt.90 Die regionale Tourismusbeschreibung nennt einen Schönwipfel ausdrücklich „Cima Bella“.91 Welcher heutige Berg in der Urkunde gemeint ist, bleibt offen. „Schutter[?]“ lässt sich anhand der bisher geprüften Quellen nicht zuverlässig verorten; bereits die Lesung ist unsicher.

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So ist die Abschrift zu lesen: Jede Zeile entspricht einer Zeile der Urkunde. Die Schreibung ist wie im Original, zum Beispiel „vnd“ für „und“ und „Gortschach“ für Görtschach. Abkürzungen sind in runden Klammern aufgelöst. [?] heißt unsicher gelesen, […] heißt nicht lesbar. Gelesen am Bild des Kärntner Landesarchivs, Wort für Wort und ohne Texterkennung. Rund 81 Prozent sind sicher gelesen, 7 Prozent unsicher und 12 Prozent nicht lesbar, vor allem die Zeilen 36 bis 46 mit der Abschrift des Lehenbriefs von 1378, die unter einem großen Wasserfleck und einer Faltlinie liegen.

  1. Wir die hernachbenennten mit namen Lucas vom Graben zum Stain, Hanns Saykhl[?] Pfleger zu Kienburg, Wolfgang Fleckh Pfleger zum Rattennstain, Steffan Mulsteter
  2. auff Flaschperg, Erasm Topler Pfleger zu Veldsperg, Sebolt Patron Perkhrichter am Stainfeld, bekhennen veraynntlich. Als sich zwischenn den von Gortschach zum Grunenburger gericht
  3. ains, den von Forderwerg im Aichlberger gericht annders, vnd den von Vgkhawitz dritter tails, einer albm halbenn genannt die Starchannt lannge zeit irrung gehaltenn. Derhalbenn die von Gortschach
  4. vnns mit einer Comission von des Durchleuchtigisten Grosmachtigen fursten vnnd herren, herren Ferdinanden, Prinntz in Hispanien, Ertzhertzogen zu Osterreich, Hertzogen zu Burgundi, zu Steyer,
  5. Karnntn vnd Crain etc., vnnsers genedigisten herren vnd lanndsfursten verordnten Reten vnd Comissarien der Reformation in Karnntn, den gestrenngen edln vnd vesten herren Philipsen von Weuchssenstain[?], herren
  6. Andre Rauber Vitztumb in Karnntn, baiden Rittern, vnd Hannsen Mannsdorffer verweser der hauptmanschafft zu Ottennburg[?], außganngen, ersuecht haben, welhe Comission von wort zu wort laut wie hernach volgt:
  7. Den Edlen vnd vesten Andre[…][?] von Hohenburg[?], Lucasen vom Grabn, Hannsen Saykhl[?], Wolfgangen Fleckhn, N.[?] Mulsteter zu Flaschperg, Erasm Topler vnd Seboltn Patron Perkhrichter am Stainfeld, vnnsern guetn frewn-
  8. den, lieben[?] vnd sonnder[…][?]. Vnnser freuntlich dienst mit gutem willen zuvor. Nachdem sich zwischen den von Gortschach ains, den von Forderberg annders tails, vnd den von Vgkhawitz am dritten tail, einer albm
  9. halben genant die Starchannt lannge zeit irrung vnd zwitracht halten, derhalben weylannd Khaiser Maximilian etc. hochloblicher gedechtnus, auch ytzo vnnser genedigister herr vnd lanndsfurst vil beuelh ausgeen lassen,
  10. vnd aber die sachen biß her vnentschaiden hanngt, vnd die tail mit tatlicher hanndlung gegenainannder verfaren, vnd ain tail den anndern in merckhlich costen vnd schaden gefuert, vnd damit die gemelten partheyen aus irem stritigen
  11. sachen komen, haben wir als gemelter furstlichen durchleuchtigkhait verordent Rete vnd Comissari der Reformacion in Karndtn etc. in namen f(urstlicher) d(urchleuchtigkhait) vnnsers genedigisten herren in der sachen zu Comissarien furgenomen vnd verordent, vnd
  12. beuelhen eu(ch) darauff, daz ir semenntlich, oder wo einer vnnder eu(ch) ehafftter not halben dabey nicht sein mocht, alßdann die anndern sich am montag Sand Veits tag schierist khunfftig zu abents gen Gortschach verfuegen vnd zu morgens am erchtag
  13. darnach auff die gemelt[?] albm an die stritigen ort ziechet[?], da die [… etwa 6 Wörter …] pillicher weyse verkhunden lassen, auch sein sullt[?] […], alßdann die stritigen ort augentlich vnd […] besichtiget vnd beschawet vnd
  14. nachmals, wie ir die sachen in solher besichtigung[?] befindet, durch einen geschwornen[?] schreyber, den ir auff der benanntn partheyen costung mit euch haben sullet, aigentlichen auffschreiben lasset. Auch darnach eu(ch) gen Sand Machor fueget, daselbs[?]
  15. die obgenanten partheyen in den sachen notturfftiglichen gegenainannder verhoret, auch ob ainer oder mer tail zeugen oder brieflich vrkhunden fur zubringen vnd zuuerhoren hieten. Dann nachdem wir vnnser Compaßbrieff auff all yede
  16. herrschafften, gebiet vnd gericht ausgeen haben lassen, das sy die zeugen, so inen die ernannten partheyen anzaigen vnd benennen werden, auff iren costen wie obangezaigt daselbsthin gen Sand Machor die warhait zu sagen beschaidet[?],
  17. die selben auch fur eu(ch) erfordert, vnd die zeugen einen […] in sonnderhait vnd gehaim in seiner sag vnd kundtschafft auff den geswornen ayd, den ir in furhalten sullet, auch auff die artikhl vnd fragstuckh, so euch die offtgenanten par-
  18. theyen furpringen werden, wie recht ist, verhoret, vnd nachmals[?] versuechet, sy darumben mitainannder guetlichen zuuerainen vnd zuuertragen. Wo aber die guetigkhait nicht stat haben mocht, alßdann die yetzgenanten partheyen mit eurem
  19. Rechtspruch entschaidet. Welhe parthey sich aber solhes ewrs[?] rechtlichen entschids beschwart zu sein bedunckhet, der stet die appellation fur die f(urstlich) d(urchleuchtigkhait) oder derselben hofrete der niderosterreichischen lannde beuor. Wo aber ain parthey aus vn-
  20. gehorsam aussenbelib vnd auff den selben tag vor eu(ch) nit[?] erschine, nichtsminnder auff der gehorsamen taile anrueffen handlet vnd volfaret, als sich das gebueret, vnd hierinn nicht aussenbleibt noch damit verziehet. Daran tuet ir der
  21. f(urstlichen) d(urchleuchtigkhait) maynung. Geben zu Greiffenburg am Sibenvndzwaintzigisten tag May anno etc. im dreyvndzwaintzigisten. Wo aber die zeugen aus dem Lanndgebrauch[?] in Karnndtn yzt nit sweren wolten, daz ir sy alßdann in glubd verfasset, daz sy nach-
  22. mals zu der zeit, so die frucht ab dem veld khumen, iren[?] ayd tun wolten. Vnnsers genedigisten herren Ertzhertzog Ferdinanden etc. verordent Rete vnd Comissari der Reformation in Karnndtn. Demnach haben wir vns auff die malstat
  23. vnd strittigen orter der gedachten albm verfuegt, die augenschein[?] besicht, ausstreichen[?] vnd beschreiben lassen, die obenangezaigten drey partheyen auff den tag in gedachter Comission begriffen gen Sand Ermachor erfordert, ir clag, antwurt, red
  24. vnd gegenred, vrkhunden, kundtschafften, brieflich vnd muntlich, vnd alles was[?] zu horen gewest, nach der leng vnd notturfftigkhlichen gehort. Dieweil wir dann in solher Comission befinden, daz wir nach genuegsamer verhor ver-
  25. sochen[?] die selben partheyen guetlich zuuerainen, dann wir dann aigentlich furbetracht haben der partheyen swar verderben, vnrat vnd hitzigkhait, so daraus erwachsen mocht, wo solhe ir stritt[?] vnd irrung zu einem Rechtspru-
  26. chen raichen solte, vnd merer mue, costung vnd schaden d[…] appellation oder in ander weg daraus entspringen mochten. Daruber wir obgemelter partheyen furbringen erwegen vnd ermessen vnd zeitigen rat vnd bedacht daruber geha-
  27. bt, vnd disen guetlichen vertrag zwischen den obgemelten partheyen auff ir yeglicher willkhurlich zuegeben gemacht vnd ausgesprochen haben, wie hernach volgt. Erstlich sprechen wir denen von Gortschach den zirgkh[?] diser
  28. albm der Starchannt mit nachvolgunden Confin[?] marckhen, so wir selbst wie vor gemelt mit augenschein vnd vingerzaig vorsehen[?]. Namlich die seyten [… etwa 2 Wörter …] Starchannt an dem pach, so zwischen der Forderberger albm Ostranigkh genant
  29. vnd der Starchannt rynnt, gegen der Debernitz, nach dem […]parg[?] auff an die Schutter[?] vnd darnach in den Schonwipfl, von dem Schonwipfl nach dem Rigl ab in das tall, do der Vgkhawitzer albm ist, vom Soten[?] tall ab nach dem pach
  30. […] Kessl[?], von dem Kessl bis auff den Rigl[?], darauff [… etwa 1 Wort …] kamer[?] gestanden, gegen der Debernitz. In den nachvolgunden zilmarckhen[?] vom Schonwipfl bis in Kessl sollen die Vgkhawitzer mit iren aigen kh[…] ainen[?] vich vnd mit [… etwa 1 Wort …]
  31. […]auffen[?]. Sechß[?] tag nachainannder in der Gortschacher [… etwa 1 Wort …] vnd doch iren newen hutten nit zu nahent halten, vnd widerumb ab[?] bis auff ir[?] albm Starchannt genant gegen der Debernitz, oder[?] laut des lehenbrieffs hernach einuerleibt[?], vnd
  32. Vnd die Sechß[?] tag von den Vgkhawitzern gehalten, sein[?] […]amen[?] sollen sy die Gortschacher der vorangezaigten Confin blumbesuech wayden[?] vnd nuessen[?] vnd in irer selbst albm blumbesuech [… etwa 1 Wort …] vnd haimvaren. Vnd so auch die
  33. […]ten[?] Vgkhawitzer aus irem selben [… etwa 1 Wort …] blumbe[…] [… ]treyben, alßdann mugen die Gortschacher nach den Vgkhawitzern in denselben beruerten blumbesuech den nachtrib haben. Es sol auch den Vgkhawitzern in der
  34. Gortschacher albm vnd zidmarckhen den durchtrib, [… etwa 2 Wörter …] alter her gehabt haben, zugegeben werden, dermassen, daz sy den treulich vnd vngeuarlich prauchen, doch den Gortschachern an schaden. [… etwa 2 Wörter …] wer, daz der blum[…]
  35. […] so vom hohen[?] Rigl vnd Schonwipfl gestalt[?] [… etwa 2 Wörter …] gegen der Forderberger albm Ostranigkh genant ist, sol an alle irrung vnd intrag der Vgkhawitzer vnd Forderberger den Gortschachern zuste[…] vnd […]leiben. Mer so will die not[…]
  36. [… etwa 2 Wörter …] der Vgkhawitzer erfordern ain steig [… etwa 3 Wörter …]richtern[?] aus vnd durch der Gortschacher […]umbesuech gegen Feustritzer albm den iren[?] [… etwa 3 Wörter …]er zugeben von nachgeschrifften[?] wegen. [… etwa 3 Wörter …] Comissari setz[…]
  37. [… etwa 6 Wörter …] lehenbrieff, so […] geben [… etwa 2 Wörter …] von [… etwa 2 Wörter …] genomen. Wie[?] der brieff [… etwa 2 Wörter …] halt[?] lehenbrieffs vermag. Er do […] [… etwa 6 Wörter …]
  38. [… etwa 12 Wörter …] Starchant[?] [… etwa 8 Wörter …] stossen[?] [… etwa 6 Wörter …]
  39. […]ganden[?] Steffan[?] vnd [… etwa 6 Wörter …] vorgenanten gemain vnd von [… etwa 3 Wörter …], daz wir in vnd allen [… etwa 8 Wörter …]
  40. [… etwa 2 Wörter …] gehorsam[?] sein [… etwa 1 Wort …] gegen der [… etwa 6 Wörter …] angesehen vnd haben dem selben St[…] vnd iren vnd allen iren nachkomen von [… etwa 2 Wörter …] vnd [… etwa 4 Wörter …]
  41. […]ten[?] oder die genanten albm ir vergetten[?] [… etwa 5 Wörter …] Recht die vnser lewt[?] von Gortschach […] die trent[?] an irer albm, daz sy [… etwa 1 Wort …] vngeirrt[?] beleiben, als sy von alter her gebraucht[?] gehabt, vnd daz auch die von[?]
  42. [… etwa 2 Wörter …] Gortschacher mit der obgenanten a[…] [… etwa 3 Wörter …]schaffen haben, fur sich[?] [… etwa 1 Wort …] Jemandt[?] [… etwa 2 Wörter …] sullen die vorgenanten Vgkhawitzer vnd all ir […] vnd tochter[?] die vorgenanten albm hinfur[?] […] geruebiglichen[?] vnd mit […] vnd
  43. [… etwa 2 Wörter …] erben, khindern vnd nachkhomen [… etwa 6 Wörter …] Ambtleuten[?] [… etwa 2 Wörter …] vnd [… etwa 4 Wörter …] gueten[?] […] der gemain[?] [… etwa 3 Wörter …] ist, vnd sullen[?] wir so daran [… etwa 5 Wörter …] lannder[?] vnd [… etwa 2 Wörter …]
  44. […]vrkhund ditz brieffs versigelt mit vnsern [… etwa 2 Wörter …] insigl[?]. Geben zu Sand Machor[?] an Sand Lienharts tag nach Cristi gepurd dreytzehen hundert jar[?] darnach in dem achtvndsibentzigisten jare. Auff solhen lehenbrieff [… etwa 1 Wort …]
  45. [… etwa 2 Wörter …] den gantzen vorgemelten vnsern […]spruch[?] nach [… etwa 3 Wörter …] […]brieff[?] beschlossen, vnd darauff die partheyen fur sich selbst, auch fur all ir frewndt[?] […]ffter[?] vnd [… etwa 2 Wörter …] vnd vnter[…] zu gueten frewnden[?] […]
  46. nachparen[?] gesprochen, als daz[?] [… etwa 1 Wort …] […]all wort[?] [… etwa 2 Wörter …] in dem anndern tail [… etwa 1 Wort …], von[?] partheyen beruerend, khainerley[?] spruch[?], Rach, vecht vnd […] zuziehen[?] sol, weder mit worten noch werchen, haimlich noch offenlich.
  47. Solhen vnsern spruch haben die vorgenanten [… etwa 6 Wörter …] zu Sand Ermachor [… etwa 1 Wort …] verkhundt[?]. […]her[?] tail den […]spruch[?] vnd nit stat [… etwa 1 Wort …], der ist der gemelten f(urstlichen) d(urchleuchtigkhait) zu vnnachlaslicher[?] straffe[?] verfallen hundert hun-
  48. garisch gulden, vnd sol dennocht[?] diser vnser spruch [… etwa 2 Wörter …]werender[?] in seinen crefften beleiben[?]. [… etwa 3 Wörter …]vrkhundt[?] haben die drey partheyen, die Gortschacher, Forderberger vnd Vgkhawitzer, yeglicher taill ein spruchbrieff gleicher lautte in schrifft[?]
  49. vnder vnsern anhangunden Insigln [… etwa 1 Wort …] verferttigt[?] [… etwa 4 Wörter …] auff ir[?] vleissig piten, die sy an vns getan, dermassen zuzestellen vnd geben, doch vns, vnsern erben vnd Insigln an schaden. Beschehen vnd geben ist diser brieff a[…]
  50. man zelt nach Cristi vnsers lieben herren gepurd fu[…]zehenhundert vnd im dreyvndzwaintzigisten [… etwa 1 Wort …] jar, am Sambstag nach Sand Johanns des heyligen gottstauffers tag.
Orientierungsskizze mit Starhand, Osternig, Debernitzen und zwei Schönwipfel-Namenspunkten. Historische Zuordnungen sind als unsicher erläutert; Schutter ist nicht verortet.
Flurnamen rund um den Starhand. Orientierungsskizze nach amtlichen Namenspunkten; keine Rekonstruktion des Grenzverlaufs von 1523. Datengrundlage: BEV, Geographische Namen INSPIRE, Stand 18. Juni 2018, CC BY 4.0. Eigene kartografische Darstellung; Auswahl und Beschriftung bearbeitet.
  1. 1378

    Ein Lehenbrief der Grafen von Görz

    Auf einen Lehenbrief der Görzer Grafen vom St.-Leonhards-Tag, dem 6. November 1378, über die Alm Starhand berufen sich die Schiedsrichter von 1523. Der Brief selbst ist nicht erhalten, aber sie haben ihn in ihre Urkunde abgeschrieben. Gerade diese Stelle ist heute durch Wasserflecken großteils unlesbar.75

  2. 1434

    Weggetriebenes Vieh

    Die Görtschacher haben Vieh der Uggowitzer von der Alm weggetrieben und „ihrem Görzer Herrn“ übergeben. Der Vizedom von Wolfsberg vermittelt am 4. Dezember 1434. Es ist der älteste Beleg dafür, dass die Görtschacher den Grafen von Görz unterstanden.76

  3. 1489

    Zeugen werden verhört

    Ein Notar befragt am 8. und 9. August 1489 Zeugen aus Förolach, Latschach, St. Paul, Saak, Feistritz und anderen Orten. Ergebnis: Die Görtschacher nutzen die Alm „von alters her“, die Uggowitzer dürfen ihr Vieh nur auf zwei Steigen durchtreiben. Um die Urkunde gebeten haben der Pfleger von Khünburg sowie Juri und Lorenz aus Görtschach.77

  4. 1507

    Die Strisawitzen-Alm und die Türken

    Rund 70 Zeugen sagen im Herbst 1507 zum Streit zwischen den Nachbarschaften Görtschach und Latschach um die Strisawitzen-Alm aus. Immer wieder erinnern sie dabei an die Einfälle der Türken, die das Gailtal in jenen Jahrzehnten heimgesucht hatten.78

  5. 1523

    Der große Schiedsspruch

    Görtschach im Gericht Grünburg, Vorderberg im Gericht Aichelberg und Uggowitz im Kanaltal streiten seit den Tagen Kaiser Maximilians um die Alm, mit Gewalt und großem Schaden. Im Auftrag der Kommissare Erzherzog Ferdinands kommen sechs Schiedsleute am Abend des Veitstags, dem 15. Juni 1523, nach Görtschach und steigen am nächsten Morgen auf die Alm. In Hermagor hören sie die Parteien und Zeugen an. Am 27. Juni 1523 schließen sie kein Urteil, sondern einen gütlichen Vergleich: Görtschach bekommt die Alm innerhalb fester Grenzen, vom Bach an der Vorderberger Alm am Osternig über die Debernitz, den Schönwipfel und den Rigl bis zum Kessel. Die Uggowitzer dürfen sechs Tage hintereinander weiden und ihr Vieh weiter durch die Görtschacher Alm treiben, danach weiden die Görtschacher nach. Wer den Spruch bricht, zahlt 100 ungarische Gulden. Jede Partei bekommt eine gleichlautende Urkunde, die erhaltene ist wohl die Görtschacher. Ihren Wortlaut findest du unter dem Bild oben.75

  6. 1536

    Eine Alm geht an Vorderberg

    Auch mit Vorderberg streiten die Görtschacher um Weiden. In den Jahren 1534 und 1536 wird eine umstrittene Alm, die die Vorderberger für sich verlangen, ihnen zugesprochen. Für spätere Zeiten ist genau geregelt, welche Nachbarschaft, also welche Dorfgemeinschaft, welche gemeinsamen Flächen gegen welche Abgabe nutzen darf: Görtschach, Wittenig, Köstendorf, St. Paul, Dragantschach und Karnitzen. Ein Fischrecht reicht „zwischen der Görtschacher und der Emmersdorfer Brücke“.79

  7. 1664

    Strafe: 100 Golddukaten

    Ein neuer Streit mit Vorderberg führt 1662 zu einem Lokalaugenschein auf der Alm und 1663 zu einer Zeugenbefragung in Hermagor. 1664 teilen Kommissare des Landeshauptmanns die Weide neu. Vorderberg droht eine Strafe von 100 Golddukaten, wenn es sich nicht daran hält. Kaiser Leopold I. bestätigt die Entscheidung am 5. Oktober 1685.80,81

  8. 1768

    Eine Bitte an Maria Theresia

    Die „Gemeinde Görtschach“ bittet Kaiserin Maria Theresia um eine Kommission wegen ihrer Rechte gegen Uggowitz. Das Gesuch wird abgelehnt, weil die Görtschacher keinen Advokaten haben.82

  9. 1880

    Ein Rehkitz an der Brust

    Magdalena Pipp aus Görtschach muss im Sommer 1880 auf die Alm und lässt ihr Kind, das sie noch stillt, daheim. Unterwegs findet sie ein Rehkitz, das fast verhungert ist, seine Mutter ist wohl Wilderern oder Hunden zum Opfer gefallen. Sie legt das Kitz an die Brust und bringt es so gestärkt nach Hause. Oberlehrer Pintar in Förolach nimmt es zu sich und füttert es mit Kuhmilch und Klee. Bald ist es so zahm, dass es ihn im Dorf begleitet „wie ein Hündchen“. Die Zeitung lobt die Frau für ihre „Barmherzigkeit“.83

    Blätter aus Kärnten, 8. Juli 1880, Seite 8. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Aus dem Gailthale, am 5. Juli. (Ein Weib als Amme eines Rehkitzes.) Unlängst hatte Magdalena Pipp aus Görtschach einen Geschäftsgang auf die Alpe. Ihr saugendes Kind ließ sie zu Hause. Unterwegs fand sie am Fußsteige ein verschmachtendes, vor Hunger entkräftetes Rehkitz, dessen Mutter wahrscheinlich von einem Wildschützen oder von Hunden getödtet wurde, welches noch Lebenszeichen von sich gab. Dieser gutherzigen Frau, der wohl jedes Menschenherz seine höchst lobende Anerkennung für ihre Barmherzigkeit aussprechen muß, die sie für dieses verlassene Thier empfand, kam der Gedanke zu versuchen, es durch ihre Muttermilch zu nähren. Sie nahm es an ihre Brust und wirklich saugte das erbarmungswürdige, dem Verenden nahe Geschöpf so mächtig, daß es ihr gelang, das Thierchen ganz gekräftiget nach Hause zu bringen. Herr Oberlehrer Pintar in Förolach nahm es dann zu sich und nährte es mit Kuhmilch und Klee weiter. Es ist jetzt so zahm, daß es ihn im Dorfe herumbegleitet, wie ein Hündchen.

  10. 1897

    Eine Woche verschwunden

    Am 27. Juni 1897 bringen Eltern ihren dreijährigen Sohn zur Großmutter auf die Görtschacher Alm. Der Bub läuft davon. Tagelang suchen die Leute von der Görtschacher, Latschacher, Dellacher und Egger Alm, dazu eine Streife von 42 Personen unter Führung der Gendarmerie. Aus Görtschach und Förolach sind jeden Tag 30 bis 40 Leute unterwegs. Am 3. Juli findet ein Hirte das Kind bei der Dellacher Alm, sieben Tage ohne jedes Essen und trotzdem, so die Klagenfurter Zeitung, „anscheinend in bester Laune“. Die slowenische Zeitung „Mir“ erzählt es so: Die Suche war schon amtlich eingestellt, als ein Rind des Hirten stehen blieb und nicht weiterwollte. Der Hirte schaute nach und fand den Buben barfuß und ohne Hut unter einem Busch, lebend und unverletzt. Hirte und Kind stammen beide aus Görtschach. Die Geschichte wurde bis Wien und Innsbruck gedruckt.73,84,85

    Klagenfurter Zeitung, 14. Juli 1897, Seite 3. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Aus dem Gailthale, 6. Juli. (Wiedergefundener Knabe. — Fremdenverkehr. — Ernte.) Am 27. v. M. verlor sich ein dreijähriger Knabe auf der Görtschacher Alm und wurde trotz eifrigen Suchens erst am 3. d. aufgefunden. Der Knabe, welcher am genannten Tage von seinen Eltern zur Großmutter auf die Alm geführt wurde, war somit sieben Tage ganz sich selbst überlassen, ohne jede Speise, und wurde trotzdem anscheinend in bester Laune von einem Hirten in der Nähe der Dellacher Alm angetroffen. Während der sieben Tage waren sämmtliche Leute, die auf der Görtschacher, Latschacher, Dellacher und Egger Alm anwesend waren, aufgeboten, das Kind zu suchen. Die k. k. Bezirkshauptmannschaft ordnete eine Streifung unter Leitung der Gendarmerie an, wobei sich 42 Personen betheiligten. Schließlich musste man annehmen, der Knabe sei entweder abgestürzt oder von einem Raubvogel entführt worden. Während dieser Zeit folgte das Kind seinen Eltern, so lange es dieselben sehen konnte, stieg dann über Felsengründe, durch Wälder und über Bäche und legte so einen Weg zurück, der jedem Erwachsenen beschwerlich sein muss. Die Rettung dieses Knaben versetzt jeden, der mit den Terrainbeschaffenheiten dieser Almgegend bekannt ist, in Staunen. — Vom Fremdenverkehre verspüren …

    Der Bericht geht in der Zeitung weiter (Fremdenverkehr am Preßeggersee, Ernte); abgebildet ist nur der Teil über den wiedergefundenen Knaben.

    Mir (Klagenfurt), 10. August 1897, Seite 3 (Jahrgangsseite 95), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Aus dem Gailtal. (Glück im Unglück. Vor einem Monat verirrte sich auf der Goriška planina (Görtschacher Alm) ein dreijähriger Bub, den die Eltern eine Stunde vorher zur Großmutter (zur „alten Mutter“) auf die Alm gebracht hatten, wie es bei uns an der Gail oft vorkommt. In einem Augenblick, in dem die Sennerin ihre Hütte verlassen musste, machte sich der Bub davon und verschwand. Man begann sofort, ihn zu suchen, aber ohne Erfolg. Danach suchten ihn acht Tage lang jeden Tag zehn, zwanzig und am letzten Tag über vierzig Leute, aber – vergebens. Weil man nicht mehr annehmen konnte, dass der Bub noch lebt, wurde die Suche – wie ich gehört habe – amtlich eingestellt.

    Am Tag darauf ging ein Hirte von der Loška planina (Latschacher Alm) seiner Arbeit nach, als ein Rind stehen blieb und nicht weitergehen wollte. Weil dem Hirten die Sache seltsam vorkam, begann er, die nähere Umgebung genauer anzusehen und erblickte – den besagten Buben, ohne Schuhe und ohne Hut unter einem Busch sitzend. Der Bub war noch am Leben und körperlich unverletzt. Was die beiden miteinander gesprochen haben – Hirte und Kind sind beide aus Goriče (Görtschach) –, habe ich bis heute nicht erfahren; ich weiß nur, dass der Bub sagte, er sei nicht hungrig, und er habe auch genug getrunken. Der Bub ist gesund, und der Hirte bekommt den verdienten Lohn. Alles Übrige möge sich jeder nach seinem Glauben denken.

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    Iz Ziljske doline. (Sreča v nesreči. Pred enim mesecem izgubil se je v Goriškej planini tri leta star fant, kterega so eno uro pred tem prinesli stariši k babici (stari materi) na planino, kakor se pri nas na Zili mnogokrat zgodi. V trenutku, v kterem mora planinka zapustiti svojo bajto, se je podal fant naprej in je izginil. Začeli so ga takoj iskati, toda brez uspeha. Zatem ga je iskalo skoz osem dni vsak dan po deset, dvajset in zadnji dan čez štirideset ljudi, toda — zastonj. Ker ni bilo misliti več, da fant še živi, se je iskanje — kakor sem slišal — uradno ustavilo.

    Dan potem izvrševal je pastir iz Loške planine svoj posel, kar se mu ustavi ena goveda in noče naprej. Ker se je dotičnemu pastirju stvar čudna zdela, začne opazovati bližnjo okolico in zagleda — omenjenega fanta brez obuval in klobuka pod grmom sedečega. Fant je bil še živ in telesno nepoškodovan. Razgovor med njima — pastir in otrok sta oba iz Goričan — nisem izvedel do danes, samo to vem, da je fant rekel: on ni lačen in pil je tudi dosti. Fant je zdrav in pastir dobi zasluženo plačilo. Vse drugo si vsak po svoji veri misli.

  11. 1925

    Die Alm kommt zur Gemeinde

    Nach dem Ersten Weltkrieg verläuft die Grenze zu Italien neu. Der Teil des früheren Steuerbezirks Tarvis, der bei Österreich bleibt, wird aufgeteilt. Görtschach, die wirtschaftlich schwächste der drei beteiligten Gemeinden, erhält im September 1925 die Görtschacher Alm mit einem schmalen Streifen Land. Dafür muss es zur Verbauung des Vorderberger Wildbachs beitragen. Drei Jahre lang hatten das Land und die Grenzgemeinden Vorderberg, Görtschach und Egg darum verhandelt. Aus Görtschach heißt es, die Almberechtigten hätten „seit Jahrhunderten“ unter den Uggowitzern zu leiden gehabt und seien nun „wirklich Herren über ihre Alm“.86,87

    Kärntner Landbote, 26. September 1925, Seite 3. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Görtschach im Gailtale. (Neuregelung der Kataster in den Karnischen Alpen.) Drei Jahre dauerten die Verhandlungen zwischen der Landesregierung und den Gemeinden Vorderberg, Görtschach und Egg, betreffend die Eingemeindung des bei Österreich verbliebenen Gebietes des Steuerbezirkes Tarvis. Die genannten Gemeinden entwickelten dabei einen Wettbewerb, daß es für die Landesregierung fast unmöglich schien, alle Ansprucherhebenden zufriedenzustellen. Um so anerkennenswerter ist es daher für den Landesrat und den Herrn Landeshauptmann, daß es ihnen doch gelang, alle drei Gemeinden nach Möglichkeit zu befriedigen und dadurch weitere Beschwerden, Proteste usw. einzudämmen. Wie der Schiedsspruch des Landesrates lautet, erhält die Gemeinde Egg, welche durch die neue Reichsgrenze viel Boden an Italien verloren hat, den größten Teil des freien Gebietes, während zur Gemeinde Görtschach, welche die wirtschaftlich schwächste dieser drei Gemeinden ist, die sogenannte Görtschacheralm nebst einem schmalen Grenzstreifen einverleibt wird. Wer die Schwierigkeiten kennt, welche die Görtschacher Almberechtigten seit Jahrhunderten seitens der Uggowitzer zu erleiden hatten, wird ihnen gönnen, daß sie nun wirklich Herren über ihre Alm sind. — Außerdem hat der Görtschacher dadurch die Oberhand über den Ausländer, den Uggowitzer, gewonnen. — Vorderberg, welches bei der Bewerbung den Wildbach ins Treffen führte, der einen Teil seines Wassers aus dem strittigen Gebiete empfängt, erscheint nun auch zufriedengestellt, da sich die Gemeinde Görtschach über Antrag des Herrn Landeshauptmannes verpflichtet hat, Beiträge zur Vorderberger Wildbachverbauung zu leisten. Außerdem erhält Vorderberg einen Gebirgszuwachs in der doppelten Fläche des an Italien verlorenen Gebietes. — Damit die Gemeinde Görtschach als solche durch die Beitragsleistungen zum Vorderberger Wildbach nicht finanziell geschädigt wird, haben sich die Almberechtigten verpflichtet, die Mehrleistungen für das erworbene Gebiet auf sich zu nehmen. — Durch diesen Beschluß ist die Bevölkerung zur Einsicht gelangt, daß die Landesregierung tatsächlich bemüht ist, wirtschaftliche Härten zu glätten, den wirtschaftlich Schwächeren zu stützen, ohne dabei parteipolitisches Interesse auf die Plattform zu stellen. — Die Interessenten erwarten von der Landesregierung, daß dieser Beschluß ein endgültiger ist, denn jede andere Lösung dieses gordischen Knotens würde da und dort Unzufriedenheit erzeugen und das Vertrauen zur höchsten Landesbehörde erschüttern.

  12. 1927

    Eine Stute gestohlen

    Dem Besitzer Alois Dekan aus Wittenig wird im August 1927 von der Görtschacher Alm eine sechsjährige Mutterstute gestohlen. Die Alm liegt laut Zeitung „im Gebiete Stachand–Sagran an der italienischen Grenze“, Stachand ist der Starhand.88

  13. 2023

    Wölfe auf der Alm

    Ein Jäger sieht ein Rudel von acht Wölfen auf der Görtschacher Alm. Laut Landessachverständigem ist es der erste Nachweis eines Rudels in diesem Gebiet.89

Wie die Görtschacher der Sage nach zu ihrer Alm kamen, steht bei den Sagen.

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Koroški koledar 1965 (Görtschacher Alm, auch „Starhant“ genannt) – dLib.si
  2. Mir (Klagenfurt), 10. August 1897, S. 3 – dLib.si
  3. Bestand „Görtschach, Nachbarschaft“, Kärntner Landesarchiv, KLA 100 (neun Urkunden 1434–1768) – Monasterium.net
  4. Kärntner Landesarchiv, Görtschach, Nachbarschaft AT-KLA 100-B-6 St, Schiedsspruch vom 27. Juni 1523, in: Monasterium.net, URL: https://www.monasterium.net/mom/AT-KLA/KLA-100/AT-KLA_100-B-6_St/charter (abgerufen am 27. Oktober 2026). Nachweis für Abbildung und Regest.
  5. Urkunde vom 4. Dezember 1434, Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-1 – Monasterium.net
  6. Urkunde vom 8./9. August 1489 (Zeugenverhör), Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-2 – Monasterium.net
  7. Urkunde vom 11. September bis 31. Oktober 1507 (Zeugenaussagen), Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-3 – Monasterium.net
  8. Carinthia I 189 (1999), S. 347 – ANNO/ÖNB
  9. Urkunde vom 8. Juli 1664, Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-7 – Monasterium.net
  10. Urkunde vom 5. Oktober 1685, Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-8 – Monasterium.net
  11. Urkunde vom 16. Juni bis 10. September 1768, Kärntner Landesarchiv, KLA 100-B-9 – Monasterium.net
  12. Blätter aus Kärnten, 8. Juli 1880, S. 8 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 14. Juli 1897, S. 3 – ANNO/ÖNB
  14. Freie Stimmen, 8. Juli 1897, S. 3 – ANNO/ÖNB
  15. Klagenfurter Zeitung, 22. September 1925, S. 2 – ANNO/ÖNB
  16. Kärntner Landbote, 26. September 1925, S. 3 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 9. August 1927, S. 3 – ANNO/ÖNB
  18. Gailtal Journal, 3. Mai 2023: „Rudel mit acht Wölfen auf der Görtschacher Alm gesichtet“ – gailtal-journal.at
  19. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV): Geographische Namen Österreichs, INSPIRE-Datensatz, Stand 18. Juni 2018. Namenseinträge Starhand, Debernitzen und Schönwipfel; Entfernungen näherungsweise aus den Namenspunkten ermittelt. Daten: BEV, CC BY 4.0 – Datensatz; Metadaten und Lizenz
  20. Nassfeld-Pressegger See: Bergtour „Monte Cocco 1.941 m und Schönwipfel 1.911 m“, Bezeichnung Schönwipfel/Cima Bella – Tourenbeschreibung (abgerufen am 27. Oktober 2026).

Die Kirche St. Heinrich

Der spitze Turm der Filialkirche ist von weit her zu sehen. Seit über 500 Jahren steht sie auf der Anhöhe über dem Dorf.

Die Kirche wird 1478 zum ersten Mal genannt. Sie ist ein spätgotischer Bau: Der Chor schließt mit drei Seiten eines Achtecks und wird von vier Strebepfeilern gestützt, der Turm an der Nordseite trägt einen spitzen Giebelhelm, Doppelfenster und steinerne Wasserspeier. An der Westseite steht eine Vorhalle auf Pfeilern, das Langhaus wurde in der Barockzeit umgebaut. In der Liste der wehrhaften Stätten im Bezirk Hermagor steht sie als spätgotische Wehrkirche. Die Mauer, die früher den Friedhof umgab und Schutz bot, ist nicht mehr erhalten.92,93,94

Geweiht ist die Kirche dem heiligen Kaiser Heinrich II., der 1024 starb und das Bistum Bamberg gründete. Sein Fest ist am 13. Juli. Auf den Deckenbildern werden Heinrich und seine Frau Kunigunde in den Himmel aufgenommen. Eine Liste der Heinrichskirchen von 1928 führt Görtschach als spätgotische Kirche im alten Gebiet des Patriarchats Aquileja.92,95

Die Filialkirche von Nordwesten, 2018. Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0

Was in der Kirche steht

Der Hochaltar ist ein Triumphbogenaltar um 1670, er wurde 1977 restauriert. In der Mitte steht wohl der heilige Heinrich, seitlich vermutlich der heilige Eligius und der heilige Martin, oben der heilige Josef und der Erzengel Michael. Die beiden Seitenaltäre stammen vom Ende des 17. Jahrhunderts, ihre Reliefs von 1900 zeigen Mariä Himmelfahrt und das Martyrium des Apostels Bartholomäus. Dazu kommen eine Kanzel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem Guten Hirten, ein Kreuzigungsbild aus dem 18. Jahrhundert an der Südwand und eine barocke Holzempore.92,93

1897 widmete der Kunsthistoriker Franz G. Hann der Kirche einen eigenen Aufsatz, den ersten überhaupt. Er hielt sie für bedeutender als die Pfarrkirche in Förolach und vermutete, die Wandmalereien könnten vom Tiroler Barockmaler Anton Zoller stammen. Heute datiert man die Deckenbilder eher ins späte 18. Jahrhundert, nach Zollers Tod.92,96

Innenraum der Kirche St. Heinrich mit Blick zum Hochaltar.
Innenraum der Kirche St. Heinrich mit Blick zum Hochaltar. Sammlung Herbert Wutti
Blick von der Empore in den Innenraum der Kirche St. Heinrich.
Blick von der Empore in den Innenraum der Kirche St. Heinrich. Sammlung Herbert Wutti
Spitzbogige Holztür der Kirche. Foto: Neithan90, gemeinfrei
Beschlagene Tür mit gotischem Spitzbogen. Foto: Neithan90, gemeinfrei

Die Pfarre Förolach

Görtschach hat nie eine eigene Pfarre gehabt. Seine Kirche ist eine Filiale der Pfarre Förolach, deren Kirche St. Jakob 1331 zum ersten Mal genannt wird. Mutterpfarre war Hermagor, die Pfarrbücher von Förolach beginnen am 28. April 1765. Zur Pfarre gehören auch die Filialkirche St. Ruprecht in Presseggen, 1485 geweiht, und die Apolloniuskapelle in Wittenig, die die Nachbarschaft selbst gebaut hat, wohl 1846. Die Görtschacher Toten werden auf dem Pfarrfriedhof in Förolach begraben. Eine Karte der Diözese Gurk von 1924 zählt die Pfarre Förolach (Borlje) mit der Filiale Görtschach (Goriče) zu den Pfarren, in denen auch auf Slowenisch Seelsorge gehalten wurde.97,98,99,100,101

Die Pfarrkirche St. Jakob in Förolach, 2008. Foto: Mefusbren69, gemeinfrei
  1. 1478

    Erste Nennung der Kirche

    Die Kirche St. Heinrich wird zum ersten Mal in einer Quelle genannt.92,93

  2. 1757

    Ein Seelsorger in Förolach

    Förolach wird 1757 ein Vikariat, also eine Seelsorgestelle mit eigenem Priester, mit den Filialkirchen St. Ruprecht in Presseggen und St. Heinrich in Görtschach. Schon das Urbar von 1680, ein Verzeichnis der Abgaben, nennt Zehente „zu Förolach … und Görtschach“.102

  3. 1847

    Bauarbeiten an der Kirche

    Mit einer Verordnung vom 19. Februar 1847 wird eine „Bauherstellung“ an der Filialkirche St. Heinrich bewilligt. Am 17. Mai 1847 vergibt die Vogtherrschaft Grünburg die Arbeiten an den billigsten Anbieter. Veranschlagt sind 157 Gulden 26 Kreuzer für die Handwerker und 144 Gulden 27 Kreuzer für das Material.103

  4. 1849

    Eine Doppelhochzeit

    Am 18. Februar 1849 traut Pfarrer Andrej Kernjak in der Görtschacher Kirche zwei Paare zugleich: Pavel Weber vulgo Mostnar mit Marija Liršof sowie Valentin Šumi vulgo Pogrejc (auch Pogorelc) mit Terezija Novak. Die jüngste Braut ist 17 Jahre alt.104

  5. 1897

    Neue Glocken aus Innsbruck

    Die alten Glocken klingen nicht gut zusammen, und die neue große Glocke ist zu groß. Darum lassen die Görtschacher Anfang September bei der Glockengießerei Grassmayr bei Innsbruck drei kleinere Glocken zu zwei größeren umgießen. Am Samstag, 6. November 1897, kommen sie mit der Bahn an und werden am Sonntag feierlich zur Kirche gebracht. Geweiht werden sie am Martinstag, dem 11. November, von Monsignore Josef Fritz, am Nachmittag hält der Pfarrer von St. Stefan Segen und Dankandacht. Eine deutschsprachige Zeitung meldet die Glocken von Grassmayr im Oktober 1898. Im Tal herrschte damals ein regelrechter Wetteifer um Glocken: Egg brauchte nach einem Brand neue, in Förolach stiftete ein Besitzer eine vierte Glocke, und „nun wollte auch Görtschach nicht zurückstehen“. Lange stritt man darüber, welche der beiden neuen großen Glocken den tieferen Ton habe.105,106,107

    Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1897, Seite 3 (Jahrgangsseite 145), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Aus Goriče (Görtschach) an der Gail. (Neue Glocken.) Weil die früheren, sonst schönen und guten Glocken unserer Filialkirche in Goriče nicht gut aufeinander abgestimmt waren und weil besonders die neue große Glocke im Verhältnis zu den anderen drei viel zu groß war, ließen wir Anfang September bei Herrn Grassmayer bei Inomost (Innsbruck) drei kleinere Glocken umgießen und daraus zwei größere machen, damit wir so ein schön abgestimmtes, harmonisches Geläut bekommen. Am Samstag, dem 6. November, kamen die beiden lang erwarteten neuen Glocken am hiesigen Bahnhof an, von wo wir sie am Sonntag feierlich zur Kirche brachten.

    Die eigentliche Feier der Glockenweihe fand am Fest des heiligen Martin, am 11. November, statt. In einer schönen und gehaltvollen Ansprache erklärte der hochwürdige Herr Monsignore Jožef Fritz die Bedeutung der Glocken für das tägliche Leben und weihte sie dann. Nun singen sie schon schön, Gott zur Ehre und uns zum Segen und zur Freude.

    Schönen Dank allen Wohltätern, die uns mit ihren Spenden zu einem so schönen, abgestimmten Geläut verholfen haben; herzlichen Dank aber auch dem hochwürdigen Herrn Monsignore Fritz, der trotz seiner Kränklichkeit die Mühe auf sich nahm, zu uns zu kommen, und so der Feier mehr Glanz gab, wie auch dem ehrwürdigen Herrn Pfarrer von Št. Štefan (St. Stefan), der am Nachmittag den heiligen Segen und das Danklied hielt. —m.

    Die Zeitung schreibt den Glockengießer „Grassmayer“, heute Grassmayr. „—m.“ ist das Kürzel des Einsenders.

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    Iz Gorič ob Zili. (Novi zvonovi.) Ker prejšnji, sicer lepi in dobri zvonovi naše podružniške cerkve v Goričah niso bili lepo ubrani in ker je posebno novi veliki zvon primeroma k drugim trem bil veliko prevelik, dali smo v začetku meseca septembra preliti po g. Grassmayer-ju blizu Inomosta tri manjše zvonove in iz njih napraviti dva večja zvona, da tako dobimo lepo ubrano harmonično zvonenje. V soboto, dné 6. novembra, dospela sta že dolgo pričakovana nova zvonova na tukajšnjo postajo, od koder smo ju v nedeljo slovesno pripeljali k cerkvi.

    Prava slovesnost blagoslavljanja zvonov vršila se je na god sv. Martina dné 11. novembra. V lepem in jedrnatem govoru razložili so veleč. gosp. monsignor Jožef Fritz pomen zvonov za vsakdanje življenje ter jih potem blagoslovili. Zdaj pa že lepo pojo Bogu v čast in nam v blagor in veselje.

    Lepa hvala vsem dobrotnikom, ki so nam s svojimi doneski pripomagali do tako lepega, ubranega zvonenja; prisrčna hvala pa tudi vč. g. monsignoru Fritzu, ki so se vkljub svoji bolehnosti potrudili priti k nam in tako povišali slovesnost, kakor tudi č. gosp. župniku iz Št. Štefana, ki so imeli popoludne sv. blagoslov in zahvalno pesem. —m.

  6. 1899

    Doppelte goldene Hochzeit nach dem Kirchtag

    Fünfzig Jahre nach ihrer Hochzeit feiern die beiden Paare von 1849 ihre goldene Hochzeit gemeinsam in derselben Kirche. Weil der Jahrestag in die Fastenzeit fällt, verlegen sie das Fest auf den 17. Juli 1899, „den Montag nach dem Görtschacher Markt oder Kirchtag (žegen, Kirchweihfest)“. Die große Filialkirche ist voll, viele weinen vor Rührung.104

    Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1899, Seite 2–3 (Jahrgangsseiten 94–95), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Aus Borlje (Förolach) an der Gail. (Eine doppelte goldene Hochzeit) wurde am 17. Juli in der Filialkirche des heiligen Heinrich in Goriče (Görtschach) gefeiert. Schon gewöhnliche goldene Hochzeiten zählen in Wahrheit zu den ziemlich seltenen Ereignissen; hier in Goriče aber hat sich ein Fall zugetragen, von dem man nicht leicht wieder hören wird: dass nämlich zwei Ehepaare, die vor 50 Jahren gemeinsam am Altar den Ehebund geschlossen hatten, nach Ablauf von 50 Jahren wieder gemeinsam in dieselbe Kirche kommen, um die goldene Hochzeit zu feiern.

    Es war am 18. Februar 1849, als der hochwürdige Herr Pfarrer Andrej Kernjak in der Filialkirche in Goriče die Bräutigame Pavel Weber vulgo Mostnar und Valentin Šumi vulgo Pogrejc oder Pogorelc mit ihren Bräuten Marija Liršof und Terezija Novak gemeinsam traute. Alle vier waren ganz jung; der älteste von ihnen, nämlich Pavel Weber, stand erst im 24. Lebensjahr, die jüngste Braut aber war erst 17 Jahre alt. Am 18. Februar dieses Jahres waren es also schon 50 Jahre, seit diese vier gemeinsam den Ehebund geschlossen hatten. Weil aber heuer der 18. Februar schon in die Fastenzeit fiel, verlegten sie die goldene Hochzeit auf den 17. Juli, das heißt auf den Montag nach dem Görtschacher sejem (Markt) oder „žegen“ (Kirchtag). Und damit haben sie es gut getroffen.

    Die große Filialkirche war voll von Leuten, die von allen Seiten gekommen waren, um eine so seltene Feier zu sehen. Lautes Schluchzen hörte man in der Kirche, als die alten, ergrauten Eheleute feierlich das Versprechen erneuerten, in gegenseitiger Liebe und Geduld schön miteinander zu leben, bis der Tod sie scheide, und als sie einander zum Zeichen dieses Versprechens und der ehelichen Treue wie bei einer gewöhnlichen Trauung die Hände reichten. – Gott aber, der in seiner Güte alle vier die Zeit der goldenen Hochzeit erleben ließ, möge ihnen auch noch die Gnade erweisen, dass sie auch weiterhin noch recht viele Jahre ruhig, zufrieden und glücklich verleben können. Hoch sollen sie leben!

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    Iz Borl ob Zilji. (Dvojna zlata poroka) obhajala se je dné 17. julija pri podružnici sv. Henrika v Goričah. Že navadne zlate poroke se v resnici štejejo med precej redke dogodke; tu v Goričah pa se je dogodil slučaj, o katerem ne bode lahko kdaj slišati; namreč, da dva zakonska para, ki sta pred 50. leti vkup pri altarju sklenila zakonsko zvezo, da ona dva po preteku 50 let zopet vkup prideta v ravno tisto cerkev obhajat zlato poroko.

    Bilo je dné 18. februarja l. 1849., ko so poročali č. g. župnik Andrej Kernjak pri podružnici v Goričah skupaj ženina Pavla Weberja p. d. Mostnarja in Valentina Šumija p. d. Pogrejca ali Pogorelca in njuni nevesti Marijo Liršof in Terezijo Novak. Vsi štirje bili so čisto mladi; najstarejši izmed njih, namreč Pavel Weber, štel je še le 24. leto svoje starosti, najmlajša nevesta pa je bila stara še le 17 let. Dné 18. svečana t. l. bilo je tedaj že 50 let, kar so ti štirje skupno sklenili zakonsko zvezo. Ker pa je letos bil 18. svečana že postni čas, preložili so zlato poroko na dan 17. julija, t. j. na pondeljek po goričkem sejmu ali „žegnu“. In pravo so s tem pogodili.

    Velika podružnična cerkev je bila polna ljudij, ki so prišli od vseh stranij, da bi mogli videti tako redko slovesnost. Glasno ihtenje slišalo se je po cerkvi, ko so stari, osiveli zakonski ponovili slovesno obljubo, da hočejo v medsebojni ljubezni in potrpežljivosti lepo vkup živeti, dokler jih smrt ne bode razločila, in ko so si v znamenje te obljube in zakonske zvestobe kakor pri navadnih porokah podali roke. — Bog pa, ki je po svoji dobrotljivosti pustil vse štiri doživeti čas zlate poroke, naj jim izkaže tudi še milost, da bodejo mogli tudi še zanaprej prav veliko let mirno, zadovoljno in srečno preživeti. Živeli!

  7. 1902

    Der Sturm reißt das Dach ab

    Am 16. Jänner 1902 tobt vom Nachmittag bis in die Nacht ein Orkan, am stärksten bei der Görtschacher Kirche. Er reißt an der Südwestseite ein etwa fünf Meter breites Stück Dach samt Latten und Sparren ab und trägt es rund 25 Meter weit bis in den „Čeglav vrt“ (Garten des Čegla), wo es einem alten Birnbaum die Krone abschlägt. Noch stärker trifft der Sturm das uralte gotische Kirchlein in Presseggen: Er reißt einen großen Teil des Daches herunter und wirft den obersten Teil der Westmauer auf das Gewölbe. Die Ausbesserung kostet etwa 500 Gulden. Während draußen der Sturm heult, stirbt Terezija Fric, geboren 1812, mit 90 Jahren die Älteste der Pfarre. Weil man fürchtet, der Sturm könnte das Fenster eindrücken, an dem sie aufgebahrt liegt, verrammeln die Leute es von außen.108

    Mir (Klagenfurt), 30. Jänner 1902, Seite 3 (Jahrgangsseite 19), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Borle (Förolach) im Gailtal. (Ein schwerer Sturm) tobte in der hiesigen Pfarre am 16. Jänner vom Nachmittag bis in die späte Nacht. Am stärksten zeigte er seine Kraft bei der Filialkirche in Goriče (Görtschach). Auf der Südwestseite der Kirche riss der Sturm nämlich ein etwa 5 Meter breites Stück Dach ab, vom First bis ganz hinunter, und zwar samt den Latten und zwei Sparren. Das alles trug er dann über die Kirche hinweg und in der Höhe weiter, etwa 25 Meter bis zum „čeglav vrt“ (Garten beim Haus vulgo Čegla). Dort traf das Dach einen hohen, alten Birnbaum und nahm ihm den ganzen Wipfel; erst einige Meter weiter ging dann das Ganze zu Boden. Jener Teil des Daches, der den Wipfel des Birnbaums zerschlug, ging dabei selbst ganz in Stücke; das übrige Dach aber lag im Garten am Boden, so wie es der Sturm von der Kirche gerissen hatte.

    Noch mehr beschädigte der schreckliche Wind das uralte gotische Kirchlein auf der Preseka (Presseggen). Er riss vor allem einen großen Teil des Daches herunter, dann warf er auf der Westseite den obersten Teil der Mauer auf das Kirchengewölbe, das dadurch ziemlich beschädigt wurde. Die ganze Ausbesserung wird etwa 500 Gulden kosten oder noch mehr. Stark beschädigt ist ferner das Dach beim vulgo Tratar in Borlje und beim vulgo Ribič in Goriče. Das letztgenannte Haus war erst nach dem letzten Brand im Jahr 1898 ganz neu gebaut worden, und doch hat es der Wind recht schwer beschädigt.

    Während draußen der Sturm schrecklich heulte, starb im Haus um acht Uhr abends Terezija Fric, die älteste Person in dieser Pfarre. Sie war im Jahr 1812 geboren und hat also das schöne Alter von 90 Jahren erreicht. Sie war bis zuletzt ganz gesund, rüstig und rotwangig, ja, sie wollte im kommenden Sommer ihr Feld noch selbst bestellen. Gott gebe ihr nun den ewigen Frieden, allen Lesern aber ein ebenso hohes und angenehmes Alter.

    – Nun aber wieder zurück zum Sturm. Während die genannte alte Frau aufgebahrt lag, begann der Sturm etwa um Mitternacht das Dach aufzureißen, und er tobte so seltsam, dass die Leute zu fürchten begannen, er könnte auch das Fenster zerschlagen und den Leichnam auf der Totenbahre erfassen. Aus Angst davor verrammelten sie von außen fest jenes Fenster, an dem drinnen die Bahre stand, sodass wenigstens dem Fenster nichts geschehen konnte. Aber auch sonst richtete der Sturm großen Schaden an. Auf den Feldern warf er viele Harpfen (Holzgerüste zum Trocknen von Heu und Getreide) um oder riss ihnen die Dächer herunter, in den Wäldern wiederum hat er viele Bäume entweder abgebrochen oder samt den Wurzeln aus dem Boden gerissen. Gott bewahre uns vor solchen und ähnlichen Unglücken!

    Mit „im Haus“ ist nach dem Zusammenhang wohl das zuvor genannte Haus vulgo Ribič in Goriče (Görtschach) gemeint.

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    Borle v zilski dolini. (Hud vihar) razsajal je v tukajšnji fari dné 16. januarja od popoldneva naprej do pozne noči. Najbolj je pokazal svojo moč pri podružnici v Goričah. Na južno-zapadni strani cerkve odtrgal je namreč vihar kakih 5 metrov širok kos strehe od vrha proč in do spodaj doli in sicer z letvami in dvema šperovcema vred. Vse to je nesel potem čez cerkev in v višini naprej kakih 25 metrov do „čeglavega vrta“. Tu je zadela streha visoko, staro hruško, kateri je vzela cel vrh, na kar se je nekaj metrov pozneje spustilo vse to še le na tla. Oni del strehe, ki je razbil hruški vrh, se je zraven sam čisto razdrobil, ostala streha pa je ležala na vrtu ob tleh, kakor jo je vihar odtrgal od cerkve.

    Še bolj poškodoval je strašni veter starodavno, gotično cerkvico na Preseki. Raztrgal je pred vsem velik del strehe, potem je podrl na zapadni strani najvišji del zidu na cerkveni obok, ki se je vsled tega precej poškodoval. Cela poprava stala bode kakih 500 gld. ali pa še več. Močno je nadalje poškodovana streha pri p. d. Tratarju v Borljah in pri p. d. Ribiču v Goričah. Poslednja hiša je bila še le po zadnjem požaru l. 1898. čisto na novo zidana, in vendar jo je veter prav hudo poškodoval.

    Med tem, ko je zunaj vihar grozno tulil, umrla je v hiši ob osmih zvečer Terezija Fric, najstarejša oseba v tej fari. Rodila se je leta 1812. in je torej dosegla lepo starost 90 let. Bila je do zadnjega časa čisto zdrava, čila in rudečih lic, dà, mislila je še bodoče poletje sama za se polje obdelovati. Daj ji zdaj Bog večni mir, vsem čitateljem pa enako visoko in prijetno starost.

    — Zdaj pa zopet nazaj k viharju. Med tem ko je ležala imenovana starica na parah, začel je vihar nekako ob polnoči trgati streho in razsajal je tako čudno, da so se ljudje začeli bati, da ne bi polomil tudi okna in zagrabil trupla na mrtvaškem odru. Iz strahu pred tem zadjali so zunaj močno tisto okno, ob katerem so stale znotraj pare, tako da vsaj oknu ni moglo kaj škodovati. Pa tudi sicer je napravil vihar veliko škode. Po polju podrl in preobrnil je veliko kozolcev ali pa jim je raztrgal strehe, po gozdih je zopet veliko gozdnih dreves ali prelomil ali pa s koreninami vred izruval iz tal. Bog nas varuj takih in drugih enakih nesreč!

  8. 1910

    Ein schwarzes Messkleid

    Ein Verein, der armen Kirchen Gewänder für den Gottesdienst schenkt, gibt der Kirche „Görtschach bei Förolach“ ein schwarzes Messkleid, wie es bei Begräbnissen getragen wird.109

  9. 1914

    Volksmission

    Im Frühjahr 1914 halten Missionare in Görtschach, Mellweg und Egg eine Volksmission, also mehrere Tage mit Predigten, Beichte und Gottesdiensten. Eine Zeitung spottet, die Dörfer würden von der Mission „heimgesucht“. Auch der Glaube wurde damals politisch gelesen.110

  10. 1923

    Eine 600 Kilo schwere Glocke

    Im Ersten Weltkrieg mussten viele Kirchen ihre Glocken abliefern. Die neue Glocke vom Grazer Glockengießer Szabo, versprochen „für den Kirchtag“, kommt erst in der Fastenzeit 1923. Am 18. Februar 1923 wird die 600 Kilogramm schwere Glocke bei schönem Wetter und großer Beteiligung geweiht, im Beisein der Pfarrer von Förolach und St. Stefan. Vier kleine Gailtalerinnen tragen Gedichte vor, die Sänger singen zwei slowenische Lieder, „Ko dan se zaznava“ („Wenn der Tag anbricht“) und „Večerni zvon“ („Die Abendglocke“). Geweiht wird die Glocke von Dechant Pietschnigg aus Hermagor. Die Zeitung lobt „die unerschrockenen Männer“, die nicht ruhten, bis die Glocke beschafft war.111,112

    Kärntner Zeitung (Kärntner Tagblatt), 27. Februar 1923, Seite 4. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Görtschach im Gailtale. (Glockenweihe.) Der 18. Feber war ein Festtag in unserer Gemeinde, da die neue, 600 Kilogramm schwere Glocke feierlich geweiht wurde. Nach dem Auszuge aus der Kirche zur festlich geschmückten Glocke nahm Herr Dechant Pietschnigg aus Hermagor unter Assistenz des Herrn Pfarrers von Förolach Dr. Franz Lučovnik und des Herrn Pfarrers von St. Stephan, f.-b. geistl. Rates Anton Pelnař, die Weihe vor. Vor und nach der Weihe trugen Schulmädchen liebliche Gedichte vor und der Kirchenchor von Förolach sang zwei schöne Glockenlieder. In der darauffolgenden Festpredigt schilderte Herr Pfarrer Dr. Lučovnik die Bedeutung der Glocken. Beim darauffolgenden Hochamte läutete bereits die neue Glocke. Volle Anerkennung gebührt den unerschrockenen Männern, die nicht ruhten, bis die neue Glocke beschafft war.

    ANNO führt die Ausgabe als „Kärntner Zeitung“; im Seitenkopf steht „Kärntner Tagblatt“.

  11. 1928

    Die große Prozession

    Seit Ostern wird die Pfarrkirche in Förolach erneuert und um zwei Fensterachsen verlängert. In dieser Zeit wird das Allerheiligste in der Görtschacher Kirche aufbewahrt. Am Sonntag, 12. August 1928, ist zuerst eine Kindermesse in Görtschach. Dann zieht um acht Uhr früh eine große Prozession „aus der freundlichen Kirche im sonnigen Goriče (Görtschach)“ zur erneuerten Pfarrkirche nach Förolach, geführt von Monsignore Podgorc aus Klagenfurt, mit Gailtalerinnen in Tracht. Pfarrer Dr. Janko Lučovnik hat selbst über hundert Schichten mit der Scheibtruhe geleistet.113,114

    Koroški Slovenec (Wien), 22. August 1928, Seite 3, slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Borlje (Förolach) im Gailtal. Eine so prächtige Prozession, wie es die am Sonntag, dem 12. August, war, haben die Gailtaler schon jahrelang nicht gesehen. In Borlje aber hat es, meine ich, eine so große und so schöne überhaupt noch nie gegeben, seit diese Welt steht. Am Morgen um acht Uhr, an einem herrlichen Morgen, wand sie sich aus der freundlichen Kirche im sonnigen Goriče (Görtschach) zur Pfarrkirche in Borlje, um dort das neu instand gesetzte und um zwei Fenster verlängerte Gotteshaus zu begrüßen und zu weihen. Die Prozession führte Monsignore Podgorc aus Celovec (Klagenfurt), unter Assistenz des hiesigen Pfarrers Dr. Lučovnik und des Nachbarpfarrers Maierhofer. Eine erfreuliche Erscheinung in der Prozession war eine Gruppe einheimischer Gailtalerinnen in der prächtigen Gailtaler Tracht. Unterwegs wurden an vier kleinen Altären unter freiem Himmel die Initien (die Anfänge der vier Evangelien) gesungen.

    In der neu umgebauten und bedeutend vergrößerten Kirche begeisterte zuerst Herr Podgorc mit der ihm eigenen Beredsamkeit die Gläubigen für die Ehre des Gotteshauses und für die religiösen Ideale und legte in seiner Predigt dar, wie das Menschengeschlecht seit Urzeiten seinem Gott Tempel und Kirchen gebaut hat, wie die Menschen in gläubigen Zeiten in den großen Städten prächtige Kirchen gebaut haben, später aber der Unglaube kam, der nur noch an Fabriken dachte, aus denen der arme, unzufriedene Arbeiter hervorgeht. Man müsse den Glauben unter den Menschen wieder erneuern. Man müsse aber nicht nur für die Kirchen sorgen, sondern besonders auch für den Priesternachwuchs, damit in unseren Kirchen nicht nach und nach die Ewigen Lichter erlöschen. Das Volk möge all seine Arbeit für die Vergrößerung der Kirche dem lieben Gott aufopfern, in der Absicht, dass in der Pfarre Priesterberufe geweckt werden. Danach erklangen im neuen Teil der Kirche die Psalmen Davids.

    – Wie ist es überhaupt möglich, heutzutage, bei solchem wirtschaftlichen Elend, ein so gewaltiges Werk und einen solchen Bau in einer Pfarre zu vollenden, die nur einige hundert Seelen zählt? Und in so kurzer Zeit! Seit Ostern! Das bringt eben nur Doktor Lučovnik zustande! Wer es kann, der kann es. Alt und Jung, Mensch und Vieh, alles hat gearbeitet, gegraben, geführt und gemauert. Er selbst hat mit seiner Scheibtruhe über hundert Schichten geleistet und obendrein noch zehn Millionen gegeben! Darum ist ihm aber auch die ganze Pfarre von Herzen dankbar. An der Gail findet man keine andere Pfarre, in der das Band zwischen Pfarrkindern und Seelsorger so eng und herzlich wäre wie in Borlje und Goriče. Wir gratulieren! Wir gratulieren aber auch den Pfarrkindern von Borlje, dass sie einen so erstklassigen Herrn haben. Wo hatten denn die Leute von Šteben (St. Stefan) ihre Augen, dass sie Dr. Lučovnik mit Steinen bewarfen und ihn erschießen wollten?

    Die „zehn Millionen“ stehen ohne Währung in der Zeitung. Welches St. Stefan mit „Šteben“ gemeint ist, sagt der Text nicht.

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    Borlje v Ziljski dolini. Tako veličastne procesije, kot je bila v nedeljo dne 12. avgusta, pa Zilani že leta in leta niso videli. V Borljah pa, mislim, tako velike in tako lepe še sploh ni bilo, odkar stoji ta svet. Zjutraj ob osmih, v najlepšem jutru, se je vila iz prijazne cerkve v solnčnih Goričah proti farni cerkvi v Borljah, da tam pozdravi in posveti novo popravljen in za dve okni daleč podaljšan Božji hram. Vodil je procesijo monsignor Podgorc iz Celovca ob asistenci domačega župnika dr. Lučovnika in sosednega župnika Maierhoferja. Vesel pojav v procesiji je bila skupina domačih Zilank v krasni zilski noši. Med potjo so se pele pri štirih oltarčkih pod milim nebom inicije.

    V novoprezidani in znatno povečani cerkvi je najprej navduševal le njemu lastno zgovorvostjo g. Podgorc vernike za čast Hiše božje in za verske ideale in razlagal v svojem govoru, kako je človeški rod od pamtiveka gradil svojemu Bogu templje in cerkve, kako so ljudje v verni dobi gradili po velikih mestih krasne cerkve, pozneje pa je prišla nevera, ki je mislila samo še na tovarne, iz katerih prihaja siromašni nezadovoljni delavec. Treba med ljudmi vero zopet ponoviti. Treba pa skrbeti ne samo za cerkve, treba skrbeti posebno še za duhovniški naraščaj, da se ne bodo pogašale polagoma večne luči po naših cerkvah. Naj ljudstvo vse svoje delo za povečanje cerkve daruje ljubemu Bogu z namenom, da se v župniji vzbude duhovniški poklici. Potem so zadoneli Davidovi psalmi v novem delu cerkve.

    — Kako pa je sploh mogoče, dandanes, pri taki gospodarski mizeriji, dovršiti tako ogromno delo in zidavo v fari, ki šteje le nekoliko sto duš? In v tako kratkem času! Od Velike noči sem! To zmore pač le doktor Lučovnik! Kdor zna, pa zna. Staro in mlado, človek in živina, vse je delalo, kopalo, vozilo in zidalo. Sam je naredil s svojo trugelco nad sto šihtov in še dal povrhu deset milijonov! Zato pa mu je iz srca hvaležna tudi vsa fara. Ni najti na Zili druge fare, v kateri bi bila vez med farani in dušnim pastirjem tako tesna in srčna kakor v Borljah in Goričah. Častitamo! Častitamo pa tudi borovškim faranom, da imajo tako prvovrstnega gospoda. Kam vendar so gledali Štebenčani, da so kamenjali dor. Lučovnika, ter ga hoteli ustreliti?

  12. 1932

    Ein neues Dach

    Unter Pfarrer Lučovnik werden die Görtschacher Kirche und die Kirche St. Ruprecht in Presseggen neu eingedeckt.115

  13. 1951

    Der Schnee drückt den Vorbau ein

    Im Lawinenwinter 1951 drücken die Schneemassen den Vorbau der Kirche St. Ruprecht in Presseggen ein.116

  14. 1965

    Der Kirchenkämmerer

    Es stirbt Gregor Pipp vulgo Potočnik, über 50 Jahre Tischlermeister im Dorf und viele Jahre Kirchenkämmerer (ključar, Verwalter des Kirchenvermögens) der Filialkirche.117

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Wikipedia: Filialkirche Görtschach (nach Dehio Kärnten 2001, S. 220) – Wikipedia
  2. Katholische Kirche Kärnten: Filialkirche Görtschach – kath-kirche-kaernten.at
  3. Wikipedia: Liste der Burgen, Schlösser, Ansitze und wehrhaften Stätten im Bezirk Hermagor (Wehrkirche Görtschach) – Wikipedia
  4. Carinthia I, Beiheft 1928 (Kärntner Patrozinien), S. 7 (Heinrichskirchen) – ANNO/ÖNB
  5. F. G. Hann, „Die Kirche St. Heinrich zu Görtschach“, Carinthia I 87 (1897), S. 107–110 – ANNO/ÖNB
  6. Wikipedia: Pfarrkirche Förolach – Wikipedia
  7. Matricula: Pfarre Förolach (Matriken ab 1765; Ortsverzeichnis 1860) – Matricula
  8. Katholische Kirche Kärnten: Apolloniuskapelle in Wittenig – kath-kirche-kaernten.at
  9. Mir (Klagenfurt), 11. Jänner 1900, S. 2 – dLib.si
  10. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 1030 (Pfarrkarte der Diözese Gurk 1924) – Austria-Forum
  11. Carinthia I 116 (1926), S. 56 (Pfarren des Gailtals) – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 5. Mai 1847, S. 8 – ANNO/ÖNB
  13. Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1899, S. 2–3 – dLib.si
  14. Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1897, S. 3 – dLib.si
  15. Kärntner Zeitung, 14. Oktober 1898, S. 6 – ANNO/ÖNB
  16. Neuigkeits-Welt-Blatt, 4. Juni 1898, S. 9 – ANNO/ÖNB
  17. Mir (Klagenfurt), 30. Jänner 1902, S. 3 – dLib.si
  18. Kärntner Zeitung, 1. November 1910, S. 8 – ANNO/ÖNB
  19. Freie Stimmen, 7. April 1914, S. 5 – ANNO/ÖNB
  20. Kärntner Zeitung, 27. Februar 1923, S. 4 – ANNO/ÖNB
  21. Koroški Slovenec, 28. Februar 1923 – dLib.si
  22. Koroški Slovenec, 22. August 1928, S. 3 – dLib.si
  23. Kärntner Zeitung, 21. August 1928, S. 7 – ANNO/ÖNB
  24. Kärntner Zeitung, 3. April 1932, S. 13 – ANNO/ÖNB
  25. Wiener Zeitung, 8. Februar 1951, S. 4 – ANNO/ÖNB
  26. Naš tednik, 30. September 1965 – dLib.si

Die Gemeinde Görtschach 1850–1972

122 Jahre lang war Görtschach eine eigene Gemeinde, mit Förolach, Wittenig und dem Pressegger See.

Als 1850 nach dem Ende der Grundherrschaft die Gemeinden entstanden, wurde Görtschach eine davon. 1851 zählte sie 634 Einwohner. Zur Gemeinde gehörten die Ortschaften Görtschach, Förolach, Wittenig, Presseggen, Schinzengraben, Siebenbrünn und Zuchen. Die jagdbare Fläche der Gemeinde umfasste rund 911 Hektar.118,119,120,121,122

Leicht war das Zusammenleben nicht. Die beiden großen Dörfer Görtschach und Förolach stritten oft darum, wer das Sagen hat. Ein slowenisches Blatt schrieb 1897 von der „alten Feindschaft“ (staro sovraštvo) zwischen den beiden Dörfern. Das Gemeindeamt wanderte mehrmals hin und her: lange in Förolach (1877 wird allerdings schon „beim Gemeindeamte in Görtschach“ verhandelt), ab 1892 in Görtschach, 1918 wieder in Förolach im Haus Nr. 5, 1923 in Görtschach im Haus Nr. 2 „beim Steiner“. Ab 1907 heißt die Gemeinde in den Zeitungen oft „Görtschach-Förolach“.122,123,124,125,126,127

  1. 1850

    Die Gemeinde entsteht

    Görtschach wird Ortsgemeinde im Gerichtsbezirk Hermagor, 1851 mit 634 Einwohnern.118,119

  2. 1853

    Treue zum Kaiser

    Nach dem Messerattentat auf Kaiser Franz Joseph im Februar 1853 schicken Gemeinden aus der ganzen Monarchie Ergebenheitsadressen, aus dem Bezirk Hermagor 17, darunter Görtschach. 1864 bestätigt der Landesausschuss die neu gewählte Gemeindevertretung.128,129

  3. 1865

    Feste Preise für Brot und Fleisch

    Görtschach und Egg bitten das Land, wieder feste, behördlich bestimmte Preise für Fleisch und Brot einzuführen, die „Satzung“. Ihre Gesuche werden an die Landesbehörde weitergeleitet.130

  4. 1866

    „Sehr stiefmütterlich“

    Jahrelang wird gestritten, wo die Straße durch das untere Gailtal laufen soll. Ein Plan führt „bei Görtschach über die Gail“, ein anderer „über Görtschach und Bodenhof nach Emmersdorf“. 1866 klagt ein Leserbrief, der Straßenausschuss behandle „die bedeutenden Ortsgemeinden St. Stefan und Görtschach sehr stiefmütterlich“. 1871 wird beantragt, den Weg von Hermagor zum „Görtschacher Brückl“ zur Bezirksstraße zu machen.131,132,133

  5. 1867

    Bürgermeister Johann Lußnig

    Johann Lußnig, Grundbesitzer und Wirt in Förolach, wird 1867 zum ersten Mal als Bürgermeister genannt und ist es noch 1887. In diesem Jahr leitet er das Hilfskomitee nach dem Osterbrand. Schon 1886 berichtet eine Zeitung von einer „harten Schlacht“ (huda vojska) bei der Wahl des Gemeindeausschusses.134,135,136,137,138,139

  6. 1872

    Woraus die Gemeinde besteht

    Als in St. Stefan ein Postamt eröffnet wird, zählt die Zeitung die Teile der Ortsgemeinde Görtschach genau auf: Förolach, Görtschach, Schinzengraben mit der Flaschbergermühle, der Mellatschmühle und der Moosmühle sowie Wittenig. 1885 werden für das neue Grundbuch die Ortschaften Görtschach, Förolach, Schinzengraben und Wittenig als Katastralgemeinde Görtschach erhoben.140,141

    Klagenfurter Zeitung, 15. Februar 1872, Seite 3. Quelle: ANNO/ÖNB
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    (Ein neues Postamt.) Am 15. Februar 1872 tritt in dem Orte St. Stefan im Gailthale ein k. k. Postamt in Wirksamkeit, welches seine Verbindung durch die täglich zwischen Arnoldstein und Hermagor, resp. Kötschach verkehrende Postbotenfahrt erhält. Den Bestellungsbezirk dieses Postamtes bilden: 1. Ortsgemeinde Görtschach, bestehend aus den Ortschaften Förolach, Görtschach, Schienzengraben [Schinzengraben] mit Flaschbergermühle, Mellatschmühle und Moosmühle, dann den zur Ortsgemeinde St. Stephan einbezogenen Mühlen, Kristophmühle, Reidenmühle und Tschappmühle, Wittenig. 2. Ortsgemeinde St. Stephan, bestehend aus den Ortschaften: Bach, Bichelhof [Bichlhof], Bodenhof, Dragantschach, Edling, Hadersdorf, Karnitzen, Köstendorf, Latschach, Matschiedl, Nissalach [Nieselach], Pölland, mit Windische Höhe und Windische Saag, Pörtschach, St. Paul im Gailthale, St. Stephan im Gailthale mit Aichelburg, Greifenstein, Lippitschgraben und Zossenegg, Schmölzing, Sussawitsch, Tratten. 3. Ortsgemeinde und Ortschaft Vorderberg mit Oschegghof.

  7. 1876

    Förolach gewinnt die Wahl

    Bei der Gemeindewahl im Dezember 1876 wollen die Wähler aus Görtschach ihren Kandidaten gleich zum Bürgermeister ausrufen. Doch in Förolach werden mehr Ausschussmitglieder gewählt, „somit entschied der Sieg auf Seite der Förolacher“. Die unterlegenen Görtschacher „arteten aus“, dabei wird sogar der Pfarrer von Förolach beschimpft.142

    Klagenfurter Zeitung, 24. Dezember 1876, Seite 4. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Aus dem Gailthale. (Ungarische Manier. — Wahlen) Bei der stattgehabten Ausschußwahl in der Ortsgemeinde „Görtschach zu Förolach“ muß es recht gemüthlich bunt zugegangen sein, denn nachdem die Wähler der Ortschaft Görtschach ihren Candidaten gleich bei der Ausschußwahl schon als Bürgermeister gerne proclamirt hätten, wurde ihnen zu ihrem größten Mißvergnügen von den Insassen von Förolach dadurch ein Strich durch die Rechnung gemacht, daß im Orte Förolach mehr Ausschüsse gewählt wurden, als im Orte Görtschach, somit entschieden der Sieg auf Seite der Förolacher war, welcher zur Folge hatte, daß die ersteren ihre Segel streichen mußten. Damit jedoch die Herren von Görtschach ihre Schlappe verschmerzen konnten, arteten dieselben derart aus, daß hiebei der in allen Kreisen hochgeachtete Herr Pfarrer von Förolach unverdienter Weise mit Insulten bedacht wurde, welche geradezu schließen lassen, und zwar mit vollem Rechte, daß die Herren aus Görtschach sich ungarische Wahlen zum Vorbilde genommen haben mußten. — Auch in der Ortsgemeinde St. Stefan an der Gail ist die neue Ausschußwahl beendet; zum Theile sind neue Namen aus der Urne hervorgegangen — zum größten Theile aber Namen, die schon früher treulich in dieser merkwürdigen Gemeindestube gesessen sind. — Nach vollendeter Bürgermeisterwahl wollen wir uns diese neue Gemeindevertretung etwas näher besehen.

  8. 1887

    Ein eigener Arzt

    Görtschach, St. Stefan und Vorderberg wollen nicht mehr zum Sanitätsbezirk Hermagor gehören und beantragen einen eigenen Arzt. 1888 sind die Mittel zugesagt, die drei Gemeinden zahlen zusammen 305 Gulden, 1891 ist eine Wohnung für den Arzt gefunden. Noch 1920 fragen die drei Gemeinden öffentlich, wann endlich ein Distriktsarzt ernannt wird.143,144,145,146

  9. 1889

    Die Gemeindekasse

    Weil das eigene Geld nicht reicht, muss die Gemeinde Zuschläge zu den Staatssteuern einheben, die „Umlagen“, und der Landtag muss sie bewilligen. 1872 sind es 50 Prozent, 1889 schon 114½ Prozent. Seit 1887 kommt eine Abgabe von 1 Gulden 50 Kreuzer auf jeden Hektoliter Branntwein dazu. Ein eigener Zuschlag geht an die Schule, einer an die Gemeindewege.147,148,149

  10. 1892

    Das Gemeindeamt zieht nach Görtschach

    Ein Görtschacher, vulgo Stefanitsch (Hausname), wird Bürgermeister. Damit kommt das Gemeindeamt, das lange in Förolach war, nach Görtschach.125

  11. 1894

    Nicht tanzen, solange Hagel droht

    Der Gemeindeausschuss beschließt, dass in der Hagelzeit nicht getanzt werden darf und keine Musikbewilligungen ausgegeben werden. Das slowenische Blatt nennt das „etwas Vernünftiges“.150,151

  12. 1895

    Gemeindevorsteher aus beiden Dörfern

    Von 1895 bis 1897 wird Michael Wernitznig, Besitzer in Förolach, als Gemeindevorsteher genannt, von 1899 bis 1902 Martin Pfeifer, Besitzer in Görtschach. Viele Bürgermeister der Gemeinde kamen aus Förolach.152,153,154

  13. 1897

    Die alte Feindschaft

    Bei der Gemeindewahl am 20. Dezember 1897 einigen sich die Dörfer mühsam: In einem Wahlkörper sollen nur Görtschacher, im anderen nur Förolacher gewählt werden. Laut Zeitung halten sich die Görtschacher nicht daran und wählen einen Görtschacher mehr.123

  14. 1900

    Kein Geld für die Straße

    Der Landtag lehnt am 19. April 1900 eine Beihilfe für die Gemeindestraße ab. Für die Brücken gibt es einmalig 300 Kronen. Abgeordneter Franz Grafenauer hält dagegen: Der Schotter müsse von weit her geführt werden, durch den Bahnbau müsse die Gemeinde einen einen Kilometer langen Parallelweg erhalten, sie habe keinen eigenen Wald und müsse das Holz für ihre Brücken kaufen, und mit der Bahn sei der Verdienst der Fuhrleute weggefallen. „Görtschach ist zweimal abgebrannt, Förolach einmal.“ Die Wahl vom Dezember 1900 wird von der Landesregierung aufgehoben, neu gewählt wird im Mai 1901.155,156,157

  15. 1904

    Bürgermeister Georg Assinger

    Georg Assinger, Gastwirt in Förolach, ist von 1904 bis 1906 Bürgermeister.158,159

  16. 1907

    Zum ersten Mal gemeinsam

    Bei der Wahl am 29. Dezember 1906 wählen die Görtschacher und Förolacher laut Zeitung „zum ersten Mal vereint“. Gewählt werden neun Männer der slowenisch-katholischen Richtung, die das Blatt „die Unsrigen“ nennt, und drei der Gegenseite. Aus Görtschach kommen Tomaž Pip vulgo Jurnovc, Matija Fric vulgo Ribič, Martin Pfeifer vulgo Ferlič und France Pfeifer vulgo Lenček in den Ausschuss, von der Gegenseite Urh Popotnig vulgo Druml. Am 9. Jänner 1907 wird Jakob Pfeifer vulgo Kurej aus Förolach Bürgermeister, Matija Fric vulgo Ribič aus Görtschach erster Gemeinderat. In den Ortsschulrat kommen unter anderen Tomaž Rogi vulgo Matenč aus Görtschach und Pfarrer Martin Krejči. (Die Vulgonamen sind Hausnamen.)160

    Mir (Klagenfurt), 26. Jänner 1907, Seite 4 (Jahrgangsseite 22), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Borlje (Förolach). Bei den Gemeindewahlen am 29. Dezember vorigen Jahres wurden 9 entschiedene Unsrige und 3 Gegner gewählt. Die Unsrigen sind in Borlje: Jakob Pfeifer vulgo Kurej, Jurij Assinger, Janez Jost vulgo Levk, Luka Ravtar vulgo Mežnar und Jurij Wiltschnig vulgo Jost. In Goriče (Görtschach): Tomaž Pip vulgo Jurnovc, Matija Fric vulgo Ribič, Mart. Pfeifer vulgo Ferlič und France Pfeifer vulgo Lenček. Die Gegner sind: Urh Popotnig vulgo Druml in Goriče, Alojzij Dekan vulgo Ožegič in Vidniče (vermutlich Vitenče, Wittenig) und Rupert Pock vulgo Bokšič in Borlje.

    – Mit Freude muss ich hervorheben, dass jetzt die Görtschacher und die Förolacher zum ersten Mal vereint gewählt haben. Geeint hat sie, und die Geeinten geführt hat der christlich-nationale Geist. In diesem Geist versammelten wir uns nach den Wahlen im Gasthaus des Herrn Bürgermeisters Jurij Assinger und sangen begeistert slowenische Volkslieder; besonders die radikalen Volkslieder sangen wir auch radikal. Der Berichterstatter des „Grazer Tagblatt“ sagt, bei uns hätten die radikalen Slowenen gesiegt. Beruhige dich nur, armes Berichterstatterlein: Unseren Radikalismus werden wir erst in drei Jahren richtig zeigen, indem wir auch radikal auskehren werden … In dieser Begeisterung gingen wir mit den Worten auseinander: Auf Wiedersehen auf diesem Schlachtfeld in drei Jahren, zum Sieg auf der ganzen Linie!

    – Am 9. Jänner fand die Wahl der neuen Gemeindevorstehung statt, und gewählt wurden die Unsrigen: Jakob Pfeifer vulgo Kurej in Borlje zum Bürgermeister, Matija Fric vulgo Ribič in Goriče zum ersten Gemeinderat und Jurij Assinger in Borlje, der bisherige Bürgermeister, zum zweiten Gemeinderat. An diesem Tag wurden auch die Vertreter im Ortsschulrat gewählt, und zwar lauter radikalste Unsrige: Luka Ravtar vulgo Mežnar, Janez Jost vulgo Levk in Borlje, France Pfeifer vulgo Lenček, Tomaž Rogi vulgo Matenč in Goriče und Pfarrer Martin Krejči. Am 11. Jänner wurde Pfarrer Martin Krejči mit allen Stimmen außer seiner eigenen zum Obmann des Ortsschulrates gewählt und Tomaž Rogi vulgo Matenč in Goriče zu seinem Stellvertreter. Hoch unsere nationalen christlichen Wähler! Ehre ihnen!

    „Die Unsrigen“ nennt das Blatt die Anhänger seiner eigenen, slowenisch-katholischen Richtung, „die Gegner“ die Gegenseite.

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    Borlje. Pri občinskih volitvah, dne 29. decembra m. l., je bilo izvoljenih 9 odločnih našincev in 3 nasprotniki. Našinci so v Borljah: Jakob Pfeifer p. d. Kurej, Jurij Assinger, Janez Jost p. d. Levk, Luka Ravtar p. d. Mežnar in Jurij Wiltschnig p. d. Jost. V Goričah: Tomaž Pip p. d. Jurnovc, Matija Fric p. d. Ribič, Mart. Pfeifer p. d. Ferlič in France Pfeifer p. d. Lenček. Nasprotniki so: Urh Popotnig p. d. Druml v Goričah, Alojzij Dekan p. d. Ožegič na Vidničah in Rupert Pock p. d. Bokšič v Borljah.

    — Z veseljem moram poudariti, da so sedaj Goričani in Borljani prvokrat združeno volili. Združil in združene je vodil krščanskonarodni duh. V tem duhu smo se po volitvah zbrali v gostilni g. župana Jurija Assinger ter navdušeno zapeli slovenske narodne pesmi, zlasti radikalne narodne pesmi smo tudi radikalno zapeli. Dopisnik „Grazer Tagblatta“ pravi, da so pri nas zmagali radikalni Slovenci. Le potolaži se, ubogi dopisunček, svojo radikalnost bodemo še-le v treh letih prav pokazali s tem, da bomo tudi radikalno pometli … V tem navdušenju smo se razšli z besedami: Na svidenje na tem bojnem polju v treh letih k zmagi na celi črti!

    — Dne 9. prosinca se je vršila volitev novega občinskega predstojništva in izvoljeni so bili našinci: Jakob Pfeifer p. d. Kurej v Borljah županom, prvim občinskim svetovalcem Matija Fric p. d. Ribič v Goričah in drugim svetovalcem Jurij Assinger v Borljah, prejšnji župan. Ta dan so bili tudi izvoljeni zastopniki v krajni šolski svet, in sicer vsi najradikalnejši našinci: Luka Ravtar p. d. Mežnar, Janez Jost p. d. Levk v Borljah, France Pfeifer p. d. Lenček, Tomaž Rogi p. d. Matenč v Goričah in župnik Martin Krejči. Dne 11. prosinca je bil z vsemi glasovi razun lastnega izvoljen načelnikom krajnega šolskega sveta župnik Martin Krejči in njegovim namestnikom Tomaž Rogi p. d. Matenč v Goričah. Živeli naši narodni krščanski volilci! Slava jim!

  17. 1918

    Gegen den Anschluss an Jugoslawien

    Im Frühjahr 1918 legen fast alle Kärntner Gemeinden schriftlich Verwahrung gegen die Pläne eines südslawischen Staates ein, im Bezirk Hermagor fehlt als einzige Görtschach. Nach dem Zerfall der Monarchie erklärt die Gemeindevertretung am 8. Dezember 1918 aus wirtschaftlichen Gründen, dass sie nicht zum neuen Staat der Slowenen, Kroaten und Serben kommen will. Vorderberg und St. Stefan schließen sich an, die Meldung geht durch Zeitungen in ganz Österreich. Im Februar 1919 steht Görtschach in der Liste der Gemeinden, die sich für Deutschösterreich erklären. Das Gailtal gehörte später nicht zum Abstimmungsgebiet der Volksabstimmung 1920 und blieb bei Österreich.161,162,163,164,165

  18. 1921

    Ein vergessener Erdenwinkel

    Die Gemeinde plant, ihre Kanzlei in einem Zubau zum Schulhaus unterzubringen. Ein Abgeordneter fordert eine Straße von Egg über Latschach nach Görtschach, die Gegend sei ein „vergessener Erdenwinkel“.166,167

  19. 1924

    Bürgermeister Heinrich Fritz

    Heinrich Fritz, Wirtschaftsbesitzer in Görtschach, wird von 1920 bis 1924 als Bürgermeister genannt. Viele Jahre ist auch Jurij Cimerman aus Förolach Bürgermeister der Gemeinde, bis er in der NS-Zeit abgesetzt wird.168,169,170

  20. 1926

    Zahlen für die Gail

    Für die Regulierung der Gail wird ein Zuschlag zur Grundsteuer eingehoben. Görtschach zahlt 1929 1.817,30 Schilling, 1930 1.972, 1931 1.954,20 und 1932 1.950 Schilling. Die Gemeindeumlage steigt bis 1930 auf 240 Prozent, eine schwere Last für die Bauern.171,172,173,174,175

  21. 1935

    Ernannte Gemeindevertretung

    Im Ständestaat wird die Gemeindevertretung nicht mehr gewählt, sondern ernannt. Georg Zimmermann, Landwirt in Förolach, wird Bürgermeister, sein Stellvertreter ist Oberlehrer Ferdinand Janach. 1936 wird Johann Hebein als Bürgermeister genannt, 1938 nach dem „Anschluss“ Leopold Pitzler senior, Lehrer im Ruhestand. Schon am 1. Februar 1935 hatte der Gemeindetag Bundeskanzler Kurt Schuschnigg das Ehrenbürgerrecht verliehen. Wie viele Gemeinden in diesen Jahren ist Görtschach auch „Kaisergemeinde“, gemeint ist wohl die Ehrenbürgerschaft für Otto von Habsburg, den Sohn des letzten Kaisers: Am 20. Juni 1937 überbringt Erzherzog Gottfried in Tröpolach die Dankschreiben an die „Kaisergemeinden Tröpolach, Reisach, Kirchbach und Görtschach“.176,177,178,179,180

  22. 1955

    Bürgermeister Johann Erschnig

    Bürgermeister ist Johann Erschnig, Vizebürgermeister Julius Wernitznig. Nach dem Großbrand im April baut die Gemeinde mit der Wasserwerksgenossenschaft die erste Wasserleitung.181,182,183

  23. 1965

    Rettung für den Pressegger See

    Hermagor, Egg und Görtschach gründen einen Wasserverband. Für 12 Millionen Schilling entstehen Kanäle rund um den See und eine Kläranlage im Gemeindegebiet von Görtschach. 1966 beschließen die drei Gemeinden außerdem einen 1.103 Meter langen Damm mit Schleuse von Presseggen bis Passriach, um den Seespiegel zu regeln.184,185

  24. 1968

    62.000 Nächtigungen

    Der Fremdenverkehr wird neben Land- und Forstwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle. Görtschach zählt 1968 allein 62.000 Nächtigungen, vor allem rund um den Pressegger See. Der Gemeinderat hat in diesen Jahren neun Sitze.186,187,188

  25. 1973

    Das Ende der Gemeinde

    Mit der Kärntner Gemeindestrukturreform werden am 1. Jänner 1973 Hermagor, Egg, Mitschig, Görtschach und der größte Teil von Rattendorf zur Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See vereinigt. 1971 hatte die Gemeinde Görtschach 550 Einwohner. Im März 1973 wählt die neue Gemeinde zum ersten Mal gemeinsam.189,190,191

Welche Bürgermeister die Gemeinde vor 1867 und zwischen 1956 und 1972 hatte, haben wir nicht gefunden. Weißt du es? Schreib uns.

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 762 (Landeseinteilung 1849: Ortsgemeinde Görtschach/Goriče) – Austria-Forum
  2. ÖAW, Historisches Ortslexikon Kärnten (Gründungsgemeinden 1851) – PDF
  3. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 994 (Ortsverzeichnis 1918: Ortschaften der Gemeinde) – Austria-Forum
  4. Klagenfurter Zeitung, 20. Juni 1913, S. 8 – ANNO/ÖNB
  5. Klagenfurter Zeitung, 13. Juni 1923, S. 4 – ANNO/ÖNB
  6. Mir (Klagenfurt), 30. Dezember 1897 – dLib.si
  7. Klagenfurter Zeitung, 6. Oktober 1877, S. 5 – ANNO/ÖNB
  8. Klagenfurter Zeitung, 10. Jänner 1892, S. 4 – ANNO/ÖNB
  9. Klagenfurter Zeitung, 2. Juni 1918, S. 8 – ANNO/ÖNB
  10. Freie Stimmen, 9. Jänner 1907, S. 4 – ANNO/ÖNB
  11. Wiener Zeitung, 6. März 1853, S. 3 – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 17. August 1864, S. 2 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 12. November 1865, S. 2 – ANNO/ÖNB
  14. Klagenfurter Zeitung, 7. Februar 1868, S. 4 – ANNO/ÖNB
  15. Klagenfurter Zeitung, 23. November 1866, S. 4 – ANNO/ÖNB
  16. Klagenfurter Zeitung, 27. September 1871, S. 5 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 23. Oktober 1867, S. 6 – ANNO/ÖNB
  18. Klagenfurter Zeitung, 12. August 1881, S. 7 – ANNO/ÖNB
  19. Klagenfurter Zeitung, 12. April 1879, S. 4 – ANNO/ÖNB
  20. Freie Stimmen, 25. Mai 1887, S. 6 – ANNO/ÖNB
  21. Mir (Klagenfurt), 10. September 1887 – dLib.si
  22. Mir (Klagenfurt), 1. Jänner 1886 – dLib.si
  23. Klagenfurter Zeitung, 15. Februar 1872, S. 3 – ANNO/ÖNB
  24. Klagenfurter Zeitung, 10. April 1885, S. 6 – ANNO/ÖNB
  25. Klagenfurter Zeitung, 24. Dezember 1876, S. 4 – ANNO/ÖNB
  26. Klagenfurter Zeitung, 12. Februar 1887, S. 3 – ANNO/ÖNB
  27. Klagenfurter Zeitung, 21. Jänner 1888, S. 5 – ANNO/ÖNB
  28. Klagenfurter Zeitung, 13. März 1891, S. 4 – ANNO/ÖNB
  29. Freie Stimmen, 16. März 1920, S. 5 – ANNO/ÖNB
  30. Klagenfurter Zeitung, 1. Juni 1872, S. 2 – ANNO/ÖNB
  31. Klagenfurter Zeitung, 12. Oktober 1889, S. 2 – ANNO/ÖNB
  32. Klagenfurter Zeitung, 30. November 1887, S. 3 – ANNO/ÖNB
  33. Mir (Klagenfurt), 20. Juni 1894 – dLib.si
  34. Kärntner Landbote, 5. Juli 1894, S. 9 – ANNO/ÖNB
  35. Klagenfurter Zeitung, 11. Dezember 1895, S. 3 – ANNO/ÖNB
  36. Kärntner Zeitung, 15. Jänner 1897, S. 5 – ANNO/ÖNB
  37. Klagenfurter Zeitung, 11. August 1899, S. 3 – ANNO/ÖNB
  38. Kärntner Zeitung, 20. April 1900, S. 2 – ANNO/ÖNB
  39. Mir (Klagenfurt), 26. April 1900 – dLib.si
  40. Mir (Klagenfurt), 2. Mai 1901 – dLib.si
  41. Villacher Zeitung, 11. Dezember 1904, S. 3 – ANNO/ÖNB
  42. Grazer Tagblatt, 6. Juli 1906, S. 7 – ANNO/ÖNB
  43. Mir (Klagenfurt), 26. Jänner 1907, S. 4 – dLib.si
  44. Freie Stimmen, 2. Juni 1918, S. 2 – ANNO/ÖNB
  45. Freie Stimmen, 10. Dezember 1918, S. 2 – ANNO/ÖNB
  46. Klagenfurter Zeitung, 10. Dezember 1918, S. 2 – ANNO/ÖNB
  47. Klagenfurter Zeitung, 4. Februar 1919, S. 1 – ANNO/ÖNB
  48. Mir (Klagenfurt), 2. September 1920 – dLib.si
  49. Kärntner Zeitung, 29. September 1921, S. 6 – ANNO/ÖNB
  50. Kärntner Zeitung, 11. Juni 1921, S. 5 – ANNO/ÖNB
  51. Kärntner Landbote, 28. August 1920, S. 6 – ANNO/ÖNB
  52. Kärntner Zeitung, 26. April 1924, S. 3 – ANNO/ÖNB
  53. Slovenski vestnik, 19. November 1952 – dLib.si
  54. Koroški Slovenec, 8. Dezember 1926 – dLib.si
  55. Koroški Slovenec, 4. September 1929 – dLib.si
  56. Koroški Slovenec, 30. April 1930 – dLib.si
  57. Koroški Slovenec, 8. April 1931 – dLib.si
  58. Koroški Slovenec, 3. August 1932 – dLib.si
  59. Kärntner Zeitung, 15. August 1935, S. 4 – ANNO/ÖNB
  60. Klagenfurter Zeitung, 10. September 1936, S. 2 – ANNO/ÖNB
  61. Kärntner Zeitung, 19. März 1938, S. 5 – ANNO/ÖNB
  62. Kärntner Zeitung, 17. Februar 1935, S. 13 – ANNO/ÖNB
  63. Kärntner Zeitung, 29. Juni 1937, S. 4 – ANNO/ÖNB
  64. Die Neue Zeit, 18. Mai 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  65. Die Neue Zeit, 19. Mai 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  66. Die Neue Zeit, 3. Dezember 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  67. Slovenski vestnik, 26. März 1965 – dLib.si
  68. Slovenski vestnik, 4. Februar 1966 – dLib.si
  69. Slovenski vestnik, 25. August 1967 – dLib.si
  70. Slovenski vestnik, 20. September 1968 – dLib.si
  71. Slovenski vestnik, 1. Mai 1970 – dLib.si
  72. Wikipedia: Gemeindereformen in Kärnten – Wikipedia
  73. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Daten und Fakten – hermagor.at
  74. Naš tednik, 19. April 1973 – dLib.si

Die Schule

Lange gingen die Görtschacher Kinder nach Förolach zur Schule. 1903 holte das Dorf die Schule „nach langer Mühe“ zu sich.

Die erste Schule der Gemeinde stand in Förolach. 1868 kaufte die Gemeinde dort die Lußnig-Keusche für Schulzwecke. 1883 stellte eine Zeitung klar, dass es keinen Ortsschulrat Görtschach gibt, sondern nur den „Ortsschulrat Förolach, Gemeinde Görtschach“. 1887 regte der Schulleiter eine Obstbaumschule für die Gemeinde an.192,193,194

1902 und 1903 baute die Gemeinde ein neues Schulhaus, nahe der Bahnhaltestelle Görtschach-Förolach. Ein Schreiber aus der Gegend berichtet 1903, die Görtschacher hätten die Schule „nach langer Mühe in ihr Dorf geholt“. Eröffnet wurde sie am 13. September 1903, schon im Juli hatte der Landesschulrat die Schule „Förolach“ in „Görtschach-Förolach“ umbenannt. Es war eine zweiklassige Volksschule. Für den Bau gab ein deutscher Schutzverein 5.000 Kronen, das Land übernahm die Zinsen für den Kredit.195,196,197,198,199,200,201

Schulaufnahme der Volksschule Görtschach, um 1940.
Schulaufnahme der Volksschule Görtschach, um 1940. Sammlung Herbert Wutti
  1. 1824

    Lehrer, Mesner und Organist

    Die Lehrerstelle an der Pfarrschule Förolach wird 1824, 1837 und 1839 ausgeschrieben. Der Lehrer ist zugleich Mesner und Organist. In diese Schule gehen auch die Görtschacher Kinder.202,203,204

  2. 1868

    400 Gulden vom Kaiser

    Kaiser Franz Joseph gibt 400 Gulden für ein Schulhaus in Förolach. 1870 ist die Schule fast ein halbes Jahr geschlossen, 1876 ist das Schulhaus für zwei Klassen eingerichtet. 1883 schenkt der Deutsche Schulverein der Schule eine Bücherei, 1890 gibt das Land 20 Gulden für einen Schulgarten.205,206,207,208

  3. 1904

    Lehrer und Oberlehrer

    Oberlehrer waren Johann Pinter (bis 1904), Karl Samonig (1904–1908), Albert Woschitz (1908–1921) und Ferdinand Janach (ab 1922, 1930 vom Landesschulrat belobt). Lehrer Leopold Pitzler unterrichtete etwa von 1904 bis 1934.209,210,211,212,213,214,215,216,217

  4. 1910

    Der Ortsschulrat

    In den neu gewählten Ortsschulrat Görtschach-Förolach kommen Besitzer aus Görtschach, Schinzengraben und Wittenig. Vorsitzender ist Nikolaus Jamritsch aus Görtschach, Mitglied ist unter anderen Thomas Rogi aus Görtschach.218

  5. 1934

    Ein neuer Lehrer

    Leute aus Görtschach klagen in einer slowenischen Zeitung, ihr Oberlehrer, ein Gailtaler, der die Kinder auch auf Slowenisch unterrichtet habe, sei aus dem Dienst entfernt worden. Nun unterrichteten zwei Lehrer ohne Slowenischkenntnisse. Welcher Lehrer gemeint ist, geht aus dem Bericht nicht hervor. Im Juli 1934 wird Oto Jonke aus Egg als Lehrer für Görtschach-Förolach ernannt.219,220

  6. 1945

    Zweisprachige Schule

    Eine Schulverordnung führt im Herbst 1945 in Egg, Görtschach, St. Stefan und Vorderberg den verpflichtenden zweisprachigen Unterricht ein: In den ersten drei Klassen wird je zur Hälfte deutsch und slowenisch unterrichtet. 1959 meldet die Schulkommission, dass in Görtschach die slowenischsprachigen Kinder vom Slowenischunterricht abgemeldet wurden. 1966/67 und 1979 ist niemand zum zweisprachigen Unterricht angemeldet.221,222,223,224,225

  7. 1953

    Klassenabbau droht

    Weil der Bund weniger Geld gibt, droht der Schule in Görtschach der Abbau einer Klasse.226

  8. 1968

    Ein renoviertes Schulhaus

    Im September 1968 übergibt Landeshauptmann Hans Sima das renovierte Schulgebäude.227

  9. 1975

    Nur noch eine Klasse

    Es wird überlegt, die nun einklassige Volksschule Görtschach-Förolach dem Schulsprengel St. Stefan zuzuteilen. 1986 und 1991 ist die Volksschule Wahllokal, 1998/99 besuchen sie 25 Kinder.228,229,230,231

Heute gibt es in Görtschach keine Volksschule mehr. Wann sie geschlossen wurde und was aus dem Schulhaus bei der Haltestelle wurde, haben wir nicht gefunden. Weißt du es? Schreib uns.232

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Klagenfurter Zeitung, 30. Mai 1868, S. 3 – ANNO/ÖNB
  2. Freie Stimmen, 16. März 1883, S. 5 – ANNO/ÖNB
  3. Klagenfurter Zeitung, 25. Dezember 1887, S. 5 – ANNO/ÖNB
  4. Klagenfurter Zeitung, 29. Dezember 1900, S. 3 – ANNO/ÖNB
  5. Villacher Zeitung, 14. Mai 1903, S. 7 – ANNO/ÖNB
  6. Mir (Klagenfurt), 11. Juni 1903 – dLib.si
  7. Freie Stimmen, 19. September 1903, S. 5 – ANNO/ÖNB
  8. Klagenfurter Zeitung, 2. Juli 1903, S. 4 – ANNO/ÖNB
  9. Grazer Tagblatt, 10. Mai 1902, S. 22 – ANNO/ÖNB
  10. Kärntner Zeitung, 30. Juli 1902, S. 3 – ANNO/ÖNB
  11. Klagenfurter Zeitung, 4. Juli 1824, S. 10 – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 29. März 1837, S. 11 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 23. Jänner 1839, S. 10 – ANNO/ÖNB
  14. Klagenfurter Zeitung, 15. Mai 1868, S. 1 – ANNO/ÖNB
  15. Klagenfurter Zeitung, 27. Februar 1876, S. 9 – ANNO/ÖNB
  16. Freie Stimmen, 29. Dezember 1883, S. 5 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 14. März 1890, S. 3 – ANNO/ÖNB
  18. Freie Stimmen, 3. August 1904, S. 4 – ANNO/ÖNB
  19. Freie Stimmen, 17. September 1904, S. 4 – ANNO/ÖNB
  20. Tagespost (Graz), 17. Oktober 1908, S. 5 – ANNO/ÖNB
  21. Freie Stimmen, 21. November 1908, S. 4 – ANNO/ÖNB
  22. Tagespost (Graz), 18. Oktober 1921, S. 3 – ANNO/ÖNB
  23. Klagenfurter Zeitung, 17. Mai 1922, S. 2 – ANNO/ÖNB
  24. Grazer Tagblatt, 18. Oktober 1930, S. 13 – ANNO/ÖNB
  25. Freie Stimmen, 27. April 1904, S. 3 – ANNO/ÖNB
  26. Freie Stimmen, 4. Jänner 1934, S. 3 – ANNO/ÖNB
  27. Kärntner Landbote, 9. April 1910, S. 7 – ANNO/ÖNB
  28. Koroški Slovenec, 19. Dezember 1934 – dLib.si
  29. Koroški Slovenec, 14. Juli 1934 – dLib.si
  30. Koroška kronika, 16. November 1945 – dLib.si
  31. Slovenski vestnik, 30. Jänner 1959 – dLib.si
  32. Slovenski vestnik, 20. März 1959 – dLib.si
  33. Naš tednik, 21. September 1967 – dLib.si
  34. Naš tednik, 30. August 1979 – dLib.si
  35. Die Neue Zeit, 24. Juni 1953, S. 4 – ANNO/ÖNB
  36. Slovenski vestnik, 20. September 1968 – dLib.si
  37. Slovenski vestnik, 7. März 1975 – dLib.si
  38. Naš tednik, 13. November 1986 – dLib.si
  39. Naš tednik, 29. November 1991 – dLib.si
  40. Naš tednik, 30. Oktober 1998 – dLib.si
  41. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Bildungseinrichtungen – hermagor.at

Bahn, Post, Strom und Telefon

1894 kam die Eisenbahn ins Dorf und mit ihr die Post. Sie veränderte Görtschach mehr als jede Zeit davor.

Die Konzession für die Gailtalbahn von Arnoldstein nach Hermagor wurde am 11. Juni 1893 erteilt. Die Haltestelle sollte zuerst „Förolach“ heißen, 1893 wurde verhandelt, sie näher an Görtschach zu rücken. Am 11. August 1894 fuhr der erste Zug. Die Haltestelle liegt bei Kilometer 22,245 auf 570 Metern Höhe. Auf den zweisprachigen Fahrplänen hieß sie „Görtschach-Förolach“ und „Goriče-Borlje“, eine ältere Frau erinnerte sich 1988 noch an die slowenische Aufschrift am Bahnhof.233,234,235,236,237

Mit Anleihen wie dieser über 100 Gulden vom 6. April 1894 wurde der Bau der Gailthalbahn bezahlt. Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei
Das Stationsgebäude Görtschach-Förolach, 2017. Foto: Liberaler Humanist, CC BY-SA 3.0
Hochzeitsgesellschaft am Bahnhof Görtschach-Förolach, um 1935.
Hochzeitsgesellschaft am Bahnhof Görtschach-Förolach, um 1935. Sammlung Herbert Wutti
  1. 1872

    Die Post kommt aus St. Stefan

    In St. Stefan wird ein Postamt eröffnet, verbunden mit der täglichen Postfahrt zwischen Arnoldstein und Hermagor. Zu seinem Bezirk gehört die ganze Gemeinde Görtschach.238

  2. 1891

    Die Bahn wird geplant

    Bei der Begehung der geplanten Strecke im November 1891 werden die Stationen festgelegt: Arnoldstein, Nötsch, Vorderberg, Görtschach-Förolach und Hermagor. Görtschach-Förolach soll für Reisende und für Fracht eingerichtet werden. Von hier führt die Bahn am Pressegger See vorbei nach Hermagor. Im August 1893 sind die Grundablösen zwischen Hermagor und Görtschach abgeschlossen.233,239,240

  3. 1892

    Unfall an der Gailbrücke

    Beim Neubau der Brücke über die Gail bei Görtschach stürzt am 29. September 1892 das Gerüst ein. Vier Arbeiter fallen hinunter, einer wird schwer verletzt, drei leichter.241,242

  4. 1894

    Bahn und Postamt

    Am 11. August 1894 wird die Gailtalbahn eröffnet. Als der Eröffnungszug kommt, dröhnen auch in Görtschach-Förolach die Böller, die Feuerwehrmusik spielt die Volkshymne, und die Schulkinder haben den Bahnhof mit Fähnchen geschmückt. Ein Reisender beschreibt die neuen Bahnhöfe „in weißer Mauertünche mit roten Falzziegeldächern“ und schreibt, er habe in Görtschach die erste Gailtalerin in Tracht gesehen. Die Fahrt von Arnoldstein nach Görtschach-Förolach kostet 94 Kreuzer, in der billigeren Klasse 47. Ab 1. September 1894 gibt es ein k. k. Postamt Görtschach für Görtschach, Förolach, Wittenig, Latschach, Dellach, Mellweg und Passriach. Ein Fußbote geht sechsmal am Tag zum Bahnhof, zweimal täglich fährt die Post nach St. Stefan. 1908 wird Lukas Michorl als „Bauer und Postmeister“ genannt.233,243,244,245,246,247,248,249

    Freie Stimmen, 14. August 1894, Seite 1. Quelle: ANNO/ÖNB
    Abschrift lesenAbschrift schließen

    Die Eröffnung der Gailthalbahn.

    — 12. August.

    … Zierde gereicht. Sollen wir die Art des Empfanges, die dem Eröffnungszuge auf allen Stationen zutheil wurde, des Langen und Breiten schildern? Wir glauben, es genügt schon eingangs zu sagen, dass gleich wie in Arnoldstein auch in Nötsch am Dobratsch, in St. Stefan-Vorderberg, in Görtschach-Förolach die Pöller dröhnten, dass die örtlichen Feuerwehrmusiken die Volkshymne spielten, die Schuljugend den Fahnenschmuck der Bahnhöfe mit ihren Schulfähnchen ergänzte und die Gemeindevertretungen und die Geistlichkeit zur Begrüßung der Regierungsvertreter erschienen waren.

    Aus dem langen Bericht über die Bahneröffnung ist nur die Stelle mit Görtschach-Förolach abgebildet: oben die Überschrift, darunter die letzten zwei Zeilen der ersten Spalte und der Anfang der zweiten Spalte. „Zierde gereicht.“ ist das Ende des vorhergehenden Satzes über das neue Hotel Lipold in Arnoldstein. Der Bericht geht danach noch lange weiter.

    Klagenfurter Zeitung, 29. August 1894, Seite 3. Quelle: ANNO/ÖNB
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    (Neues Postamt.) Mit 1. September 1894 tritt in der Ortschaft Görtschach im Gailthale ein k. k. Postamt in Wirksamkeit, welches sich mit dem Brief- und Fahrpostdienste, dann mit dem Postsparcassendienste zu befassen hat und mit dem Bahnhofe Görtschach—Förolach durch eine täglich sechsmalige Fußbotenpost, dann mit dem k. k. Post- und Telegraphenamte St. Stephan i. G. durch die zwischen dem Postamte St. Stephan i. G. und dem Postamte Görtschach i. G. täglich zweimal verkehrende Postbotenfahrt St. Stephan i. G.—Görtschach i. G. in Verbindung gesetzt wird.

    Die Meldung beginnt unten in der ersten Spalte und endet oben in der zweiten Spalte; beide Teile sind im Bild untereinander gesetzt.

  5. 1895

    Ärger um die Grundablöse

    Ein Jahr nach der Eröffnung klagen laut einer Zeitung nur noch die Görtschacher Grundbesitzer, ihr Grund sei für die Bahn zu niedrig geschätzt und noch nicht bezahlt worden. Den Eggern wird eine Zufahrt vom „Görtschacher Steg“ zum Bahnhof versprochen.250

  6. 1898

    Ein Pferd vom Zug erfasst

    Weil die kleine Lokalbahn an Wächtern und Schranken spart, wird bei Görtschach einem Bauern aus der Pfarre Mellweg ein Pferd im Wert von rund 400 Gulden vom Zug erfasst. Im selben Jahr kommt eine in Görtschach aufgegebene Postkarte an das Pfarramt St. Stefan zurück, mit dem Vermerk „retour zur Angabe einer deutschen Adresse“: Die slowenisch geschriebene Anschrift muss erst übersetzt werden. Gefährlich ist auch der steile, unbeschrankte Bahnübergang beim Dorf, schreiben Zeitungen 1897 und 1899. Schon während des Bahnbaus 1894 musste die Gendarmerie in Görtschach dafür sorgen, dass ein Haus nahe der Strecke feuersicher gemacht wurde.236,251,252,253,254

  7. 1900

    Eine Frau als Stationsvorstand

    Die Bahn spart: Am Bahnhof Görtschach-Förolach soll künftig die Frau eines hier wohnenden Bahnbeamten den Dienst des Stationsvorstands versehen. Weil sie nicht telegrafieren kann, werden die Stationen mit Telefonen nach Hermagor und Arnoldstein verbunden.255

  8. 1915

    Heeresbahn

    Ab 13. Dezember 1915 wird die Gailtalbahn als Heeresbahn bis Kötschach verlängert, für den Krieg an der nahen Front. Es gibt ein eigenes „Bahnstationsamt Görtschach-Förolach“.233,256

  9. 1924

    Strom aus dem Bergwerk

    Eine Leitung mit 6.000 Volt, gespeist vom Elektrizitätswerk des Bergbaus Förolach, bringt Strom nach Förolach, Wittenig, Görtschach und St. Stefan. Als das Bergwerk 1925 schließt, wird seine Wasserkraft weiter für Licht und Kraft genutzt. 1926 klagt ein Abgeordneter im Landtag über eine „wirtschaftliche Katastrophe“ der Dörfer durch ein gescheitertes Elektrizitätsunternehmen. Im selben Jahr gründen Vorderberg, St. Stefan und Görtschach eine eigene Genossenschaft für elektrisches Licht und Kraft, im Frühjahr 1926 werden die Masten der Hochspannungsleitung gesetzt. Die Elektrizitätsgenossenschaft gibt es noch 1951.257,258,259,260,261,262

  10. 1933

    Blitze in der Stromleitung

    Am 21. Juli 1933 schlägt der Blitz in Förolach und Görtschach mehrmals in die Masten der Stromleitung. In Häusern und Kirchen sind alle Lichter und Sicherungen kaputt.263

  11. 1936

    Das erste Telefon

    Eine Fernsprechleitung von Hermagor nach Görtschach wird gebaut. Am 15. April 1936 wird in Görtschach eine öffentliche Sprechstelle eingerichtet, im November eine zweite des „Ortsnetzes Görtschach“ in einem Gasthaus in Latschach. Eine Zeitung meldet: „Görtschach an der Gail hat sein Telefon bekommen.“ 1954 wird auf Selbstwählbetrieb umgestellt: Die kleinen Ortsnetze Görtschach und Vorderberg werden aufgelassen und an St. Stefan angeschlossen, nun kann man einander direkt anwählen.264,265,266,267

    Klagenfurter Zeitung, 18. März 1936, Seite 2. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Errichtung einer öffentlichen Sprechstelle. In Görtschach im Gailtale, politischer Bezirk Hermagor, wird am 15. April l. J. eine öffentliche Sprechstelle eröffnet werden. Das neue Fernsprechamt ist in die neue Leitung Hermagor—Görtschach i. G. als Endamt eingeschaltet. Fernsprechgebührenfeld 6966. Telegrammablagerungsamt ist Hermagor. Im Bereiche der ersten Fernzone liegen die nachbenannten Orte: Hermagor, Kerschdorf, Labientschach, Presseggersee, St. Georgen i. G., St. Stefan i. G., St. Paul i. G., Vorderberg i. G., Wertschach i. G.; in der zweiten Fernzone: Arnoldstein, Baldramsdorf, Bleiberg, Dellach a. M.-S., Döbriach, Feistritz a. d. Dr., Feistritz a. d. Gail, Ferndorf, Fresach, Gummern, Heiligengeist b. V., Kameritsch-Watschig, Kellerberg, Kirchbach i. G., Kleblach, Kreuth b. Bl., Laubendorf, Lendorf, Lind i. Dr., Maglern, Millstatt, Mittewald b. V., Molzbichl, Nötsch i. G., Obermillstatt, Paternion, Pöckau, Rattendorf, Reisach, Riegersdorf, Rothenthurn, St. Lorenzen im Gitschtale, St. Peter-Edling, Seeboden, Steinfeld i. Dr., Stockenboi, Spittal a. d. Drau, Techendorf a. W., Treffling, Unterhaus, Weidegg, Waisach, Weißenstein ob der Drau, Weißbriach, Zlan. Die Gebühr für ein gewöhnliches Dreiminutengespräch beträgt zwischen allen Orten der ersten Fernzone 55 g, zwischen allen Orten der zweiten Fernzone 80 g, zuzüglich einer Anmeldegebühr von 15 g. Die Amtsstunden für den Fernsprech-, Telegraphen- und Postdienst sind an Werktagen von 8 bis 11 und 15 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 10.30 Uhr.

  12. 1939

    Holz durch die Luft

    Über eine Seilbahn gleiten Baumstämme von der Dellacher Alm direkt zum Bahnhof Görtschach. Eines Tages reißt das Tragseil, die Stämme stürzen mit großem Lärm zu Boden. Verletzt wird niemand, obwohl gerade der Pfarrer darunter vorbeigeht. 1941 müssen slowenische Bücher aus den Vereinsbüchereien von Egg und Mellweg in Säcken zum Bahnhof Görtschach getragen werden, als Altpapier. Durch Zufall werden sie gerettet und nach 1945 zurückgegeben.268,269

  13. 1949

    Tödlicher Unfall an der Seilbahn

    Ein Betrieb hat eine eigene Materialseilbahn vom Bahnhof in den Kesselwald am Poludnig gebaut, um Holz ins Tal zu bringen. Am 7. Juni 1949 stürzt ein Mann, der mit der Seilbahn fährt, tödlich ab.270

  14. 2016

    Mit der S-Bahn nach Villach

    Seit 2016 hält die S4 Villach–Hermagor in Görtschach-Förolach, seit 2019 fährt sie elektrisch.233

Ein Triebwagen verlässt Görtschach-Förolach Richtung Hermagor, 2017. Foto: Liberaler Humanist, CC BY-SA 3.0
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Wikipedia: Gailtalbahn – Wikipedia
  2. Wiener Zeitung, 2. April 1893, S. 9 – ANNO/ÖNB
  3. Klagenfurter Zeitung, 15. April 1893, S. 3 – ANNO/ÖNB
  4. Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1898 – dLib.si
  5. Naš tednik, 23. Dezember 1988 – dLib.si
  6. Klagenfurter Zeitung, 15. Februar 1872, S. 3 – ANNO/ÖNB
  7. Klagenfurter Zeitung, 13. November 1891, S. 3 – ANNO/ÖNB
  8. Klagenfurter Zeitung, 2. August 1893, S. 4 – ANNO/ÖNB
  9. Klagenfurter Zeitung, 7. Oktober 1892, S. 2 – ANNO/ÖNB
  10. Mir (Klagenfurt), 20. Oktober 1892 – dLib.si
  11. Freie Stimmen, 14. August 1894, S. 1 – ANNO/ÖNB
  12. Dillinger’s Reisezeitung, 20. August 1894, S. 5 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 23. August 1894, S. 3 – ANNO/ÖNB
  14. Klagenfurter Zeitung, 29. August 1894, S. 3 – ANNO/ÖNB
  15. Kärntner Zeitung, 3. Juni 1894, S. 3 – ANNO/ÖNB
  16. Mir (Klagenfurt), 10. September 1894 – dLib.si
  17. Villacher Zeitung, 13. Dezember 1908, S. 4 – ANNO/ÖNB
  18. Mir (Klagenfurt), 20. August 1895 – dLib.si
  19. Mir (Klagenfurt), 10. November 1898 – dLib.si
  20. Klagenfurter Zeitung, 10. Oktober 1897, S. 4 – ANNO/ÖNB
  21. Klagenfurter Zeitung, 8. April 1899, S. 3 – ANNO/ÖNB
  22. Klagenfurter Zeitung, 7. Juli 1894, S. 4 – ANNO/ÖNB
  23. Mir (Klagenfurt), 28. Juni 1900 – dLib.si
  24. Freie Stimmen, 26. November 1915, S. 7 – ANNO/ÖNB
  25. Kärntner Zeitung, 6. Dezember 1924, S. 3 – ANNO/ÖNB
  26. Kärntner Landbote, 13. Dezember 1924, S. 3 – ANNO/ÖNB
  27. Kärntner Landbote, 11. Juli 1925, S. 5 – ANNO/ÖNB
  28. Koroški Slovenec, 10. März 1926 – dLib.si
  29. Kärntner Zeitung, 28. April 1926, S. 3 – ANNO/ÖNB
  30. Klagenfurter Zeitung, 24. März 1951, S. 7 – ANNO/ÖNB
  31. Koroški Slovenec, 2. August 1933 – dLib.si
  32. Klagenfurter Zeitung, 18. März 1936, S. 2 – ANNO/ÖNB
  33. Klagenfurter Zeitung, 15. November 1936, S. 2 – ANNO/ÖNB
  34. Koroški Slovenec, 25. November 1936 – dLib.si
  35. Die Neue Zeit, 16. September 1954, S. 4 – ANNO/ÖNB
  36. Koroški Slovenec, 7. Juni 1939 – dLib.si
  37. Koledar slovenske Koroške 1959 – dLib.si
  38. Die Neue Zeit, 9. Juni 1949, S. 5 – ANNO/ÖNB

Gail, Seebach und Pressegger See

Zwischen Gail und See: Das Wasser brachte dem Dorf Wiesen, Fische und Gäste, aber auch Hochwasser und Moos.

Görtschach liegt auf einer Geländestufe, unterhalb breitet sich der Talboden der Gail aus. Der Seebach, slowenisch Jezernica („der Bach aus dem See“), fließt 3,6 Kilometer vom Pressegger See bis Görtschach und mündet hier in die Gail. Der See ist ein Rest eines viel größeren eiszeitlichen Sees. Vor der letzten Eiszeit floss das Wasser aus dem Gitschtal über das heutige Seebecken in Richtung Görtschach ab. Die nassen Wiesen und Moose am See, die die Leute štrižabce nannten (vermutlich nach dem Sauergras, das dort wächst), waren die Grundlage der Gailtaler Pferdezucht. Zwischen Vorderberg und Görtschach lag ein Moos, auf dem im Frühjahr und Herbst Pferde weideten. Weil es früher den Grafen von St. Stefan gehörte, hieß es grofica („Gräfin-Wiese“), im Grundbuch „Grafenau“.271,272,273,274,275,276

Abendstimmung über den Wiesen bei Görtschach, 2020. Foto: Naturpuur, CC BY 4.0
  1. 1828

    Die Görtschacher Brücke

    Eine Brücke über die Gail bei Görtschach gibt es schon. 1872 bezahlt die Gemeinde sogar einen Brückenwächter, im Herbst 1872 reißt das Hochwasser die Brücke weg. 1873 bittet die Gemeinde den Landtag vergeblich um 250 Gulden für die Gailbrücke, 1892 wird sie neu gebaut.277,278,279,280,281

  2. 1848

    Flöße auf der Gail

    Die Gail ist ein Transportweg für Holz nach Süden. Ein Flößer aus Förolach, Mathias Tschoyer, beschwert sich 1848 öffentlich, Vorderberg habe ihm für sein Floß Geld abgenommen. In der Antwort heißt es, auch die Bauern von Möderndorf, Nampolach, Latschach und Görtschach hätten von den Flößen einer Triester Holzhandelsgesellschaft aus Mauthen Geld verlangt.282,283

  3. 1855

    Gerettet aus der Gail

    Am Abend des 16. Juli 1855 geht Magdalena Steiner, die Steiner-Bäuerin aus Görtschach, über den Steg aus einem einzigen Baumstamm, der unweit des Dorfes über den Durchstich der Gail führt, ein künstlich gegrabenes, gerades Flussbett. Vom Schwindel ergriffen, stürzt sie in den eine Klafter, also fast zwei Meter, tiefen Arm der Gail und wird von der Strömung mitgerissen. Auf ihre Hilferufe eilt der Görtschacher Schmiedmeister Martin Pipp herbei und zieht sie mit einer Stange heraus. Die Landesregierung spricht ihm dafür öffentlich ihre Anerkennung aus.284

    Klagenfurter Zeitung, 2. Oktober 1855, Seite 1. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Kärnten.

    Kundmachung.

    Am 16. Juli 1855, Abends, ging Magdalena Steiner, vulgo Steiner-Bäuerin in Görtschach, über den unweit des Dorfes Görtschach über den dortigen Gailfluß-Durchstich angebrachten und aus einem einzigen Baume bestehenden Steg und fiel, vom Schwindel ergriffen, in den eine Klafter tiefen Arm des Gailflusses, von dessen Wellen dieselbe fortgerissen wurde.

    Auf ihren Hilferuf eilte Martin Pipp, Schmidmeister in Görtschach, herbei, und seiner großen Anstrengung ist es gelungen, die Maria Steiner mittelst einer Stange in dem Augenblicke aus dem Wasser an das dort steile Ufer zu bringen, als dieselbe in der größten Gefahr schwebte, aus dem Gailarme in den tiefen Gailstrom fortgerissen zu werden.

    In Folge hohen Landesregierungs-Erlasses vom 24. August l. J., Z. 12.118, ist dem Martin Pipp für den durch diese Lebensrettung an den Tag gelegten Beweis menschenfreundlicher Gesinnung die hochortige Anerkennung bekannt gegeben worden.

    K. k. Bezirksamt Hermagor, am 25. Sept. 1855.

  4. 1875

    Die Gail wird reguliert

    Die Regulierung der Gail beginnt und dauert bis in die 1970er-Jahre. 1891 werden Durchstiche und Uferbauten „in der Strecke Dellach–Görtschach“ und „Görtschach–Vorderberg“ vergeben. 1921 verlangt man, auch die Strecke von der Möderndorfer bis zur Görtschacher Brücke zu regulieren. 1939 fließt die Gail zwischen Dellach und Nampolach schon tief im neuen Bett.285,286,287,288

  5. 1878

    Nur ein Kahn

    Nach dem Hochwasser Ende November 1878 ist das Gailufer tagelang nicht erreichbar. Erst am 3. Dezember ist ein Kahn fertig, mit dem die Verbindung „mit Görtschach, St. Stefan und Emmersdorf“ wiederhergestellt wird.289

  6. 1894

    Ein Bad am See

    Am 2. Juli 1894 wird in Passriach am Pressegger See die Badeanstalt des Herrn Frenzl aus Hermagor eröffnet, eine Villa ist im Bau. Ein Schreiber rühmt die Aussicht „über Borlje (Förolach), Goriče (Görtschach), Blače (Vorderberg), Čajna (Nötsch) und Bistrica (Feistritz)“ und erwartet mit der neuen Bahn viele Gäste.290

  7. 1897

    Seerosen und Schilf

    Eine Wiener Zeitung wirbt für den Pressegger See: weiße und gelbe Seerosen, am Südufer eine neue Gaststätte mit Badehütten, und „gegen Görtschach hinab“ wird der See zu einer weiten Schilfhalde.291

  8. 1905

    Abgeschnitten

    Bei Hochwasser ist die Postverbindung von Görtschach nach Egg unterbrochen.292

  9. 1907

    Der Seebach-Durchstich

    Im Namen der Grundbesitzer von Egg und Görtschach reicht Bürgermeister Florian Mörtl aus Kreuth ein Projekt ein, das „Görtschach-Förolacher Moos“ trockenzulegen. Die Begehung beginnt am Bahnhof Görtschach. Die neue Wassergenossenschaft Görtschach-Förolach schreibt die Erd-, Rodungs- und Pflasterarbeiten für den „Durchstich des Seebaches“ aus. Der Landtag rechnet 1908 mit 42.000 Kronen und gibt Beiträge. 1909 fördert die Landwirtschaftsgesellschaft die Bodenverbesserung Görtschach-Förolach, Weiden und Moore werden entwässert, mit über 9.000 Kronen.293,294,295,296

  10. 1917

    Drei Stunden im Hochwasser

    Nach tagelangem Regen überflutet die Gail am 28. und 29. Oktober 1917 fast das ganze Tal bei Vorderberg. Die 15-jährige Helena Kröpfl war in Görtschach auf dem Markt (semenj) bei ihrer Schwester gewesen, der 17-jährige Knecht Rihard Pip bringt sie mit dem Fuhrwerk heim. Schon in Görtschach steht das Pferd knietief im Wasser. Kurz vor Vorderberg reißt die Strömung es weg. Der Bursche setzt das Mädchen aufs Pferd und hält es drei Stunden lang am Zaum fest, dann verlassen ihn die Kräfte und er ertrinkt. Das Mädchen wird von einem Baum aus gerettet. Den Toten findet man nach drei Tagen, er wird nach Görtschach gebracht und am Samstag begraben.297

  11. 1926

    Das kälteste Eck im Land

    „Bekanntlich hat die Gegend zwischen Vorderberg und Görtschach das tiefste Jahresmittel im Lande“, schreibt eine Zeitung im Jänner 1926. Am 12. und 13. Jänner zeigt das Thermometer auf freiem Feld minus 24 Grad Réaumur, das sind minus 30 Grad Celsius. Den Leuten frieren Ohren, Wangen und Nasen, und am 14. Jänner liegen 70 Zentimeter Schnee.298

    Kärntner Zeitung (Kärntner Tagblatt), 17. Jänner 1926, Seite 9. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Möll- und Gailtal.

    Vorderberg im Gailtale. (Grimmige Kälte. — Schnee.) Am 12. und 13. Jänner war hier seit vielen Jahren die grimmigste Kälte. Das Thermometer zeigte auf freiem Felde, über welches ein eisiger Ostwind wehte, — 24 Grad Reaumur. Leuten, welche notgedrungen ins Freie mußten, froren die Ohren, Wangen und Nasen. Bekanntlich hat die Gegend zwischen Vorderberg und Görtschach das tiefste Jahresmittel im Lande. Am 14. Jänner hatten wir aber um 4 Uhr nachmittags schon 70 Zentimeter Schnee. „Die Fuhrleut' sind draußen und jauchzen schon!“ singt nun zutreffend der Gailtaler.

    ANNO führt die Ausgabe als „Kärntner Zeitung“; im Seitenkopf steht „Kärntner Tagblatt“. „— 24 Grad Reaumur“ heißt minus 24 Grad Réaumur, das sind minus 30 Grad Celsius.

  12. 1933

    Die Gail tritt über die Ufer

    Am 23. Juni 1933 überschwemmt die Gail die Wiesen zwischen Görtschach und Vorderberg.299

  13. 1951

    Lawinenwinter und Hochwasser

    Im Februar 1951 richten die Schneemassen in St. Stefan, Vorderberg und Görtschach große Schäden an. Im November reißt die Gail im Tal acht Brücken weg. Die Gailbrücken der Gemeinde Görtschach werden gesperrt, der Abfluss des Pressegger Sees beschädigt die Brücke an der Straße nach Latschach, und die Bahn zwischen Nieselach und Görtschach-Förolach steht unter Wasser. 1952 überschwemmt der Abfluss des Sees die Auen, der Steg bei Görtschach ist nur notdürftig repariert und nicht begehbar. Im Oktober 1953 ist die Straße nach Latschach wieder überflutet.274,300,301,302,303

  14. 1955

    Die erste Wasserleitung

    „Die Wasserversorgung lässt sehr viel zu wünschen übrig“, hieß es 1954. Nach dem Großbrand vom April 1955 baut die Wasserwerksgenossenschaft eine Leitung: Das Wasser wird östlich des Ortes gefasst und in einen Hochbehälter mit 150.000 Litern gepumpt. Einzelheiten stehen auf unserer Seite Geschichte der Feuerwehr.304,305

  15. 1965

    Der See wird gerettet

    Ein Wasserverband baut Kanäle rund um den Pressegger See und eine Kläranlage im Gemeindegebiet von Görtschach. 1970 wird der See Landschaftsschutzgebiet.271,306

  16. 2002

    Das Görtschacher Moos

    Das „Görtschacher Moos – Obermoos“ wird Vogelschutzgebiet und Europaschutzgebiet (Natura 2000). Die Gail fließt hier rund 14 Kilometer durch. Von 2010 bis 2014 wird sie im LIFE-Projekt „Gail“ wieder naturnäher gestaltet.307,308

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Wikipedia: Pressegger See – Wikipedia
  2. Mir (Klagenfurt), 26. August 1911 – dLib.si
  3. Wikipedia: Hermagor-Pressegger See, Abschnitt Pressegger See (Entstehung) – Wikipedia
  4. Slovenski vestnik, 19. November 1952 – dLib.si
  5. Koledar slovenske Koroške 1961 (Flurname „strižabce“) – dLib.si
  6. Koroški Slovenec, 3. Jänner 1936 – dLib.si
  7. Wiener Zeitung, 30. Jänner 1828, S. 18 – ANNO/ÖNB
  8. Klagenfurter Zeitung, 22. Februar 1872, S. 5 – ANNO/ÖNB
  9. Klagenfurter Zeitung, 20. Dezember 1872, S. 2 – ANNO/ÖNB
  10. Süddeutsche Post, 25. Dezember 1873, S. 2 – ANNO/ÖNB
  11. Klagenfurter Zeitung, 7. Oktober 1892, S. 2 – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 31. Oktober 1848, S. 12 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 9. Jänner 1849, S. 5 – ANNO/ÖNB
  14. Klagenfurter Zeitung, 2. Oktober 1855, S. 1 – ANNO/ÖNB
  15. Bezirkshauptmannschaft Hermagor: Chronik des Bezirkes – ktn.gv.at
  16. Klagenfurter Zeitung, 4. Jänner 1891, S. 5 – ANNO/ÖNB
  17. Kärntner Zeitung, 9. April 1921, S. 3 – ANNO/ÖNB
  18. Koroški Slovenec, 7. Juni 1939 – dLib.si
  19. Blätter aus Kärnten, 12. Dezember 1878, S. 6 – ANNO/ÖNB
  20. Mir (Klagenfurt), 20. Juli 1894 – dLib.si
  21. Neuigkeits-Welt-Blatt, 29. Juli 1897, S. 9 – ANNO/ÖNB
  22. Mir (Klagenfurt), 23. November 1905 – dLib.si
  23. Freie Stimmen, 1. Juni 1907, S. 6 – ANNO/ÖNB
  24. Kärntner Zeitung, 12. Juli 1907, S. 5 – ANNO/ÖNB
  25. Freie Stimmen, 16. September 1908, S. 8 – ANNO/ÖNB
  26. Mir (Klagenfurt), 15. Mai 1909 – dLib.si
  27. Mir (Klagenfurt), 16. November 1917 – dLib.si
  28. Kärntner Zeitung, 17. Jänner 1926, S. 9 – ANNO/ÖNB
  29. Kärntner Landbote, 1. Juli 1933, S. 5 – ANNO/ÖNB
  30. Wiener Zeitung, 8. Februar 1951, S. 4 – ANNO/ÖNB
  31. Die Neue Zeit, 10. November 1951, S. 5 – ANNO/ÖNB
  32. Die Neue Zeit, 14. November 1951, S. 5 – ANNO/ÖNB
  33. Die Neue Zeit, 29. Oktober 1953, S. 3 – ANNO/ÖNB
  34. Die Neue Zeit, 18. Mai 1954, S. 3 – ANNO/ÖNB
  35. Die Neue Zeit, 3. Dezember 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  36. Slovenski vestnik, 26. März 1965 – dLib.si
  37. EUNIS, Natura-2000-Gebiet AT2116000 „Görtschacher Moos – Obermoos“ – EUNIS
  38. Bundesministerium (BMLUK): LIFE-Projekt Gail – bmluk.gv.at

Ein Dorf, das oft gebrannt hat

„Seit 1878 nicht weniger als acht Brände“, schrieb eine Zeitung 1911. Kaum ein Haus im alten Dorf ist älter als 1900.309,310

Holzbauten, eng aneinander, Heu und Getreide unter dem Dach, Blitze aus den Gewittern über den Karnischen Alpen, dazu Wind und zu wenig Wasser: Görtschach hat im 19. und frühen 20. Jahrhundert immer wieder gebrannt. 1887 wurden in einer Osternacht fast 30 Häuser eingeäschert, 1898 schlug der Blitz ein und 22 Wohnhäuser brannten ab, 1911 nach einem Blitzschlag 19 Häuser und 18 Wirtschaftsgebäude. Danach bauten die Görtschacher anders: In den 1930er-Jahren waren in der Gemeinde rund 70 Prozent der Gebäude aus Stein. Das heutige Ortsbild ist darum großteils jünger als 1900.311,312,313,314

Aus dieser Not heraus gründeten die Görtschacher 1888 ihre Feuerwehr. Alle Brände mit Zeitungsausschnitten, Abschriften und Übersetzungen stehen auf unserer Seite Geschichte der Feuerwehr.315,316

  • 1868 Beim Brand in St. Stefan hilft schon eine Görtschacher Spritze mit, 20 Jahre vor der Gründung der Feuerwehr.317
  • 1869 Förolach, „das zur Ortsgemeinde Görtschach gehörige Dorf“, brennt fast ganz ab. Der Kaiser spendet den Abgebrannten 1.000 Gulden.318,319
  • 1875 Görtschacher eilen zum Brand nach Vorderberg, bei dem 22 Wohnhäuser verbrennen. 1876 hilft die „Feuerwehr von Görtschach“ in Mellweg.320,321
  • 1882 Waldbrand bei Ob-Förolach.322
  • 1883 Vier Gebäude in Görtschach brennen, sieben Fahrspritzen helfen.323
  • 1885 Einem Bauern brennen Haus und Wirtschaftsgebäude ab, eine Frau erleidet schwere Brandwunden.324
  • 1886 Brand beim vulgo Badstübler (Hausname).325
  • 1887 Der Osterbrand: fast 30 Häuser, danach die Kaiserspende und die „Kaiserlinde“.311
  • 1888 Sechs Gebäude brennen ab.326
  • 1892 Der Blitz entzündet eine Harpfe (kozolec, Gerüst zum Trocknen von Heu und Getreide).327,328
  • 1893 Bei einem Waldbrand bei Pölland müssen die Gemeinden Görtschach und Vorderberg mithelfen.329
  • 1898 Blitzbrand, 22 Wohnhäuser, nur zwölf bleiben stehen. Im November brennt in Wittenig das Wohnhaus des Franz Dekan ab.312,330
  • 1900 Im Schinzengraben brennt eine Schupfe mit dem Futter für den Winter.331
  • 1903 In der Nacht auf den 26. Juni brennt Förolach: „Nun liegt wiederum fast eine ganze Ortschaft in Asche.“332
  • 1906 Zwei Brände im Oktober. Beim zweiten brennt das Wirtschaftsgebäude des Gastwirts Rudolf Dekan, man vermutet Brandstiftung.333,334
  • 1907 Ein Wirtschaftsgebäude brennt.313
  • 1910 Im Oktober brennen Bauernhäuser, laut „Mir“ drei.313
  • 1911 Blitzbrand mit 37 Gebäuden, eine alte Frau stirbt.335
  • 1921 Ein Waldbrand bei Förolach breitet sich auf fast 500 Joch aus, rund 290 Hektar. Soldaten des Bundesheeres helfen beim Löschen.336,337
  • 1948 Funken einer Dampflokomotive setzen zwischen Nieselach und Görtschach drei Hektar Fichtenwald in Brand.338
  • 1954 Brand am Karsamstag.339
  • 1955 Großbrand am Ostermontag, sieben Gebäude, danach die Wasserleitung.340,341
  • 2020 Ein Blitz trifft ein freistehendes Wirtschaftsgebäude, rund 80 Einsatzkräfte.342
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Mir (Klagenfurt), 16. September 1911 – dLib.si
  2. Kärntner Zeitung, 6. September 1911, S. 4 – ANNO/ÖNB
  3. Mir (Klagenfurt), 10. Mai 1887 – dLib.si
  4. Klagenfurter Zeitung, 31. Juli 1898, S. 4 – ANNO/ÖNB
  5. Mir (Klagenfurt), 26. August 1911 – dLib.si
  6. Carinthia I 125 (1935), S. 250 und 261 (Steinbau) – ANNO/ÖNB
  7. Klagenfurter Zeitung, 4. Mai 1888, S. 3 – ANNO/ÖNB
  8. Freiwillige Feuerwehr Görtschach: Geschichte der Feuerwehr
  9. Klagenfurter Zeitung, 27. November 1868, S. 4 – ANNO/ÖNB
  10. Klagenfurter Zeitung, 7. Oktober 1869, S. 4 – ANNO/ÖNB
  11. Klagenfurter Zeitung, 24. Oktober 1869, S. 6 – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 23. September 1875, S. 3 – ANNO/ÖNB
  13. Klagenfurter Zeitung, 23. September 1876, S. 3 – ANNO/ÖNB
  14. Die Presse, 15. Februar 1882, S. 4 – ANNO/ÖNB
  15. Freie Stimmen, 26. Oktober 1883, S. 2 – ANNO/ÖNB
  16. Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1885 – dLib.si
  17. Freie Stimmen, 6. März 1886, S. 5 – ANNO/ÖNB
  18. Mir (Klagenfurt), 10. August 1888 – dLib.si
  19. Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1892 – dLib.si
  20. Klagenfurter Zeitung, 16. Juli 1892, S. 4 – ANNO/ÖNB
  21. Klagenfurter Zeitung, 27. April 1893, S. 4 – ANNO/ÖNB
  22. Klagenfurter Zeitung, 16. November 1898, S. 4 – ANNO/ÖNB
  23. Klagenfurter Zeitung, 4. August 1900, S. 4 – ANNO/ÖNB
  24. Klagenfurter Zeitung, 12. Juli 1903, S. 4 – ANNO/ÖNB
  25. Grazer Tagblatt, 12. Oktober 1906, S. 12 – ANNO/ÖNB
  26. Grazer Tagblatt, 14. Oktober 1906, S. 9 – ANNO/ÖNB
  27. Klagenfurter Zeitung, 24. August 1911, S. 4 – ANNO/ÖNB
  28. Wiener Zeitung, 16. September 1921, S. 3 – ANNO/ÖNB
  29. (Linzer) Tages-Post, 15. September 1921, S. 2 – ANNO/ÖNB
  30. Welt am Abend, 16. April 1948, S. 3 – ANNO/ÖNB
  31. Die Neue Zeit, 22. April 1954, S. 4 – ANNO/ÖNB
  32. Die Neue Zeit, 20. April 1955, S. 3 – ANNO/ÖNB
  33. Die Neue Zeit, 3. Dezember 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  34. Gailtal Journal, 17. September 2020: „Wirtschaftsgebäudebrand in Görtschach“ – gailtal-journal.at

Bauern, Handwerk und Gasthäuser

Görtschach war ein Bauerndorf. Wovon die Leute lebten, erzählen Urkunden, Kundmachungen und kleine Zeitungsmeldungen.

Die meisten Familien lebten von Äckern im Görtschacher Feld, von den Wiesen und Mösern an Gail und See, vom Vieh auf der Alm und vom Wald. Schon 1633 ist eine Mühle am Schinzenbach belegt. Die Höfe hatten Hausnamen, etwa Sämer (16. Jahrhundert), Matenč, Neuhauser, Ribič, Stefanitsch, Steiner, Jurnovc, Ferlič, Lenček, Druml, Kurej, Pogrejc, Mostnar, Potočnik oder Čegla. In Wittenig sind Skina (1466), Žnidar und Vulega bekannt.343,344,345,346,347,348,349,350,351,352,353,354,355

  1. 1858

    Krieg gegen die Maikäfer

    Die Engerlinge, die Larven der Maikäfer, haben im Gailtal über 2.000 Vierling Getreide vernichtet. 1858 sammeln die Gemeinden deshalb Maikäfer, in Görtschach 116 „Viertel“, in Egg 332.356

  2. 1873

    Lichtbraune Stuten

    Pferdezucht ist ein wichtiger Erwerb im Tal. Bei der Prämierung der Zuchtstuten 1873 werden zwei Görtschacher ausgezeichnet, Johann Erschnigg vulgo Erschnigger und Michael Jost vulgo Panlitsch, beide mit lichtbraunen Stuten. 1874 kommen 25 Mitglieder des landwirtschaftlichen Gauvereins Egg zu einer Versammlung nach Görtschach, 1898 gibt es einen eigenen Pferdezuchtverein Görtschach.357,358,359

  3. 1887

    Ein Hagel wie nie

    Am Samstag, 23. Juli 1887, um zehn Uhr vormittags geht nach einem schweren Gewitter ein Hagel nieder, wie ihn auch die Alten nicht kennen. Die Körner haben fünf bis sechs Zentimeter Durchmesser, 13 davon wiegen ein Kilo. Alle Feldfrüchte sind vernichtet, am schwersten getroffen sind Passriach, Mellweg, Förolach und Görtschach. Für das Dorf ist es das zweite Unglück nach dem Osterbrand im selben Jahr.360

  4. 1887

    Obstbäume gegen den Schnaps

    Auf Anregung des Förolacher Schulleiters beschließt die Gemeindevertretung eine große Obstbaumschule. Die Bauern sollen junge Bäume gratis bekommen und mehr Most machen, um „dem Uebergenusse des Branntweines“ entgegenzuwirken, und so auch eine neue Einnahme haben. Landespräsident Baron Schmidt-Zabiérow erlaubt, dass die Obstbaumschule seinen Namen führt.361

    Klagenfurter Zeitung, 25. Dezember 1887, Seite 5. Quelle: ANNO/ÖNB
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    (Obstbaumschule.) Die Gemeindevertretung von Görtschach im Gailthale hat kürzlich auf Anregung des Schulleiters in Förolach die Anlage einer großen Obstbaumschule beschlossen, um die dortigen Besitzer mit jungen Bäumchen unentgeltlich zu betheilen und hiedurch die wünschenswerthe Hebung der Obstbaumzucht in der dortigen Gemeinde zu bewirken. Dieser, im Interesse des öffentlichen Wohles gefaßte, Beschluß wird gewiß die segensreichsten Folgen nach sich ziehen, da eine ausgedehnte Obstcultur nicht blos ein besonders geeignetes Mittel bildet, um durch Mosterzeugung dem Uebergenusse des Branntweines entgegenzuwirken, sondern dadurch den Grundbesitzern eine neue Erwerbsquelle eröffnet wird. Der Herr k. k. Landespräsident Baron Schmidt-Zabiérow hat daher auf den Wunsch der Gemeindevertretung in Görtschach gestattet, daß diese Obstbaumschule seinen Namen führe.

    Die Meldung beginnt unten in der ersten Spalte und endet oben in der zweiten Spalte; beide Teile sind im Bild untereinander gesetzt.

  5. 1893

    Kein Schnaps

    „Die ganze Gemeinde Görtschach besitzt nun kein Gasthaus mehr, wo Brantwein ausgeschenkt wird“, meldet die Klagenfurter Zeitung im August 1893. Die Gemeinde hat vier Gasthäuser, bei allen ist die Konzession für den Schnaps verfallen. Eine slowenische Zeitung nennt das „nachahmenswert“.362,363

    Klagenfurter Zeitung, 2. August 1893, Seite 4. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Aus dem Gailthale, 31. Juli. (Gailthalbahn. — Scheintodt. — Abnahme der Singvögel. — Ernte. — Vom Brantweine.) Auf der Strecke der zukünftigen Gailthalbahn ist gegenwärtig die Enteignungs-Commission bezüglich der Grundeinlösung thätig. In der vorigen Woche wurde der Theil von Hermagor bis Görtschach fertiggestellt. Vielseitig hat man durch die Schätzungen Enttäuschungen erfahren. — Am vorigen Sonntage starb in Förolach ein kleines Kind, das um 5 Uhr früh aufgebahrt wurde. Zum größten Erstaunen der Hausleute erwachte es aber während des Gottesdienstes gegen 9 Uhr vormittags wieder, um kurze Zeit darauf abermals zu entschlummern. Nun erst war es wirklich todt, wovon man sich durch vielseitig angestellte Belebungsversuche überzeugte. — Bereits seit einigen Jahren wird in unserem Thale eine stete Abnahme der Singvögel bemerkt. Selbst die Zahl der Schwalben wird von Jahr zu Jahr geringer. In manchen Dörfern werden in der Hälfte der Häuser keine Schwalbennester mehr gefunden. In einigen Orten sind die Schwalben ganz ausgeblieben. Die Schwalben genießen auch hier den besonderen Schutz der Bewohner und von einer Verfolgung von dieser Seite kann natürlich keine Rede sein. Die Ursache dieser traurigen Erscheinung liegt einfach darin, dass immer weniger Schwalben im Frühjahre zurückkehren; der größte Theil wurde von den unbarmherzigen Wällischen verzehrt. — Die Getreide-Ernte ist größtentheils beendet und hat recht befriedigt. Die alten Bauern behaupten, noch nie so vorzügliches Getreide eingeheimst zu haben, als heuer. — Die ganze Gemeinde Görtschach besitzt nun kein Gasthaus mehr, wo Brantwein ausgeschenkt wird. Diese Gemeinde hat vier Gasthäuser und bei sämmtlichen ist durch eingetretene Umstände die Concession verfallen.

  6. 1894

    Ein Vortrag über Viehzucht

    Am 7. Oktober 1894 schickt die Kärntner Landwirtschaftsgesellschaft ihren Sekretär nach Görtschach, der vor 82 Zuhörern über Viehzucht spricht, auf Deutsch.364

  7. 1897

    Eine eigene Kasse

    Für Möschach, Hermagor, Egg und Görtschach wird ein „Spar- und Darlehenskassen-Verein“ gegründet, eine Genossenschaft nach Raiffeisen mit Sitz in Vellach. Zum ersten Mal können die Bauern dort günstig Geld leihen. Am 5. Jänner 1902 gründen 25 Besitzer in Görtschach selbst einen Raiffeisen-Kassenverein, angeregt vom St. Stefaner Oberlehrer Johann Krebitz und geleitet von Postmeister Lukas Michorl.365,366

  8. 1904

    Wirt, Kaufmann, Holzhändler

    Rudolf Dekan ist „Wirt, Kaufmann und Holzhändler in Görtschach“ und zugleich Kommandant der Feuerwehr. 1908 findet in seinem Gasthaus die amtliche Zuchttierkörung für den Bezirk Hermagor statt. In Förolach arbeitet Simon Hebein als Gerber- und Lederermeister, Forstbesitzer Arthur Rainer wird 1904 und 1907 in Görtschach genannt.367,368,369,370,371,372

  9. 1909

    400 Pferde in Vorderberg

    Zum Pferdemarkt in Vorderberg am ersten Montag im September 1909 treiben die Bauern aus Vorderberg, Görtschach, Feistritz und anderen Orten rund 400 Pferde auf, meist Fohlen. 1911 herrscht die Maul- und Klauenseuche auch in Görtschach, in fünf Ställen. In der ganzen Gemeinde sind zeitweise 19 Höfe betroffen, elf davon in Förolach.373,374,375

  10. 1911

    Gemeinsam für das Heu

    Einen Monat nach dem großen Brand vom 22. August 1911 wird die „Landwirtschaftliche Heugenossenschaft in Görtschach und Umgebung“ gegründet. Im Vorstand sitzen Bauern aus Nampolach, Görtschach, Latschach und Wittenig, unter ihnen Thomas Fritz vulgo Badstübler aus Görtschach.376

  11. 1913

    Sommerfrische

    Ein Bäderführer beschreibt Görtschach „in unmittelbarer Nähe der Bahnstation“ mit waldreicher Umgebung und Ausflügen zum Pressegger See. Förolach gilt als einfache Sommerfrische, am See gibt es ein Seebad und den Gasthof Seewirt.377

  12. 1921

    Der Bergbau Förolach

    Nordwestlich von Förolach lässt ein Unternehmer namens Aichelburg in 662 Metern Höhe einen Stollen Richtung Graslitzen schlagen, um Blei zu finden. Verwalter ist Roman Pichler. 1925 wird der Bergbau stillgelegt, sein Elektrizitätswerk versorgt danach das Dorf mit Strom.378,379,380,381

  13. 1929

    Sommerfrische am See

    Wiener Zeitungen empfehlen Görtschach als Sommerfrische. 1929 nennen sie „am Pressegger-See in Görtschach-Förolach die Gasthöfe Lukas Michorl, Assinger, Pipp“, die Pension um 6 bis 7 Schilling, das Wasser hat 20 bis 25 Grad. In Latschach am See gibt es Ferienheime für Jugendliche, in Presseggen eine Tabaktrafik für die Saison.382,383,384,385

    Neues Wiener Tagblatt, 21. Juni 1929, Seite 16. Quelle: ANNO/ÖNB
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    Reiseauskunftei.

    (Alle Anfragen werden unentgeltlich beantwortet.)

    Peter Vecs. Am Pressegger-See in Görtschach-Förolach die Gasthöfe Lukas Michorl, Assinger, Pipp (Pension 6 bis 7 S). Wassertemperatur 20 bis 25 Grad.

    Antwort der Rubrik „Reiseauskunftei“ an den Leser Peter Vecs. Oben die Rubriküberschrift, die in der Zeitung in der linken Nachbarspalte steht, darunter die Antwort. „S“ steht für Schilling.

  14. 1935

    Gasthäuser im Dorf

    Genannt werden der Gasthof Pipp (schon 1906 tagt man „bei Herrn M. Pipp“) und der Gasthof „Post“ in Görtschach, in Förolach die Gasthöfe Assinger, Loik und Pitzler und das Gasthaus vulgo Schmied (Hausname). Der erste Gasthof in Görtschach selbst, von dem die Zeitungen berichten, ist 1896 der des Rudolf Dekan. In Förolach gab es schon 1844 einen Wirt, Joseph Hebein.377,386,387,388,389,390,391,392

  15. 1949

    Höfe geben auf

    Zwischen 1949 und 1965 sinkt die Zahl der Bauernhöfe in Görtschach und den Nachbargemeinden um rund ein Viertel. Die Betriebe sind zu klein, um eine Familie zu ernähren. Viele finden Arbeit im Fremdenverkehr, der in den 1960er-Jahren stark wächst.393,394,395

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Urkunde vom 21. März 1432, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0931 – Monasterium.net
  2. Urkunde vom 17. Februar 1633, Kärntner Landesarchiv, AUR 418-B-C 3972 – Monasterium.net
  3. Urkunde vom 10. Dezember 1551, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0939 – Monasterium.net
  4. Mir (Klagenfurt), 26. Jänner 1907, S. 4 – dLib.si
  5. Klagenfurter Zeitung, 31. Juli 1898, S. 4 – ANNO/ÖNB
  6. Klagenfurter Zeitung, 10. Jänner 1892, S. 4 – ANNO/ÖNB
  7. Klagenfurter Zeitung, 2. Oktober 1855, S. 1 – ANNO/ÖNB
  8. Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1899, S. 2–3 – dLib.si
  9. Naš tednik, 30. September 1965 – dLib.si
  10. Mir (Klagenfurt), 11. Jänner 1900, S. 2 – dLib.si
  11. Urkunde vom 15. Juni 1466, Archiv der Diözese Gurk, ADG Urk P0933 – Monasterium.net
  12. Koledar slovenske Koroške 1951 (Majar „vom vulgo Žnidar in Vitenče“) – dLib.si
  13. Klagenfurter Zeitung, 4. November 1898, S. 3 – ANNO/ÖNB
  14. Klagenfurter Zeitung, 30. Juli 1860, S. 3 – ANNO/ÖNB
  15. Klagenfurter Zeitung, 10. Oktober 1873, S. 5 – ANNO/ÖNB
  16. Süddeutsche Post, 3. Mai 1874, S. 3 – ANNO/ÖNB
  17. Klagenfurter Zeitung, 15. März 1898, S. 1 – ANNO/ÖNB
  18. Mir (Klagenfurt), 10. August 1887 – dLib.si
  19. Klagenfurter Zeitung, 25. Dezember 1887, S. 5 – ANNO/ÖNB
  20. Klagenfurter Zeitung, 2. August 1893, S. 4 – ANNO/ÖNB
  21. Mir (Klagenfurt), 10. August 1893 – dLib.si
  22. Mir (Klagenfurt), 20. November 1894 – dLib.si
  23. Klagenfurter Zeitung, 24. März 1897, S. 6 – ANNO/ÖNB
  24. Klagenfurter Zeitung, 15. Jänner 1902, S. 4 – ANNO/ÖNB
  25. Klagenfurter Zeitung, 7. Juli 1904, S. 7 – ANNO/ÖNB
  26. Fromme’s Österreichischer Feuerwehr-Kalender, Jahrbuch 1906, S. 72 – ANNO/ÖNB
  27. Mir (Klagenfurt), 22. Februar 1908 – dLib.si
  28. Freie Stimmen, 2. August 1894, S. 2 – ANNO/ÖNB
  29. Villacher Zeitung, 11. Dezember 1904, S. 3 – ANNO/ÖNB
  30. Freie Stimmen, 9. Jänner 1907, S. 6 – ANNO/ÖNB
  31. Mir (Klagenfurt), 18. September 1909 – dLib.si
  32. Mir (Klagenfurt), 11. November 1911 – dLib.si
  33. Klagenfurter Zeitung, 12. Dezember 1911, S. 7 – ANNO/ÖNB
  34. Klagenfurter Zeitung, 22. September 1911, S. 6 – ANNO/ÖNB
  35. Illustrierter Wegweiser durch die österreichischen Kurorte, Sommerfrischen und Winterstationen: Kärnten (1913), S. 47 und 52 – ANNO/ÖNB
  36. Carinthia I 177 (1987), S. 448 (ANNO/ÖNB)
  37. Kärntner Zeitung, 26. November 1921, S. 4 – ANNO/ÖNB
  38. Kärntner Zeitung, 24. Juli 1927, S. 10 – ANNO/ÖNB
  39. Kärntner Landbote, 11. Juli 1925, S. 5 – ANNO/ÖNB
  40. Neues Wiener Tagblatt, 21. Juni 1929, S. 16 – ANNO/ÖNB
  41. Neues Wiener Tagblatt, 7. April 1927, S. 31 – ANNO/ÖNB
  42. Grazer Tagblatt, 9. April 1932, S. 13 – ANNO/ÖNB
  43. Kärntner Zeitung, 19. Oktober 1930, S. 5 – ANNO/ÖNB
  44. Klagenfurter Zeitung, 13. Oktober 1935, S. 4 – ANNO/ÖNB
  45. Freie Stimmen, 23. Juni 1906, S. 6 – ANNO/ÖNB
  46. Alpenländische Rundschau, 28. Jänner 1939, S. 11 – ANNO/ÖNB
  47. Arbeiterwille, 5. Mai 1907, S. 11 – ANNO/ÖNB
  48. Kärntner Zeitung, 25. April 1907, S. 3 – ANNO/ÖNB
  49. Freie Stimmen, 27. August 1896, S. 3 – ANNO/ÖNB
  50. Klagenfurter Zeitung, 14. Juli 1844, S. 20 – ANNO/ÖNB
  51. Slovenski vestnik, 25. September 1964 – dLib.si
  52. Slovenski vestnik, 8. April 1966 – dLib.si
  53. Slovenski vestnik, 25. August 1967 – dLib.si

Zwei Sprachen im Dorf

Über Jahrhunderte sprachen die meisten Görtschacher im Alltag Slowenisch, mit den Ämtern und in der Schule zunehmend Deutsch. Heute erinnern vor allem Haus- und Flurnamen daran.

Zur Einordnung: In diesem Abschnitt geht es um die Sprache, die die Menschen im Alltag gesprochen haben, nicht um Herkunft oder Gesinnung. Die Zahlen stammen aus den Volkszählungen, die nach der „Umgangssprache“ fragten. Die Zählweise änderte sich oft, deshalb springen die Zahlen. Wo Zeitungen etwas bewerten, geben wir ihre Sicht nur wieder.

Görtschach liegt im Unteren Gailtal, das bis ins 20. Jahrhundert überwiegend slowenischsprachig war. Ein Gedenkartikel zu Matija Majars 100. Geburtstag schrieb 1909, er sei in Görtschach geboren, „gerade an der Grenze“, gemeint war die Sprachgrenze. Viele Wörter des Alltags, die Hausnamen und die Flurnamen sind bis heute slowenischen Ursprungs, etwa die Namen der Nachbardörfer, die Görtschacher Alm (Goriška planina) oder das Moos grofica („Gräfin-Wiese“).396,397,398,399,400,401

JahrOrtEinwohnerUmgangssprache SlowenischUmgangssprache Deutsch
1880Dorf Görtschach3133058396
1890Gemeinde6436384402,403
1900Gemeinde66563827404
1910Dorf Görtschach27425717397
1910Gemeinde60153962397,404
1923Gemeinde603341262405
1951Gemeinde563234 deutsch, 320 deutsch-slowenisch, 9 slowenisch-deutsch406
  1. 1883

    Streit um die Schulsprache

    Lehrer, Pfarrer und Ortsschulrat in Förolach unterschreiben ein Rundschreiben für „deutsch-slowenische Schulen“ nicht. Eine slowenische Zeitung zitiert: „Unsere Leute wollen katholische, zuerst slowenische und erst dann deutsche Schulen.“407

  2. 1887

    Zwischen den Schulvereinen

    Der Gemeindeausschuss beschließt 1887 gemeinsam mit St. Stefan, der neuen Ortsgruppe des Deutschen Schulvereins beizutreten, als Antwort auf den slowenischen Schulverein der heiligen Kyrill und Method, der ins Gailtal komme. Am 2. Februar 1888 erklärt die Gemeindevertretung mit 11 zu 1 Stimmen, sie sei mit den bestehenden Schulgesetzen „auf das allerbeste zufrieden“, im September 1888 noch einmal einstimmig.408,409,410

  3. 1896

    Gemeinsam gefeiert

    Zum Geburtstag des Kaisers am 18. August 1896 feiern Männer und Frauen aus Görtschach und Umgebung im Gasthof Dekan, mit Böllern und Volkshymne. „Deutsche und Slovenen unterhielten sich vereint auf das Prächtigste“, schreibt eine Zeitung.411

  4. 1898

    Zweisprachige Schilder

    Auf den Bahnhöfen der Gailtalbahn erscheinen slowenische Aufschriften, der Fahrplan nennt die Haltestelle „Görtschach-Förolach“ und „Goriče-Borlje“. Eine slowenisch adressierte Postkarte aus Görtschach kommt dagegen „retour zur Angabe einer deutschen Adresse“ zurück. 1916 protestieren sechs Gailtaler Gemeinden gegen die zweisprachigen Aufschriften der Bahn: Egg, Görtschach, Möschach, St. Stefan, Vorderberg und Emmersdorf, obwohl in fast allen die meisten Leute im Alltag Slowenisch sprachen.412,413

  5. 1903

    Hilfe für die Schule

    Der Bau der neuen Schule wird von deutschen Schutzvereinen unterstützt, 1905 gibt die „Südmark“ 50 Kronen. Eine slowenische Zeitung beklagt 1909, fast alle Schulen im Gailtal würden von solchen Vereinen gefördert.414,415,416

  6. 1924

    Seelsorge in zwei Sprachen

    Die Diözese Gurk zählt die Pfarre Förolach (Borlje) mit der Filiale Görtschach (Goriče) zu den Pfarren mit slowenischer bzw. zweisprachiger Seelsorge. Im März 1926 erscheint in Förolach die erste Nummer der slowenischen Kirchenzeitung „Nedelja“ („Der Sonntag“), Redakteur ist Pfarrer Dr. Janko Lučovnik.417,418

  7. 1945

    Zweisprachiger Unterricht

    Ab Herbst 1945 ist der Unterricht in Görtschach wie in Egg, St. Stefan und Vorderberg verpflichtend zweisprachig. Bei einer Unterschriftensammlung gegen diese Pflicht unterschreiben 1955 in Görtschach 99 Prozent, und die Gemeinden Egg, Görtschach, St. Stefan und Vorderberg schicken eine Abordnung zum Unterrichtsminister. Später können die Eltern ihre Kinder vom Slowenischunterricht abmelden, 1966/67 ist in Görtschach niemand mehr angemeldet.419,420,421,422

  8. 1988

    „Damals war alles slowenisch“

    Eine ältere Frau erinnert sich in einer Weihnachtsbetrachtung an ihre Kindheit in Görtschach: Damals sei im Dorf alles slowenisch gewesen, am Bahnhof stand „Goriče-Borlje“, vor dem Dorf eine Ortstafel „Goriče“. Heute höre man in der Kirche kein slowenisches Wort mehr.423

Heute hat Görtschach keine zweisprachige Ortstafel, in der Stadtgemeinde gibt es solche nur in Dellach und Potschach. Das Slowenische lebt in den Hausnamen, Flurnamen und in manchem Wort der Mundart weiter.424

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 985 (Volkszählung 1880 nach dem Ortsverzeichnis 1883) – Austria-Forum
  2. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 994 (Volkszählung 1910 nach dem Ortsverzeichnis 1918) – Austria-Forum
  3. Korošec, 6. Februar 1909 – dLib.si
  4. Mir (Klagenfurt), 13. Februar 1909 – dLib.si
  5. H.-D. Pohl, Kärntner Ortsnamenverzeichnis – PDF
  6. Koroški Slovenec, 3. Jänner 1936 – dLib.si
  7. Ostdeutsche Rundschau, 30. Juli 1894, S. 1 – ANNO/ÖNB
  8. Mir (Klagenfurt), 20. September 1894 – dLib.si
  9. Koroški Slovenec, 1. April 1925 – dLib.si
  10. Koroški Slovenec, 11. März 1925 – dLib.si
  11. Slovenski vestnik, 5. Juni 1952 – dLib.si
  12. Mir (Klagenfurt), 25. April 1883 – dLib.si
  13. Freie Stimmen, 23. Juli 1887, S. 4 – ANNO/ÖNB
  14. Neue Freie Presse, 13. Februar 1888, S. 3 – ANNO/ÖNB
  15. Klagenfurter Zeitung, 14. September 1888, S. 2 – ANNO/ÖNB
  16. Freie Stimmen, 27. August 1896, S. 3 – ANNO/ÖNB
  17. Mir (Klagenfurt), 10. Dezember 1898 – dLib.si
  18. Carinthia I 176 (1986), S. 81 – ANNO/ÖNB
  19. Mir (Klagenfurt), 11. Juni 1903 – dLib.si
  20. Mir (Klagenfurt), 14. September 1905 – dLib.si
  21. Korošec, 6. März 1909 – dLib.si
  22. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 1030 (Pfarrkarte der Diözese Gurk 1924) – Austria-Forum
  23. Naš tednik, 1. Dezember 1995 – dLib.si
  24. Koroška kronika, 16. November 1945 – dLib.si
  25. Naš tednik, 8. Dezember 1955 – dLib.si
  26. Die Neue Zeit, 1. Dezember 1955, S. 5 – ANNO/ÖNB
  27. Naš tednik, 21. September 1967 – dLib.si
  28. Naš tednik, 23. Dezember 1988 – dLib.si
  29. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Daten und Fakten – hermagor.at

Zum Weiterlesen: Heidi Janschitz, Gailtal/Zilja 1848–1918. Eine Region wird deutsch, Klagenfurt 1990

Kirchtag und Bräuche

Kirchtag, Lindentanz, Johannisfeuer und die Klappern in der Karwoche: Görtschach hat Bräuche, die es so nur im Unteren Gailtal gibt, und einen, den es in ganz Kärnten nur hier gab.

Der Kirchtag

Gefeiert wird zweimal im Jahr. Der Sommerkirchtag fällt in die Zeit um das Fest des Kirchenpatrons, des heiligen Heinrich, am 13. Juli. Schon 1899 heißt es, eine goldene Hochzeit werde am „Montag nach dem Görtschacher Markt oder Kirchtag“ gefeiert, slowenisch žegen (Kirchweihfest). Den Herbstkirchtag Ende Oktober gibt es ebenfalls schon lange: 1917 fährt ein Mädchen Ende Oktober „auf den Markt (semenj) nach Görtschach“, und 1938 heißt es, in Egg und Görtschach seien „die letzten Kirchtage“ des Jahres gefeiert worden.425,426,427,428,429,430

Wie der Kirchtag in Görtschach vor über hundert Jahren aussah, beschreibt ein Reisender aus Wiener Neustadt im August 1905: „Unser heutiges Reiseziel sei Görtschach.“ Seit dem Morgen kündigen Böllerschüsse das Fest an. Nach dem Gottesdienst holen die Musikanten die Burschen ab und ziehen mit ihnen ins Wirtshaus mit dem Tanzboden, die Mädchen kommen auf Umwegen nach. Am ersten Tag tanzen nur jene, denen „die schmucke ‚Jungfernhaube‘“ zusteht, also die ledigen Mädchen, die anderen erst am zweiten Tag. Mittelpunkt ist der Ehrentanz unter der Linde im Freien, zu einem Lied der Burschen mit etwa zwanzig Strophen, zwischen den Strophen wird im Kreis getanzt. Danach geht es zurück ins Wirtshaus, „zu Tanz und saurer Kirchtagsuppe“.431

Wiener Neustädter Zeitung, 9. August 1905, Seite 2–3. Quelle: ANNO/ÖNB
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Unser heutiges Reiseziel sei Görtschach, ein durchaus slovenisches Dorf, eine Station unterhalb des letztbesuchten Presseker Sees [Pressegger See]: Seit dem frühesten Morgen zittern Pöllerschüsse durch die Luft, sie verkünden den berühmten slavischen Kirchtag, das schönste Nationalfest des Jahres.

Ein kräftiger Menschenschlag bevölkert diese Gegend. Biedere Naturmenschen, von der Kultur wenig berührt, aber rechtschaffen und „kreuzbrav“. Nur eines hat sich aus dem Getriebe der großen Welt in die Köpfe hierher verirrt, die Fabel vom goldtriefenden Amerika. Gar oft verläßt ein Bauer, dessen Hube verschuldet ist, mit Kind und Kegel sein Heimattal, um jenseits des großen Wassers reich zu werden. Der Wandertrieb liegt dem Gailtaler in der Brust, die Eisenbahn zeigt ihm den Weg in die „Welt“.

Wir betreten das gotische Kirchlein! Es ist klein aber nett, der Boden hat roh behauene Steinfließen, die Wände decken unzählige bunte Bilder, der Hochaltar zeigt gotischen Oberbau. Vom Chore ertönen die erhabenen Akkorde des Liedes „Hier liegt vor Deiner Majestät“, da setzt auch schon die Sängerschar ein. Der bekannten Melodie ist der vielsilbige slovenische Text untergelegt. Weiche, schmelzende Molltöne erfüllen den heiligen Raum, sie stimmen zur Sammlung und Andacht.

Nach dem Gottesdienste erwarten die Musikanten die Ortsburschen und geleiten sie im feierlichen Zuge zum Wirtshause mit dem Tanzboden. Die Dirnen suchen abseits einzeln und in kleinen Trupps Umwege und sind dennoch die ersten dort. Mit Juchazern und Musik ziehen die jungen Burschen in die Wirtsstuben, während die Tänzerinnen im Vorraum, auf Bodenstiegen, leeren Fässern und Fensterbrettern &c. ihren bescheidenen Wartesitz einnehmen. Durchwegs dralle, üppige Gestalten, denen alle noch die schmucke „Jungfernhaube“ gebührt. Die andern dürfen erst am zweiten Tag zum Tanze kommen.

Einen höchst malerischen, eigenartigen Anblick bietet das Gesamtbild, wenn kurze Tanzpausen eintreten!

Im Saale stehen sie, Mädchen an Mädchen gereiht rings an den Wänden, wir benützen die Gelegenheit, ihre Nationaltracht zu studieren. Der überreiche Rock (Raß) ist grau, braun oder schwarz mit grünen Streifen und reicht nur bis zu den Knien. Die blendend weißen Strümpfe werden von hellroten, weit sichtbaren Strumpfbändern gehalten, die hohen Schnürschuhe sind aus schwarzem Samte und weiß gesteppt. Die Mitte umspannt ein mit Pfauenfedern kunstvoll gestickter Gürtel, dessen Ende bis zum Rockrande reicht. Großblumiges Brusttuch, langärmeliges Hemd und schön kufferierte Halskrause vervollständigen den Kirchtagsanzug der erwachsenen Gailtalerin. Die oben erwähnte Jungfrauenhaube wird nur bei Hochzeiten getragen. Ebenso kleidsam und wertvoll war die Nationaltracht der Männer. Heute tragen sie das einfache Jägergewand. Alte Bauern und Bäuerinnen zeigen noch ihr echtes, unverändertes Nationalkostüm, wie es vielleicht ihre Vorahnen vor zirka 1600 Jahren trugen, als sie die Avantgarde im Triumphzuge Attilas waren.

Den Mittelpunkt des slovenischen Kirchtages bildet der Ehrentanz unter der Linde im Freien, eine eigene Melodie begleitet das etwa zwanzigstrophige Lied der Burschen. Die Zwischenräume der einzelnen Strophen füllt Rundtanz, den gesungenen Teil selbst eine Art Polonaise. — Ist das lange Lied abgesungen, der Verlobungstanz mit einem lauten Bussel beendet, dann zieht die Jugend wieder ins Wirtshaus zurück zu Tanz und saurer Kirchtagsuppe.

Leider gewinnen die Gegner der slovenischen Gebräuche immer mehr an Einfluß, die Trachten und Sitten ziehen sich immer verschämter in einsame Dörfchen zurück. Manche Dirne, die vom „Dienst“ aus Villach oder Klagenfurt zurückkommt, schämt sich, die Tracht je wieder anzuziehen.

Ausschnitt aus dem Feuilleton „Das untere Gailtal in Kärnten. Reiseerinnerungen von A. Puschnig.“, das auf Seite 1 beginnt. Abgebildet ist nur der Teil über Görtschach: das Ende der ersten Spalte von Seite 2, die zweite und dritte Spalte und der Anfang der Fortsetzung auf Seite 3, im Bild untereinander gesetzt. Danach geht der Reisebericht nach Hermagor weiter.

Der Reisende schreibt in der Sprache seiner Zeit. Seine Vermutung, die Tracht gehe bis auf die Zeit Attilas zurück, ist Fantasie.

Den Kirchtag richtete früher die Burschenschaft aus, slowenisch konta. Zu ihr gehörten die puršti (Burschen) ab etwa 17 oder 18 Jahren. Sie führten den ersten Reigen unter der Linde an, den Lindentanz, und das Kufenstechen (štehvanje), bei dem Reiter mit einer Eisenkeule ein Holzfass zerschlagen. Die Traditionen des Untergailtaler Kirchtags und die Gailtaler Tracht stehen seit 2018 auf der österreichischen Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Heute veranstalten der Verein „Gö4ever“ und die Feuerwehr Görtschach den Sommerkirchtag, 2026 mit Messe und Trachtenpaaren, Frühschoppen beim Feuerwehrhaus und dem Lindentanz am Nachmittag.425,432,433

Kirchtagsgesellschaft mit Musikanten in Görtschach, um 1946.
Kirchtagsgesellschaft mit Musikanten in Görtschach, um 1946. Sammlung Herbert Wutti

Der Jungferntanz um den Maibaum

In einigen Gailtaler Dörfern wurde im Mai ein Maibaum aufgestellt, und die Mädchen tanzten darum den „Jungferntanz“. Das Besondere: Die Mädchen holten sich die Burschen, und mittanzen durften nur ledige junge Leute. Ein Mädchen mit schlechtem Ruf war früher ausgeschlossen. 1883 schreibt die Klagenfurter Zeitung: „Noch im Jahre 1879 wurde in Görtschach derselbe in Vollzug gesetzt.“ Danach ist der Tanz im Dorf nicht mehr belegt.434

Klagenfurter Zeitung, 1. Mai 1883, Seite 1. Quelle: ANNO/ÖNB
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Feuilleton.

Der erste Mai.

Nur noch in einigen Dörfern des Gailthales stellt man noch den Maibaum auf, und die schmucken, jungen, kurzrockigen Gailthalerinnen ziehen um denselben den Reigen des sogenannten „Jungferntanzes“. Noch im Jahre 1879 wurde in Görtschach derselbe in Vollzug gesetzt. Der Tanz hat von dem gewöhnlichen Tanze darin eine Abweichung, daß zur Theilnahme an demselben die Bursche von den Mädchen engagirt werden und daß an demselben nur Jünglinge und Jungfrauen theilnehmen dürfen. In früheren Jahren durfte überhaupt unter den wendischen Gailthalerinnen ein Mädchen, dem man Uebles nachsagen konnte, sich am Tanze nicht betheiligen. Auch hie und da …

Aus dem langen Feuilleton „Der erste Mai“ ist nur die Stelle über den Maibaum und den Jungferntanz im Gailthale abgebildet. Die Überschrift steht in der Zeitung zwei Spalten weiter links; nach „Auch hie und da …“ geht der Absatz mit den Maifeuern im Gurkthale weiter.

Das Scheibenschlagen am Johannisabend

Am 23. Juni brennt in Görtschach das Johannisfeuer, gleich beim Dorf nahe der Kirche. Man sieht es weit ins Tal, bis Vorderberg, Latschach, Nampolach und Passriach. Das Holz sammeln die Burschen eine Woche vorher, und die Dörfer wetteifern um das größte Feuer. Dabei werden glühende Holzscheiben über ein schräges Brett in die Luft geschlagen, slowenisch šibe žgati („Scheiben brennen“). Zu jeder Scheibe sagen die Burschen einen Spottvers über jemanden aus dem Dorf auf. Der überlieferte Spruch beginnt mit „Šib'la, šajb'la, tot'la šajb'la gre za …“, das heißt „Scheibe, Scheibe, diese Scheibe geht für …“. So beschreibt es der Volkskundler Julij Felaher 1954.432

Die Klappern in der Karwoche

Am Gründonnerstag und Karfreitag schweigen die Glocken. In Görtschach versammelten sich dann die Buben von fünf bis zwölf Jahren mit kleinen Handklappern bei der Filialkirche und zogen durch das Dorf. Ein Volkskundler fand 1937/38 einen solchen Umzug, wie er im deutschen Sprachraum verbreitet ist, in ganz Kärnten nur in Görtschach, „im gemischtsprachigen Gailtal“. Am Dorfende liefen die Buben still zur Kirche zurück und gaben dem Mesner die Klappern ab, eine halbe Stunde später begann das Rosenkranzgebet der Dorfleute. Die Pfarrkirche Förolach hat stattdessen eine große Ratsche im Turm.435

Weitere Bräuche

  • Singen unter der Linde: Terezija Majar aus Wittenig erzählte 1981, wie die Burschen bis in den Morgen unter der Linde sangen.436
  • Der Karren für fremde Freier: Wer aus der Nachbarpfarre kam, um ein Mädchen zu werben, wurde von den Burschen vor einen kurtovc (Karren) gespannt.436
  • Die Tracht: Die Großmutter ihres Mannes trug die Gailtaler Tracht noch jeden Tag, auch bei der Arbeit.436
  • Die Aussteuer: 1936 holte sich ein Bursche aus Hohenthurn (Straja vas) seine Braut in Görtschach, mit acht Wagen Aussteuer.437
  • Die Kaiserlinde: Nach dem Osterbrand 1887 beschlossen die Görtschacher, dort eine Linde zu pflanzen, wo das Geld des Kaisers verteilt worden war, und sie „Kaiserlinde“ zu nennen.438,439
  • Pferdesegnung: Am Stefanitag, dem 26. Dezember, werden in Görtschach die Pferde gesegnet.440
  • Sternsinger: Zu Dreikönig gingen die Sternsinger auch durch Görtschach.441
  • Tanzverbot in der Hagelzeit: 1894 beschloss die Gemeinde, dass nicht getanzt werden darf, solange Hagel droht.442
  • Gesang und Theater: 1924 singt der „neugegründete Männergesangverein Görtschach-Förolach“ unter Chormeister Reschnig bei einem Begräbnis, 1926 gehört er zum Gailtaler Sängerbund. Nach 1945 wird in Görtschach-Förolach Theater gespielt, 1953 tritt der Männergesangverein „Almrausch“ aus Görtschach auf.443,444,445,446
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. MeinBezirk, 13. Juli 2026: „Görtschach feiert Kirchtag“ – meinbezirk.at
  2. Katholische Kirche Kärnten: Filialkirche Görtschach – kath-kirche-kaernten.at
  3. Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1899, S. 2–3 – dLib.si
  4. Pfarrbrief Hermagor – St. Lorenzen – Förolach, 29.11.2025–06.03.2026 (Herbstkirchtag) – PDF
  5. Mir (Klagenfurt), 16. November 1917 – dLib.si
  6. Koroški Slovenec, 2. November 1938 – dLib.si
  7. Wiener Neustädter Zeitung, 9. August 1905, S. 2–3 – ANNO/ÖNB
  8. J. Felaher, Koledar slovenske Koroške 1954 – dLib.si
  9. Österreichische UNESCO-Kommission: Traditionen des Untergailtaler Kirchtags und der Untergailtaler Tracht – unesco.at
  10. Klagenfurter Zeitung, 1. Mai 1883, S. 1 – ANNO/ÖNB
  11. Carinthia I 128 (1938), S. 83 (Karwochenbrauch) – ANNO/ÖNB
  12. Naš tednik, 26. März 1981 – dLib.si
  13. Koroški Slovenec, 22. April 1936 – dLib.si
  14. Klagenfurter Zeitung, 20. April 1887, S. 3 – ANNO/ÖNB
  15. Mir (Klagenfurt), 10. Mai 1887 – dLib.si
  16. Pfarrbrief Hermagor – St. Lorenzen – Förolach, 02.03.2026–12.06.2026 (Pferdesegnung am Stefanitag) – PDF
  17. Mündliche Auskunft aus Görtschach, Oktober 2026
  18. Mir (Klagenfurt), 20. Juni 1894 – dLib.si
  19. Kärntner Zeitung, 4. Juni 1924, S. 3 – ANNO/ÖNB
  20. Klagenfurter Zeitung, 9. Juni 1926, S. 2 – ANNO/ÖNB
  21. Volkswille, 25. Februar 1950, S. 5 – ANNO/ÖNB
  22. Die Neue Zeit, 23. Oktober 1953, S. 6 – ANNO/ÖNB

Sagen

Erde in den Schuhen

Um die Alm am Starhand, in der Zeitung „Strahant“ genannt, stritten einst Vorderberg und Görtschach. „Die Alm gehört uns“, sagten die Vorderberger. „Uns gehört sie“, sagten die Görtschacher. Kein Dorf wollte nachgeben. Schließlich kam eine Kommission, und die Görtschacher schworen, dass sie auf ihrem eigenen Boden stünden. Sie hatten nämlich Erde von daheim in den Schuhen mitgebracht und konnten so ruhig schwören: „Wir stehen auf unserem eigenen Boden.“ Die Alm wurde ihnen zugesprochen.447,448

Erzählt in der Zeitung Koroški Slovenec („Der Kärntner Slowene“), 6. November 1929, als Mahnung, keinen Grund an Fremde zu verkaufen.

Koroški Slovenec (Wien), 6. November 1929, Seite 1, slowenisch. Quelle: dLib.si
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Hüten wir unseren Boden!

Im Gailtal liegt die Alm Strahant. Man erzählt, dass zwei Dörfer um den Besitz dieser Alm stritten: Blače (Vorderberg) und Goriče (Görtschach). Wem die Alm gehört, das war die strittige Frage. Kein Dorf wollte nachgeben. „Die Alm gehört uns“, sagten die Vorderberger. „Uns gehört sie“, behaupteten die Görtschacher. Schließlich kam eine Kommission, und die Görtschacher schworen: Wir schwören, dass wir auf unserem eigenen Boden stehen. Sie hatten von daheim Erde in den Schuhen mitgebracht und konnten ruhig schwören: Wir stehen auf unserem eigenen Boden. Die Alm wurde ihnen zugesprochen.

Diese Geschichte zeigt uns, wie man seinem Boden die Treue halten muss. Schändlich und undankbar ist es, leichtfertig seinen Boden zu verkaufen. Den Boden, auf dem wir geboren sind, müssen wir bewahren. Den Boden, auf dem unser Geschlecht schon seit Jahrhunderten lebt, dürfen wir nicht verraten und an Fremde verkaufen. Der Boden, der unsere Väter und die Väter unserer Väter ernährt hat, wird auch uns ernähren.

Achten wir diesen Boden, auf dem sich unsere Vorfahren gefreut und geweint, gelitten und gebetet haben, auf dem sie geboren wurden und gestorben sind. Wie hässlich und undankbar ist es, diesen heiligen Boden zu verraten und an Fremde zu verkaufen!

Achten wir den Boden, für den unsere Vorfahren in blutigen Kämpfen mit den Türken ihr Blut vergossen haben. Sie haben diesem Boden in den schwersten Zeiten die Treue gehalten, halten auch wir ihm die Treue. Achten wir den Boden, den unsere Väter mit Mühe und Schweiß bearbeitet haben. Schande über jene Untreuen, die das heilige Erbe der Väter verkaufen!

Keine Handbreit unseres Bodens den Fremden!

Leitartikel auf der Titelseite. Die Zeitung erzählt die Sage als Mahnung, keinen Grund an Fremde zu verkaufen.

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Čuvajmo našo zemljo!

V Ziljski dolini se nahaja planina Strahant. Pripoveduje se, da sta se dve vasi potegovali za posest te planine: Blače in Goriče. Čigava je planina, to je bilo sporno vprašanje. Nobena vas ni hotela odnehati. „Planina je naša,“ so rekli Blačani. „Naša je,“ so trdili Goričani. Slednjič je prišla komisija in Goričani so prisegli: Prisegamo, da stojimo na svoji zemlji. Od doma so prinesli prsti v črevljih in so mirno lahko prisegli: Stojimo na svoji zemlji. Planina je pripadla njim.

Ta zgodba nam kaže, kako je treba ohraniti zvestobo svoji zemlji. Sramotno in nehvaležno je lahkomišljeno prodajati svojo zemljo. Zemljo, na kateri smo se rodili, moramo ohraniti. Zemlje, na kateri živi naš rod že stoletja, ne smemo izdati in je prodati tujcem. Zemlja, ki je redila naše očete in očetov očete, bo preredila tudi nas.

Spoštujmo to zemljo, na kateri so se veselili in jokali, trpeli in molili, se rodili in umirali naši predniki. Kako grdo in nehvaležno je to sveto zemljo izdati in jo prodati tujcem!

Spoštujmo zemljo, za katero so prelivali kri naši predniki v krvavih bojih s Turki. Oni so ohranili tej zemlji zvestobo v najtežavnejših časih, ohranimo ji zvestobo tudi mi. Spoštujmo zemljo, ki so jo s trudom in znojem obdelovali naši očetje. Sramota onim nezvestim, ki prodajajo sveto dedščino očetov!

Niti pedi naše zemlje tujcem!

Das schlafende Heer im Starhand

Im Starhand, so erzählte man im Gailtal, schläft ein Totenheer, das einen Schatz hütet. Ein Fuhrmann soll bei Förolach in einen Berg gesehen haben, in dem König Matthias, slowenisch Kralj Matjaž, mit seinem schlafenden Heer sitzt und wartet, bis seine Zeit wieder kommt.449

Nach einem Aufsatz über die mythischen Bergnamen Kärntens, Carinthia I 140 (1950), S. 596 f.

Die versunkene Stadt

Bei der Kapelle St. Ruprecht in Presseggen, „unweit des Pfarrdorfes Förolach“, soll einst eine Stadt gestanden sein, die Kleinvillach hieß. Zwischen der Landstraße und der Kapelle sah man 1864 noch Spuren von Mauern. „Vor undenklichen Jahren“, so erzählte man, habe ein Bergsturz die Stadt verschüttet.450

Mitteilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, 1864, S. 122.

Der Spuk von Nampolach

Im September 1891 erzählte man sich „in der Umgebung von Görtschach bei Hermagor“ diese Geschichte: Der 19-jährige Sohn des vulgo Rutarbauer in Nampolach will am Nachmittag die Pferde von der Mooswiese holen. In einer Waldlichtung kommt ihm ein riesengroßer, gebückter Mann entgegen, mit langen weißen Haaren, Stiefeln bis über die Knie, breitem Hut und Zipfelmütze. Der Mann grinst stumm und stößt einen kreischenden Schrei aus, dann quillt ihm Blut aus dem Mund. Die Geschichte „machte viel von sich reden“, die Klagenfurter Zeitung und ein Grazer Blatt druckten sie.451,452

Klagenfurter Zeitung, 19. September 1891, S. 2; Grazer Tagblatt, 22. September 1891, S. 14.

Klagenfurter Zeitung, 19. September 1891, Seite 2. Quelle: ANNO/ÖNB
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(Gespenstergeschichten aus dem Gailthale) erzählt die „D. A. Z.“, wie folgt: Dass die Gailthalbahn manchem Bewohner unseres Thales schon im Kopfe herumfährt, ist begreiflich; dass aber ein biederer Landmann den Eisenbahnzug bereits durch das Gailthal fahren sah und hörte, wird mancher Leser bezweifeln. Und doch ist es so. Ein alter Landmann aus der Umgebung von Hermagor kam am letzten Donnerstag zwischen 9 und 10 Uhr athemlos nach Hause und berichtete seinen Hausgenossen, dass er den Zug durch das Thal herauffahren gehört und deutlich die rothen Lichter der Locomotive gesehen habe. Dass bei der Eisenbahn nicht alles mit rechten Dingen zugehe, steht bei demselben nun fest und er verschwor sich, seine Person niemals mehr der Eisenbahn als Frachtgut anzuvertrauen. — Eine andere Gespenstergeschichte macht gegenwärtig in der Umgebung von Görtschach viel von sich reden. Wie man erzählt, ist der Sohn des vulgo Rutarbauern in Nampolach, ein 19jähriger Bursche, dieser Tage um 5 Uhr nachmittags auf die unterhalb des Dorfes gelegene Mooswiese gegangen, um die Pferde nach Hause zu führen. Er traf dieselben dort nicht an und da er dieselben im nahen Walde vermuthete, begab er sich dorthin. Kaum war er in eine Lichtung des Waldes getreten, als ein riesengroßer Mann in gebückter Haltung auf ihn zukam; der Mann hatte lange, über die Schulter herabhängende weiße Haare, war mit hohen, über die Knie reichenden Stiefeln bekleidet und trug auf dem Kopfe einen breiten Hut und darunter eine Zipfelmütze. Obwohl der sonst sehr beherzte und muthige Bursche anfangs über die sonderbare Erscheinung erschrak, fragte er den Mann doch, was er suche. Der Mann wandte dem Burschen ein grinsendes Gesicht zu und blieb stumm. Als der Mann näher kam und der Bursche ihn nochmals fragte, was er wolle, stieß derselbe einen kreischenden Schrei aus, worauf aus dessen Munde ein Blutstrom hervorquoll. Den Burschen ergriff nun ein Schauer und er ergriff die Flucht. Der Mann eilte ihm nach bis gegen die Felder beim Dorfe, wo er plötzlich verschwand. Da der Bursche als sehr wahrheitsliebend bekannt ist und nun eine solche Furchtsamkeit zeigt, dass er sich abends nicht aus dem Hause zu treten getraut, zweifelt man hier nicht daran, dass derselbe wirklich durch eine absonderliche Erscheinung erschreckt worden sei, hat aber bis heute noch keine Erklärung dafür gefunden.

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Koroški Slovenec, 6. November 1929, S. 1 – dLib.si
  2. Koroški koledar 1965 (Görtschacher Alm, auch „Starhant“) – dLib.si
  3. Carinthia I 140 (1950), S. 596 f. (mythische Bergnamen Kärntens) – ANNO/ÖNB
  4. Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale 1864, S. 122 – ANNO/ÖNB
  5. Klagenfurter Zeitung, 19. September 1891, S. 2 – ANNO/ÖNB
  6. Grazer Tagblatt, 22. September 1891, S. 14 – ANNO/ÖNB

Matija Majar Ziljski

Der bekannteste Mensch aus der alten Gemeinde Görtschach war ein armer Schneiderbub aus Wittenig, der bis nach Moskau kam und in Prag starb.

Matija Majar wurde am 7. Februar 1809 geboren. Er selbst schrieb in die Pfarrchronik von Göriach: „Matija Majar, Zilan iz Goričan rojen“, auf Deutsch „Matija Majar, ein Gailtaler, in Görtschach geboren, ehelicher Sohn des Gregor Majar, des Žnidar (Hausname, „Schneider“) in Wittenig, und seiner Frau Neža Loj“. Auch der Nachruf von 1892 und das Prager Sterbebuch nennen Görtschach. Das Vaterhaus steht auf einem Hügel in Wittenig, es ist das heutige Haus Nr. 5. Wikipedia und andere Lexika nennen deshalb Wittenig als Geburtsort. Beide Orte gehörten damals zur selben Gemeinde und Pfarre. Die Mutter stammte vom Hof Andernovc in St. Stefan, Majar hatte einen Bruder Anton und eine Schwester Eva.453,454,455,456,457,458,459,460

Der Vater war ein armer Dorfschneider und Keuschler. Er brachte dem Buben mit acht Jahren Deutsch und mit neun Jahren Slowenisch lesen bei. Mit zwölf ging Matija nach Klagenfurt aufs Gymnasium, „mit vier Zwanzigern in der Tasche“, also vier Zwanzig-Kreuzer-Münzen. Ein Domherr unterstützte ihn. Nach dem Lyzeum in Graz trat er 1833 ins Priesterseminar in Klagenfurt ein, sein Spiritual war Anton Martin Slomšek, der spätere Bischof. Am 31. Juli 1836 wurde er zum Priester geweiht.453,454,459,461,462

Matija Majar Ziljski (1809–1892), Stich von J. F. Potočka, vor 1884. Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei

1848 war Majar Domkaplan in Klagenfurt. Schon am 7. März 1848 schrieb er die ersten Forderungen der Slowenen nieder, er gilt als wichtigster Urheber des Programms „Zedinjena Slovenija“, „Vereinigtes Slowenien“. Von 1851 bis 1870 war er Pfarrer in Göriach (Gorje) bei Hohenthurn. Dort schrieb er die wohl erste slowenische Pfarrchronik Kärntens, 1859 war er bei der Eröffnung der ersten Schule in Vorderberg dabei. Seine Haushälterin erzählte später gern, wie Russen, Tschechen, Polen, Kroaten und Serben ihn im Pfarrhof besuchten.455,463,464,465

Majar erforschte die slawischen Sprachen und die alte Geschichte und schrieb die erste russische Grammatik für Slowenen. 1867 reiste er zur Ethnographischen Ausstellung nach Moskau und zeigte dort die Trachten einer Gailtaler Hochzeit aus seiner Heimat. Weil er für die Zusammenarbeit der slawischen Völker eintrat, wurde er als „Panslawist“ angefeindet. Er gab sein Geld für Bücher aus und wurde arm. Nach seiner Erblindung ging er in den Ruhestand und war einige Jahre Benefiziat am Kreuzbergl in Klagenfurt. 1883 zog er nach Prag, um ein Manuskript über die alte Geschichte fertigzustellen. Dort starb er am 31. Juli 1892, auf den Tag 56 Jahre nach seiner Priesterweihe, einsam und in der Heimat fast vergessen. Begraben ist er in Prag.453,455,459,466,467,468,469,470

Seine Heimat vergaß ihn trotzdem nicht ganz. Nach dem Blitzbrand 1898 wurden Ansichtskarten mit Majars Bild verkauft, um den Görtschacher Familien zu helfen. Zu seinem 100. Geburtstag 1909 erinnerten die Zeitungen an ihn, die slowenischen Kärntner Kalender führten den 7. Februar jahrzehntelang als Gedenktag. Die „Pfarre Goriče“ war Miterbin seines kleinen Nachlasses, und die Gemeinde Görtschach wurde 1893/94 gefragt, ob ein Teil davon der Kirche zukommen solle. 1981 besuchte eine Zeitung Terezija Majar, die Witwe eines Neffen, in Wittenig. Sie erzählte, ihr Onkel habe aus einem ganz armen Keuschlerhaus zu Fuß nach Klagenfurt in die Schule gehen müssen: „Bei uns war nur ein Keuschlerhäuschen, das nichts hatte.“ 1992, zu seinem 100. Todestag, besuchten die Teilnehmer eines Majar-Symposiums das Haus in Wittenig.455,456,457,460,469,470,471,472

Heute hängt am Haus Wittenig 5 eine Tafel auf Slowenisch, Deutsch und Italienisch: „Hier steht das Geburtshaus des Priesters, Ethnographen, Sprachforschers und Publizisten Matija Majar-Ziljski.“ Nicht weit vom Geburtshaus steht ein alter Brunnen mit einem Stein, darauf ein Vierzeiler im slowenischen Gailtaler Dialekt und sein Name. Solche Lieder hat Majar selbst aufgeschrieben und dem Dichter Stanko Vraz geschickt. Die Kärntner Liedersammlung von 1889 schreibt ihm das größte Verdienst daran zu, dass die Volkslieder der Kärntner Slowenen erhalten blieben. Sie enthält auch eine ältere Fassung des Vierzeilers aus dem Gailtal.473,474

Das Geburtshaus in Wittenig 5, 2026. Abbildung: Herbert Wutti
Die Gedenktafel am Geburtshaus, auf Slowenisch, Deutsch und Italienisch, 2026. Abbildung: Herbert Wutti
Der Brunnen in Wittenig, nicht weit vom Geburtshaus, 2026. Abbildung: Herbert Wutti
Der Vierzeiler auf dem Stein, im slowenischen Gailtaler Dialekt, 2026: „Al si dečla moja, boš pa piwa vina, al pa nisi moja, je ti voda dobra!“, auf Deutsch: „Bist du mein Mädchen, trinkst du Wein. Bist du aber nicht mein, ist dir das Wasser gut genug!“ Abbildung: Herbert Wutti
Die ältere Fassung, ebenfalls Gailtaler Slowenisch: J. Scheinigg, Narodne pesni koroških Slovencev, 1889, Seite 193, Nr. 297, mit dem Vermerk „Ziljsko“, aus dem Gailtal. Quelle: Wikivir
Übersetzung lesenÜbersetzung schließen

Besi biva mojá, / Besi vino pivá, / Sdej pa nisi mojá, / Je ti voda dobrá. (Ziljsko.)

Als du mein warst, hast du Wein getrunken. Jetzt bist du nicht mehr mein, jetzt ist dir das Wasser gut genug. (Aus dem Gailtal.)

Sinngemäß übersetzt. Im Buch steht die Strophe im Abschnitt „Maščevanje“ („Rache“).

Das Relief am Brunnen: eine Frau mit einem Wasserkrug, 2026. Abbildung: Herbert Wutti
Büste von Matija Majar Ziljski, geschaffen vom Bildhauer France Gorše, im Kulturpark Suetschach. Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0 AT
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Mir (Klagenfurt), 10. August 1892 – dLib.si
  2. Dom in svet 6 (1893), Nr. 5, S. 193 ff. („Matija Majar Ziljski“, mit Majars eigenen Zeilen aus dem Gedenkbuch der Pfarre Gorje) – dLib.si
  3. I. Grafenauer, Koledar slovenske Koroške 1952 (Matija Majar Ziljski) – dLib.si
  4. J. Kuděla, „Matija Majar Ziljski in njegov zapuščinski spis v Pragi“ (2024) – dLib.si
  5. Zgodovinski časopis 46 (1992), Nr. 4: Bericht über das Majar-Symposium 1992 – dLib.si
  6. Wikipedia: Matija Majar-Ziljski – Wikipedia
  7. Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška, Bd. 2, S. 859 f. (Majar – Ziljski, Matija) – Austria-Forum
  8. Koledar slovenske Koroške 1951 – dLib.si
  9. Naš tednik, 31. Juli 1992 – dLib.si
  10. D. Nečak, Koroški koledar 1974 (Buditeljska dejavnost Matije Majarja-Ziljskega) – dLib.si
  11. Naš tednik, 15. April 1988 – dLib.si
  12. Koroški Slovenec, 4. Oktober 1933 – dLib.si
  13. Koroški Slovenec, 28. Februar 1934 – dLib.si
  14. Slovenski vestnik, 6. Februar 1952 – dLib.si
  15. Naš tednik, 22. Juli 1954 – dLib.si
  16. Mir (Klagenfurt), 25. Oktober 1883 – dLib.si
  17. Mir (Klagenfurt), 13. Februar 1909 – dLib.si
  18. Korošec, 6. Februar 1909 – dLib.si
  19. Mir (Klagenfurt), 30. November 1898 – dLib.si
  20. Naš tednik, 26. März 1981 – dLib.si
  21. Gedenktafel am Geburtshaus Wittenig 5 und Brunnen mit dem Vierzeiler in Wittenig (Abbildungen: Herbert Wutti, Oktober 2026)
  22. J. Scheinigg, Narodne pesni koroških Slovencev (1889), Vorwort und Abschnitt „Maščevanje“ (Fassung „Besi biva mojá, besi vino pivá …“, Ziljsko) – Wikivir

Zum Weiterlesen: Iskra V. Čurkina, Matija Majar Ziljski, Ljubljana 1974

Menschen aus dem Dorf

Bürgermeister und Pfarrer, Wirte, Handwerker und Heimkehrer: Einige Menschen aus Görtschach kennen wir aus den alten Zeitungen etwas genauer.

Martin Pipp

Schmiedmeister in Görtschach. Am 16. Juli 1855 zog er die Steiner-Bäuerin, die vom Steg in die Gail gestürzt war, mit einer Stange aus dem Wasser. Die Landesregierung lobte ihn dafür öffentlich.475

Lukas Michorl

Bauer, Wirt und Postmeister in Görtschach. Nach dem Blitzbrand dankte er im März 1899 mit Paul Leßiak und anderen im Namen des „Hilfscomités Görtschach“ für die Spenden. 1902 leitete er den neuen Raiffeisen-Kassenverein im Dorf, 1908 wird er „Bauer und Postmeister“ genannt. 1929 empfehlen Wiener Zeitungen den Gasthof Lukas Michorl am Pressegger See.476,477,478,479

Rudolf Dekan

Um 1900 bis 1909 Kommandant der Feuerwehr, „Wirt, Kaufmann und Holzhändler in Görtschach“. In seinem Gasthaus fand 1908 die Zuchttierkörung des Bezirks statt. 1907 musste er eine Beschuldigung gegen Pfarrer Martin Krejči öffentlich zurücknehmen, die er aus falschen Informationen erhoben hatte, so wurde die Ehrenbeleidigungssache beigelegt. 1906 brannte sein Wirtschaftsgebäude, vermutlich durch Brandstiftung.480,481,482,483,484,485

Valentin Pip vulgo Jurnovc

Er war nach Amerika ausgewandert und kam 1907 auf Wunsch seiner Eltern mit etwas Erspartem zurück. Im November 1907 heiratete er Katarina Wallner aus Nampolach. Er ist einer von vielen, die den Weg über den Ozean gingen.486

Jurij Cimerman vulgo Melharč

Geboren auf dem Hof vulgo Ščin in Wittenig. Vor dem Ersten Weltkrieg zog er mit seiner Frau Ivanka und vier Kindern nach Milwaukee in Amerika und arbeitete dort in einer Waggonfabrik, in der schon andere Gailtaler waren. Um 1910 kam die Familie krank zurück nach Förolach. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg und danach viele Jahre Bürgermeister der Gemeinde Görtschach, bis er in der NS-Zeit abgesetzt wurde. 1952 feierte das Paar goldene Hochzeit.487

Dr. Janko Lučovnik

Pfarrer von Förolach und Görtschach von etwa 1922 bis 1932. Er erneuerte und vergrößerte die Pfarrkirche, leistete selbst über hundert Schichten mit der Scheibtruhe, ließ elektrisches Licht in Kirche und Pfarrhof einleiten, richtete beide Filialkirchen und den Friedhof her und ließ die Orgel reparieren. 1926 gab er in Förolach die erste Nummer der Kirchenzeitung „Nedelja“ („Der Sonntag“) heraus. Zu Ostern 1932 ging er nach St. Johann im Rosental.488,489,490

Josef Fritz (1897–1943)

Geboren am 1. Juni 1897 in Görtschach, später Eisenbahner in Knittelfeld. Er war im Widerstand gegen das NS-Regime tätig und wurde 1942 verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tod, am 17. Mai 1943 wurde er in Wien hingerichtet.491

Gregor Pipp vulgo Potočnik

Über 50 Jahre Tischlermeister im Dorf und viele Jahre Kirchenkämmerer der Filialkirche. Er las gern slowenische Zeitungen und Bücher. Er starb 1965 nach langer Krankheit.492

Die Pfarrer

Andrej Kernjak (um 1849), Anton Šturm (um 1898, er rief nach dem Blitzbrand zu Spenden auf), Martin Krejči (um 1907) und Dr. Janko Lučovnik (um 1922–1932). 1920 waren Förolach, Görtschach, Egg und Vorderberg zeitweise ohne Priester.488,493,494,495,496

Der Maler Urban Görtschacher?

Der Villacher Maler und Kaufmann Urban Görtschacher, gestorben 1533/34, stammte aus einer Familie „von Görtschach“. Ob sie aus unserem Görtschach kam, aus Görtschach bei Ferlach oder aus Goritschach bei Wernberg, ist unter Fachleuten umstritten.497,498

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Klagenfurter Zeitung, 2. Oktober 1855, S. 1 – ANNO/ÖNB
  2. Klagenfurter Zeitung, 30. März 1899, S. 5 – ANNO/ÖNB
  3. Klagenfurter Zeitung, 15. Jänner 1902, S. 4 – ANNO/ÖNB
  4. Villacher Zeitung, 13. Dezember 1908, S. 4 – ANNO/ÖNB
  5. Neues Wiener Tagblatt, 21. Juni 1929, S. 16 – ANNO/ÖNB
  6. Fromme’s Österreichischer Feuerwehr-Kalender, Jahrbuch 1900, S. 91 – ANNO/ÖNB
  7. Fromme’s Österreichischer Feuerwehr-Kalender, Jahrbuch 1909, S. 86 – ANNO/ÖNB
  8. Klagenfurter Zeitung, 7. Juli 1904, S. 7 – ANNO/ÖNB
  9. Mir (Klagenfurt), 22. Februar 1908 – dLib.si
  10. Mir (Klagenfurt), 2. November 1907 – dLib.si
  11. Grazer Tagblatt, 14. Oktober 1906, S. 9 – ANNO/ÖNB
  12. Mir (Klagenfurt), 21. Dezember 1907 – dLib.si
  13. Slovenski vestnik, 19. November 1952 – dLib.si
  14. Koroški Slovenec, 6. April 1932 – dLib.si
  15. Koroški Slovenec, 22. August 1928, S. 3 – dLib.si
  16. Naš tednik, 1. Dezember 1995 – dLib.si
  17. Erinnern Gailtal: Josef Fritz (1897–1943) – erinnern-gailtal.at
  18. Naš tednik, 30. September 1965 – dLib.si
  19. Mir (Klagenfurt), 30. Juli 1899, S. 2–3 – dLib.si
  20. Mir (Klagenfurt), 30. November 1898 – dLib.si
  21. Mir (Klagenfurt), 26. Jänner 1907, S. 4 – dLib.si
  22. Mir (Klagenfurt), 2. September 1920 – dLib.si
  23. M. Frodl, Carinthia I 131 (1941), S. 476 – ANNO/ÖNB
  24. Carinthia I 148 (1958), S. 291–294 – ANNO/ÖNB

Unglück und Verbrechen

Zur Geschichte eines Dorfes gehören auch Krankheit, Unglück, Armut und Verbrechen. Wir erzählen davon so, wie es die Zeitungen ihrer Zeit überliefert haben.

Krankheit und Unglück

  1. 1888

    Die Blattern

    Im Frühjahr 1888 erkranken in der Gemeinde zwölf Menschen an Scharlach, alle werden gesund. Im Sommer brechen die Blattern (Pocken) aus, zuerst in Wittenig, dann in Görtschach. Von acht Kranken, drei davon nicht geimpft, sterben vier. In einem Haus in Görtschach sterben eine Mutter und ihr Kind. Der Mann und die übrigen Kinder dürfen das Haus nicht verlassen, das Essen wird ihnen auf einem Brett durchs Fenster gereicht. Die Leute haben große Angst, aber auch Mitleid mit dem Mann und seinen Kindern.499,500,501,502

    Freie Stimmen, 11. Juli 1888, Seite 5. Quelle: ANNO/ÖNB
    Abschrift lesenAbschrift schließen

    — Blattern. In Görtschach (Gailthal) herrschen in einem Hause die Blattern. Ein Kind und seine Mutter sind denselben bereits zum Opfer gefallen Der Mann sammt den übrigen Kindern dürfen das Haus nicht verlassen. Die Nahrungsmittel werden ihnen auf einem Brett durch das Fenster hineingereicht. Die Angst der Ortsbevölkerung ist eine große, nicht minder das Mitleid gegen den armen Mann und seine Kinder. Die Blattern sind zuerst in Wittenig ausgebrochen und dann nach Görtschach eingeschleppt werden.

    Mir (Klagenfurt), 25. Juli 1888, Seite 6 (Jahrgangsseite 110), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    In Kärnten. […]

    In einem Haus in Goriče (Görtschach) im Gailtal sind die Blattern (Pocken) aufgetreten. Die Leute haben solche Angst, dass sie die Kranken, aber auch die übrigen Hausbewohner nicht aus dem Haus lassen und ihnen das Essen durchs Fenster in die Stube reichen. Das ist aber doch eine allzu große Ängstlichkeit!

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    Na Koroškem. […]

    Osepnice so se prikazale v neki hiši v Goričah v Ziljski dolini. Ljudje so v takem strahu, da bolnikov, pa tudi drugih hišnih prebivalcev ne spustijo iz hiše in jim skozi okno jesti v izbo dajejo. To je pa vendar prevelika strahopetnost!

  2. 1893

    Die Erde bebt

    Am 17. Februar 1893 um 2.40 Uhr früh spürt man auch in Görtschach ein starkes Erdbeben.503,504

  3. 1893

    Ein Kind regt sich noch einmal

    In Förolach stirbt um fünf Uhr früh ein kleines Kind und wird aufgebahrt. Um neun Uhr regt es sich plötzlich wieder. Wenige Minuten später stirbt es, alle Versuche, es zu retten, sind vergebens.505

  4. 1895

    Ertrunken

    Im Juli 1895 ertrinkt ein achtjähriger Bub aus Görtschach beim Baden im Seebach, dem Abfluss des Pressegger Sees, nahe der Görtschacher Kirche.506,507

  5. 1899

    Von Pferden getötet

    Im Juni 1899 wird der 18-jährige Bauernsohn Vincenz Wernitznig aus Förolach von zwei scheuenden Pferden getötet.508

  6. 1899

    Die Ruhr und der große Schnee

    Die Ruhr wütet in Görtschach. Die Leute nennen sie črbola, nach der Zeitung von črvobol, wörtlich „Wurmweh“. Von den 26 Menschen, die in der Pfarre bis zum 10. Dezember sterben, sterben neun an der Ruhr, sieben Kinder und zwei Erwachsene, alle in Görtschach. Am 13. Dezember sterben dort noch Kat. Robin, genannt „stara Čegla“ („die alte Čegla“), und Jera Weber, eine Inwohnerin ohne eigenes Haus. In der Nacht vor dem Begräbnis fällt weit über ein Meter Schnee. Der Weg zum Friedhof in Förolach dauert eine halbe Stunde. Die Görtschacher steigen auf etwa zehn Paar Pferde und stapfen so einen Weg durch den Schnee, das Begräbnis ist statt am Morgen erst um drei Uhr nachmittags. Schon am Vormittag, beim Wegbahnen für die Post, verletzt ein Pferd das Pferd des Mihael Robin aus Görtschach, rund 800 Kronen wert. Beim Heimritt vom Begräbnis schlägt dasselbe Pferd sein schönstes Pferd, rund 1.000 Kronen wert, und bricht ihm das Bein. Ein Arbeiter aus Förolach wird beim Schneepflügen von einem Pferd so getreten, dass er lange krank liegt. Insgesamt sterben in der Pfarre im Jahr 1899 28 Menschen.509,510

    Mir (Klagenfurt), 30. Dezember 1899, Seite 2–3 (Jahrgangsseiten 166–167), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Aus Borlje (Förolach). (Begräbnis. – Ruhr.) […]

    Herr Martin Švaj ist schon der 26., den in diesem Jahr in der verhältnismäßig kleinen Pfarre der bleiche Tod (wörtlich: der weiße Tod) mit seiner grausamen und unerbittlichen Hand geholt hat. Von diesen 26 Menschen sind neun, und zwar sieben Kinder und zwei Erwachsene, an der Ruhr gestorben oder, wie das Volk hier sagt, an der ‚črbola‘, das heißt an der ‚črvobol‘ (wörtlich „Wurmweh“). Alle diese Toten starben in Goriče (Görtschach), wo die Ruhr gerade stark wütete und wo sich auch ein alter Maurermeister aus der Pfarre Šmohor (Hermagor) angesteckt hat, der dann ebenfalls an dieser Krankheit gestorben ist. Jetzt hat die schlimme Krankheit bei uns, Gott sei Dank, aufgehört, und auch aus anderen Orten im Gailtal, wo sie sich vorher manches Leben ganz verschiedenen Alters zum Opfer geholt hatte, hört man jetzt nichts mehr von ihr.

    Aus einem Bericht über ein Begräbnis in Förolach. Abgebildet sind der Anfang und der Abschnitt über die Ruhr.

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    Iz Borl. (Pogreb. — Griža.) […]

    G. Martin Švaj je že 26., katerega je v tekočem letu v primeroma mali fari pobrala bela smrt s kruto in neprizanesljivo svojo roko. Od teh 26 ljudij umrlo jih je devet, in sicer sedem otrok in dva odrasla na griži ali kakor tukaj ljudstvo pravi na ‚črboli‘, t. j. na črvoboli. Vsi ti umrli so v Goričah, kjer je ravno griža močno razsajala in kjer si jo je nalezel tudi neki star zidarski mojster iz šmohorske fare, ki je potem na tej bolezni tudi umrl. Zdaj hvala Bogu, je huda bolezen pri nas prenehala, pa tudi iz drugih krajev v ziljski dolini, kjer si je prej izbrala marsiktero življenje čisto različne starosti v svojo žrtev, zdaj ni več kaj slišati o nji.

    Mir (Klagenfurt), 11. Jänner 1900, Seite 2 (Jahrgangsseite 6), slowenisch. Quelle: dLib.si
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    Aus Borlje (Förolach). (Begräbnisse mit Hindernissen. – Unfälle. – Einige Zahlen.) Ich habe letztes Mal berichtet, dass der am 10. Dezember verstorbene Herr M. Švaj schon der 26. war, der im vergangenen Jahr in dieser Pfarre gestorben ist. Damals hätte sich noch niemand denken können, dass wir drei Tage später wieder zwei Tote haben würden und dass in der Zwischenzeit über einen Meter Schnee fallen würde. Am 13. Dezember starben nämlich Kat. Robin, vulgo „stara Čegla“ (die alte Čegla), und Jera Weber, eine gostja (Inwohnerin, die ohne eigenes Haus zur Miete lebte), beide aus Goriče (Görtschach). Das Begräbnis hätte am 15. Dezember vormittags vor der heiligen Messe auf dem Friedhof in Borlje sein sollen. Aber in der Nacht fiel weit über einen Meter Schnee, und es kostete viel Mühe, bis allein hier vom Dorf aus ein Weg zur Kirche und zu den beiden Gräbern auf dem Friedhof gemacht war. Von Goriče hierher aber geht man eine halbe Stunde, und der Weg musste wenigstens notdürftig gebahnt werden, weil die Trauergäste durch solchen Schnee nicht hätten waten können. Den Görtschachern blieb also nichts anderes übrig, als etwa zehn Paar Pferde zu besteigen, mit denen sie durch den hohen Schnee stapften und so notdürftig wenigstens eine Art Weg bahnten. So fanden die beiden Begräbnisse statt am Morgen erst um drei Uhr nachmittags statt und werden wegen der erwähnten Umstände den Leuten noch lange in Erinnerung bleiben.

    Bei dieser Gelegenheit ereignete sich aber ein ziemlich großes Unglück. Schon am Vormittag, als die Görtschacher den Weg für die Post zum Bahnhof und zur Reichsstraße bahnten, schlug ein Pferd das etwa 800 Kronen werte Pferd des Mihael Robin aus Goriče und verletzte es schwer. Als die Görtschacher dann am Nachmittag nach dem Begräbnis von Borlje wieder nach Hause ritten, schlug das schon erwähnte Pferd wiederum zu, diesmal gegen das schönste, etwa tausend Kronen werte Pferd des genannten Besitzers M. Robin, und brach ihm das Bein, was sich bei einem Pferd natürlich nicht mehr heilen lässt. Kurz vorher verunglückte ein Arbeiter aus Borlje auf der Straße, als man mit dem Schneepflug den Weg bahnte. Bei dieser Arbeit schlug ihn ein Pferd mit dem Huf so heftig in die rechte Seite, dass er längere Zeit krank liegen musste.

    – Jetzt aber, da ich dies schreibe, gut 14 Tage später, haben wir so warmes Wetter, dass nicht einmal mehr die Hälfte des Schnees da ist und die Schlittenbahn auf der Straße schon schlecht ist.

    – Manchen könnten auch noch folgende Angaben aus unseren Matrikenbüchern interessieren. Insgesamt sind hier im vergangenen Jahr 28 Menschen gestorben, und zwar 17 männliche und 11 weibliche Personen; geboren wurden 26, also 2 weniger, als gestorben sind. Unter den Geborenen waren 20 Knaben und nur 6 Mädchen; auch im Vorjahr war unter den Geborenen fast das gleiche Verhältnis; damals wurden nämlich 17 Kinder männlichen und 8 weiblichen Geschlechts geboren. Eheliche Kinder gab es heuer 17, uneheliche aber 10.

    Die Zahlen am Schluss stehen so im Original: 17 eheliche und 10 uneheliche Kinder ergeben 27, genannt sind 26 Geburten.

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    Iz Borl. (Pogreba s težavami. — Nezgode. — Nekaj številk.) Poročal sem zadnjič, da je dné 10. decembra umrli g. M. Švaj bil že 26., ki je med preteklim letom v tej fari zamrl. Takrat si še nihče ni mogel misliti, da bodemo imeli tri dni pozneje zopet dva mrliča in da bode med tem časom zapadlo čez meter snega Umrli ste namreč 13. decembra Kat. Robin p. d. stara Čegla, in Jera Weber, neka gostja, obe iz Gorič. Pogreb bi imel biti dné 15. decembra dopoludne pred sv. mašo na pokopališču v Borljah. Ali po noči je zapadlo precej čez eden meter snega in veliko truda je stalo, preden se je samo tu iz vasi napravil pot do cerkve in do obeh jam na pokopališču. Iz Gorič sem pa je pol ure hoda in pot je morala vsaj za silo biti napravljena, ker takega snega pogrebci ne bi mogli pregaziti. Goričanom tedaj ni preostalo nič drugega, kakor da so zajahali kakih deset parov konj, s katerimi so pregazili visoki sneg ter tako za silo napravili vsaj nekakšno pot. Tako sta bila pogreba namesto zjutraj, še le ob treh popoludne, ter bodeta zavolj omenjenih okolnostij še dolgo ostala ljudem v spominu.

    Pripetila se je pa pri tej priložnosti precej velika nesreča. Že dopoludne, ko so napravljali Goričani pot za pošto k železniški postaji in k državni cesti, udaril je neki konj okoli 800 kron vrednega konja Mihaela Robina iz Gorič ter ga je močno poškodoval. Ko so pa Goričani popoludne po pogrebu iz Borl zopet nazaj domu jezdili, udaril je že prej omenjeni konj zopet najlepšega, okoli tisoč kron vrednega konja prej omenjenega posestnika M. Robina ter mu je pobil nogo, kar se seveda pri konju ne dá več zaceliti. Malo prej ponesrečil se je nek delavec iz Borl na cesti, ko so s snežnim plugom napravljali pot. Udaril ga je pri tem delu neki konj z nogo tako močno na desno stran, da je moral dalje časa bolan ležati.

    — Zdaj pa, ko to pišem, dobre 14 dnij pozneje, imamo tako toplo vreme, da še polovica od snega ni več, in da je po cesti že slab saninec.

    — Zanimati bi marsikoga mogli tudi še sledeči podatki iz naših matičnih bukev. Vseh vkup jih je tu v preteklem letu umrlo 28 in sicer 17 moških in 11 ženskih oseb; rodilo se jih je 26, tedaj 2 manj kakor jih je umrlo. Med rojenimi je bilo 20 moških in samo 6 ženskih otrok; tudi lansko leto bilo je med rojenimi skoraj ednako razmerje; takrat se je namreč rodilo 17 otrok moškega in 8 ženskega spola. Zakonskih otrok je bilo letos 17, nezakonskih pa 10.

  7. 1902

    Sturz vom Wagen

    Der 70-jährige Besitzer Dekan aus Görtschach stürzt im Mai 1902 auf dem Heimweg vom Pferdehandel in Arnoldstein aus dem Wagen, als er das scheuende Pferd anhalten will, und verunglückt schwer.511

  8. 1906

    Kinder sterben

    Im Jänner 1906 fordert eine Krankheit unter den Kindern in mehreren Dörfern der Gemeinde Egg und in Görtschach „neue Opfer“. Welche Krankheit es war, schreibt die Zeitung nicht.512

  9. 1910

    Stürze

    Der 77-jährige Andreas Michorl aus Görtschach stürzt im Juni 1910 bei einem Schwächeanfall und stirbt einige Wochen später an den Verletzungen. Beim Brand im Oktober fällt Peter Zojer (Tschojer) aus Förolach beim Löschen rund vier Meter tief von der Feuerwehrleiter. Im April meldet eine amtliche Liste einen Fall von Kinderlähmung in der Gemeinde.513,514,515

  10. 1911

    Der Blitz tötet eine Frau

    Am 22. August 1911 schlägt der Blitz in das Haus vulgo Mesneritsch neben der Kirche. Die Mutter des Besitzers wird getötet, danach brennt fast das ganze Dorf.516

  11. 1915

    Der Schlitten am Bahnübergang

    Am 27. Jänner 1915 erfasst die Lokomotive beim Bahnübergang nahe der Station den Schlitten der Bäckerei Kandolf aus Hermagor. Der alte Lenker, wohl schwerhörig, hatte den Zug nicht gehört.517

  12. 1918

    Tuberkulose

    Am 11. Mai 1918 wird die junge Marija Janšič, Tochter vulgo Mirenc aus Görtschach, begraben. Sie ist an Tuberkulose gestorben.518

  13. 1924

    Vom Zug erfasst

    Am 23. November 1924 erfasst der Zug zwischen St. Stefan-Vorderberg und Görtschach-Förolach das Fuhrwerk des Kleinhäuslers Haberle aus Görtschach, weil das Pferd scheut. Der Wagen wird zertrümmert.519

  14. 1925

    Tod an der Brücke

    Im Februar 1925 verunglückt der 73-jährige Fuhrwerksunternehmer Rochus Petritsch aus Görtschach an einer Brücke tödlich, als er seine schwere Holzfuhre leichter machen will. Fuhrleute, die nach ihm kommen, bringen den Toten nach Görtschach.520

  15. 1929

    Unfall im Steinbruch

    Im Steinbruch bei Brugg, der Steine für die Gailregulierung liefert, explodiert im November 1929 ein nicht losgegangener Sprengschuss. Andrej Wiegele aus Köstendorf stirbt, ein verheirateter Mann aus Görtschach wird an Kopf und Händen schwer verletzt.521

  16. 1931

    Tod auf der Bahnstrecke

    Beim Umbau der Gleise zwischen Vorderberg und Görtschach verunglückt im Oktober 1931 der Bahnarbeiter Leopold Pischko tödlich. Die Görtschacher begleiten ihn zu Grabe.522

  17. 1933

    Ertrunken

    Im Juli 1933 ertrinkt der Kriegsinvalide Jakob Lutznig aus Wittenig.523

  18. 1941

    Am Bahnhof

    Im Mai 1941 wird der Hilfsarbeiter Georg Primschitz im Bahnhof Görtschach-Förolach beim Überqueren der Gleise von einem Personenzug erfasst. Im Mai 1942 stürzt Matthias Rauscher, geboren 1873, schwer von einer Leiter.524,525

  19. 1950

    Der vermisste Hirte

    Im Jänner 1950 wird am Stadlberg bei Görtschach ein 87-jähriger Schafhirte aus Förolach tot gefunden, der seit Oktober 1948 vermisst war. Im Juli 1953 stürzt eine 59-jährige Bäuerin aus Görtschach am Abend von der Tenne ihres Hofes und stirbt.526,527

Menschen, die sich das Leben nahmen

Drei solche Meldungen haben wir gefunden. Im Herbst 1895 nahm sich in Görtschach ein wohlhabender Besitzer das Leben, laut einer Meldung war er seelisch schwer krank. Am 28. März 1898 nahm sich in Förolach Johann Pock das Leben, der bei seinem Bruder Lukas Pock vulgo Rogi wohnte. Im Jänner 1938 nahm sich Janez Enzi, ein Besitzer aus der Umgebung von Hermagor, bei Görtschach das Leben. Weitere Umstände nennen die Meldungen nicht.528,529,530,531

Wenn es dir nicht gut geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym, unter 142.

Streit, Diebstahl und Gericht

Die Zeitungen berichten auch von Diebstählen, Einbrüchen, Raufereien und Prozessen. Namen nennen wir nur bei Berichten vor 1950, so wie sie damals gedruckt wurden.

  • 1872 In der Nacht auf den 19. Juni werden dem Grundbesitzer Johann Hebein in Görtschach 500 Gulden in Kronentalern und Guldenstücken gestohlen, für damalige Verhältnisse ein Vermögen.532,533
  • 1877 Am 6. November überfallen drei Männer bei Bleiberg den Bürgermeister Johann Laßnigg (Lußnig) aus Förolach und zwei Görtschacher, vulgo Mirantsch und vulgo Jaulitsch.534
  • 1878 Unbekannte versuchen in Görtschach einzubrechen, der Einbruch wird aber vereitelt.535
  • 1888 Am 23. Juni wird in der Pfarrkirche Förolach der doppelt versperrte Opferstock aufgebrochen.536
  • 1892 Beim vulgo Ribitsch in Görtschach wird eingebrochen, gestohlen werden Waren um etwa 17 Gulden. Der Täter bleibt unbekannt.537
  • 1893 Burschen aus Vellach sollen nach einem Fest den Heimkehrenden aus Görtschach und St. Stefan aufgelauert haben. Wenige Tage später wird die Meldung berichtigt, so sei es nicht gewesen.538,539
  • 1895 Der Taglöhner Anton Schumi, „wiederholt bestraft“, widersetzt sich am 21. Februar in Görtschach dem Postenführer der Gendarmerie und dem Bürgermeister und wird wegen öffentlicher Gewalttätigkeit angeklagt. Am 5. März verletzt ein 33-jähriger Besitzerssohn, Mlaka vulgo Juritsch, im Rausch einen jungen Mann mit dem Messer am Kopf. Vor Gericht nennt er es einen „Spaß“.540,541
  • 1899 In Görtschach stiehlt ein Inwohner, also ein Untermieter ohne eigenen Besitz, eine Ziege und schlachtet sie mit einem Helfer.542
  • 1903 Laut einem Leserbrief raufen Görtschacher Burschen im Fasching beim Tanz in Dellach. Beim Kirchtag in Latschach beschädigen sie Fenster und Zäune. Einige Jahre vorher sollen Schüler sogar versucht haben, ihren Lehrer zu verprügeln.543
  • 1905 Vor Gericht geht es um ein Sparkassenbuch, das aus einer Truhe im Dachboden des Grundbesitzers Andreas Janschitz gestohlen wurde.544
  • 1906 Zwei Brände im Oktober, beim zweiten brennt das Wirtschaftsgebäude des Feuerwehrkommandanten. Man vermutet Brandstiftung.545,546
  • 1907 Gastwirt Rudolf Dekan nimmt eine Beschuldigung gegen Pfarrer Krejči in einer öffentlichen Ehrenerklärung zurück.547
  • 1921 Dem Verwalter des Bergbaus Förolach, Roman Pichler, wird ein Fahrrad gestohlen, in der Inflation 40.000 Kronen wert. Die Täter bekommen bis zu sechs Monate strengen Arrest.548,549
  • 1927 Ein Gast bleibt einige Tage beim Besitzer Johann Jost in Förolach und verschwindet dann mit einer Brieftasche mit 100 Schilling und einem Paar Schuhe.550
  • 1928 Im November wird ins Postamt Görtschach-Förolach eingebrochen, die Täter machen „eine größere Beute“. Im Jänner 1929 werden sie gefasst.551
  • 1935 Am 23. Juni erbeuten Unbekannte im Pfarrhof Förolach 700 Schilling in Scheinen, Münzen und Goldkronen sowie ein Opernglas.552
  • 1936 Einem Arbeiter in Förolach, Valentin Druml, stiehlt ein Unbekannter 2.800 Schilling und fährt obendrein mit seinem Fahrrad davon. Beim Kaufmann Martin Lindermuth in Förolach wird eingebrochen, gestohlen werden Bargeld und Lebensmittel. 1937 steht ein Hilfsarbeiter aus Görtschach vor Gericht, weil er als Brotausträger eines Bäckermeisters Geld unterschlagen hat.553,554,555
  • 1950 In Wittenig dringt ein offenbar verwirrter Mann in die Wohnung einer 20-jährigen Bauerntochter ein und verletzt sie lebensgefährlich. Er wird überwältigt und verhaftet.556
  • 1951 Ein Einbrecher stiehlt aus der Kartenausgabe der Bahnstation Görtschach-Förolach eine eiserne Geldkassette.557
  • 1955 Der Leiter des Postamts Görtschach muss sich wegen Veruntreuung vor Gericht verantworten.558

Wenn ein Hof nicht mehr zu halten war

Immer wieder kündigen die Amtsblätter an, dass ein Görtschacher Hof wegen Schulden „exekutiv feilgeboten“, also zwangsversteigert wird: die Prigelehube Nr. 16 (1841 bis 1843 und 1880, geschätzt auf 4.533 Gulden), die Janeschitzhube in Förolach (1876), der Besitz des Johann Krieber (1886, 2.570 Gulden), die Petutschnigkeusche (1889, 1.010 Gulden) und die Stankhube (1890 und 1893, zuletzt 4.868 Gulden). Nach 1885 werden es mehr. 1911 heißt es in einem Spendenaufruf, die Ortschaft sei verschuldet, und daran trügen „die vielen Brandkatastrophen“ die Hauptschuld.559,560,561,562,563,564,565,566

Am 24. April 1900 wird beim Bezirksgericht Hermagor der Hof des Jan. Krieber vulgo Stanko in Görtschach versteigert, geschätzt auf 5.674 Kronen. Am 15. Juli 1901 folgt der Besitz eines Janez Lužnik in der Katastralgemeinde Görtschach, geschätzt auf 1.600 Kronen. Ob es derselbe Janez Lužnik ist, der 1887 Bürgermeister war, sagen die Quellen nicht.567,568,569

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Klagenfurter Zeitung, 8. April 1888, S. 3 – ANNO/ÖNB
  2. Freie Stimmen, 11. Juli 1888, S. 5 – ANNO/ÖNB
  3. Klagenfurter Zeitung, 13. September 1888, S. 2 – ANNO/ÖNB
  4. Mir (Klagenfurt), 25. Juli 1888, S. 6 – dLib.si
  5. Carinthia II (1893), S. 34 – ANNO/ÖNB
  6. Klagenfurter Zeitung, 4. März 1893, S. 3 – ANNO/ÖNB
  7. Mir (Klagenfurt), 10. August 1893 – dLib.si
  8. Klagenfurter Zeitung, 24. Juli 1895, S. 4 – ANNO/ÖNB
  9. Mir (Klagenfurt), 10. August 1895 – dLib.si
  10. Klagenfurter Zeitung, 7. Juni 1899, S. 3 – ANNO/ÖNB
  11. Mir (Klagenfurt), 30. Dezember 1899, S. 2–3 – dLib.si
  12. Mir (Klagenfurt), 11. Jänner 1900, S. 2 – dLib.si
  13. Kärntner Zeitung, 7. Mai 1902, S. 5 – ANNO/ÖNB
  14. Villacher Zeitung, 18. Jänner 1906, S. 6 – ANNO/ÖNB
  15. Kärntner Zeitung, 10. Juli 1910, S. 5 – ANNO/ÖNB
  16. Kärntner Landbote, 19. November 1910, S. 7 – ANNO/ÖNB
  17. Medizinische Klinik, Beilagenheft 16 (1910), S. 2 – ANNO/ÖNB
  18. Villacher Zeitung, 27. August 1911, S. 4 – ANNO/ÖNB
  19. Kärntner Zeitung, 31. Jänner 1915, S. 8 – ANNO/ÖNB
  20. Mir (Klagenfurt), 24. Mai 1918 – dLib.si
  21. Freie Stimmen, 5. Dezember 1924, S. 4 – ANNO/ÖNB
  22. Kärntner Zeitung, 6. Februar 1925, S. 3 – ANNO/ÖNB
  23. Koroški Slovenec, 4. Dezember 1929 – dLib.si
  24. Kärntner Zeitung, 27. Oktober 1931, S. 5 – ANNO/ÖNB
  25. Grazer Tagblatt, 26. Juli 1933, S. 8 – ANNO/ÖNB
  26. Alpenländische Rundschau, 24. Mai 1941, S. 7 – ANNO/ÖNB
  27. Alpenländische Rundschau, 23. Mai 1942, S. 7 – ANNO/ÖNB
  28. Neue Zeit, 11. Jänner 1950, S. 4 – ANNO/ÖNB
  29. Österreichische Zeitung, 7. Juli 1953, S. 3 – ANNO/ÖNB
  30. Klagenfurter Zeitung, 4. Oktober 1895, S. 4 – ANNO/ÖNB
  31. Mir (Klagenfurt), 20. Oktober 1895 – dLib.si
  32. Klagenfurter Zeitung, 7. April 1898, S. 4 – ANNO/ÖNB
  33. Koroški Slovenec, 26. Jänner 1938 – dLib.si
  34. Klagenfurter Zeitung, 25. Juni 1872, S. 3 – ANNO/ÖNB
  35. Illustrirtes Wiener Extrablatt, 26. Juni 1872, S. 3 – ANNO/ÖNB
  36. Klagenfurter Zeitung, 21. November 1877, S. 3 – ANNO/ÖNB
  37. Blätter aus Kärnten, 29. August 1878, S. 8 – ANNO/ÖNB
  38. Freie Stimmen, 27. Juni 1888, S. 4 – ANNO/ÖNB
  39. Klagenfurter Zeitung, 10. April 1892, S. 4 – ANNO/ÖNB
  40. Klagenfurter Zeitung, 18. April 1893, S. 4 – ANNO/ÖNB
  41. Klagenfurter Zeitung, 27. April 1893, S. 3 – ANNO/ÖNB
  42. Klagenfurter Zeitung, 12. April 1895, S. 4 – ANNO/ÖNB
  43. Kärntner Zeitung, 29. Mai 1895, S. 4 – ANNO/ÖNB
  44. Klagenfurter Zeitung, 15. November 1899, S. 4 – ANNO/ÖNB
  45. Mir (Klagenfurt), 11. Juni 1903 – dLib.si
  46. Klagenfurter Zeitung, 10. Juni 1905, S. 4 – ANNO/ÖNB
  47. Grazer Tagblatt, 12. Oktober 1906, S. 12 – ANNO/ÖNB
  48. Grazer Tagblatt, 14. Oktober 1906, S. 9 – ANNO/ÖNB
  49. Mir (Klagenfurt), 2. November 1907 – dLib.si
  50. Kärntner Zeitung, 26. November 1921, S. 4 – ANNO/ÖNB
  51. Villacher Zeitung, 2. März 1922, S. 4 – ANNO/ÖNB
  52. Villacher Zeitung, 4. Juni 1927, S. 8 – ANNO/ÖNB
  53. Salzburger Chronik, 24. Jänner 1929, S. 5 – ANNO/ÖNB
  54. Kärntner Zeitung, 27. Juni 1935, S. 4 – ANNO/ÖNB
  55. Koroški Slovenec, 22. April 1936 – dLib.si
  56. Kärntner Zeitung, 5. Dezember 1936, S. 5 – ANNO/ÖNB
  57. Klagenfurter Zeitung, 15. August 1937, S. 4 – ANNO/ÖNB
  58. Neue Zeit, 16. Februar 1950, S. 5 – ANNO/ÖNB
  59. Die Neue Zeit, 7. Juni 1951, S. 3 – ANNO/ÖNB
  60. Die Neue Zeit, 31. Juli 1955, S. 4 – ANNO/ÖNB
  61. Klagenfurter Zeitung, 1. September 1841, S. 19 – ANNO/ÖNB
  62. Neuigkeits-Welt-Blatt, 2. Dezember 1880, S. 30 – ANNO/ÖNB
  63. Klagenfurter Zeitung, 16. November 1876, S. 6 – ANNO/ÖNB
  64. Klagenfurter Zeitung, 13. Jänner 1886, S. 5 – ANNO/ÖNB
  65. Freie Stimmen, 21. September 1889, S. 6 – ANNO/ÖNB
  66. Freie Stimmen, 6. Dezember 1890, S. 8 – ANNO/ÖNB
  67. Klagenfurter Zeitung, 8. Dezember 1893, S. 6 – ANNO/ÖNB
  68. Freie Stimmen, 6. September 1911, S. 3 – ANNO/ÖNB
  69. Mir (Klagenfurt), 29. März 1900 – dLib.si
  70. Mir (Klagenfurt), 4. Juli 1901 – dLib.si
  71. Mir (Klagenfurt), 10. September 1887 – dLib.si

Auswanderung und Krieg

Viele Görtschacher suchten Arbeit und Glück in der Fremde, bis nach Amerika. Zwei Weltkriege und die NS-Zeit trafen das Dorf schwer.

Auswanderung

Schon in den 1840er-Jahren waren junge Görtschacher mit Pass und Wanderbuch in der Fremde unterwegs, wohl als Handwerker oder Arbeiter. 1848 ruft das Bezirkskommissariat Hermagor drei von ihnen, geboren 1826 bis 1828, zur Musterung zurück, etwa Andreas Jarnig aus Haus Nr. 35, der „mit erloschenem Paß“ fort war.570

Um 1900 suchten viele Gailtaler ihr Glück in Amerika. 1906 klagt eine Zeitung, den Bauern fehlten die Dienstboten: Wieder hätten fünf kräftige junge Männer und ein paar Mädchen aus Görtschach und Köstendorf beschlossen auszuwandern. Valentin Pip vulgo Jurnovc kam 1907 zurück, Jurij Cimerman arbeitete mit seiner Familie in Milwaukee. 1923 schreibt ein Görtschacher, „bei uns geht alles nach Amerika“: Jede Woche reise eine Gruppe ab, auch Frauen und Mädchen, meist nach Milwaukee und Chicago.571,572,573,574

Krieg und Diktatur

  1. 1899

    Manöver im Tal

    Bei den großen Herbstmanövern 1899 lagert eine Truppenabteilung, die „Gailthal-Colonne“, bei Görtschach-Förolach.575

  2. 1913

    Rekruten vor dem Ersten Weltkrieg

    Rekrutenaufnahme von 1913. Die Jahreszahl ist auf der Tafel festgehalten.
    Rekrutenaufnahme von 1913. Die Jahreszahl ist auf der Tafel festgehalten. Sammlung Herbert Wutti
  3. 1918

    Die Toten des Ersten Weltkriegs

    Die amtlichen Verlustlisten nennen viele Soldaten mit dem Vermerk „Kärnten, Hermagor, Görtschach“, meist vom Infanterieregiment Nr. 7 oder vom Landesschützenregiment Nr. 4: Verwundete, Gefangene und Tote. Johann Wieltschnig, geboren 1897, wird mit dem Datum 18. November 1915 als tot gemeldet. Franz Bock, geboren 1892, wird vom Russischen Roten Kreuz als in Kriegsgefangenschaft gestorben gemeldet, in Nowo-Nikolajewsk in Sibirien, dem heutigen Nowosibirsk. Amtlich bestätigt war sein Tod damals nicht. Die Gemeinde selbst zeichnet 1916 Kriegsanleihe um 10.000 Kronen. Die Pfarre Förolach beklagt im Mai 1918 neun Gefallene, Vermisste und Verstorbene. Aus Görtschach sind es Jakob Rieder (gefallen) und Janez Schumi, Sohn vulgo Pogrejc.576,577,578,579

    Verlustliste, 26. Oktober 1916, Seite 8. Quelle: ANNO/ÖNB
    Abschrift lesenAbschrift schließen

    Bobok Emil, Infst., k. u. LIR. Nr. 16, 1. Komp., Ungarn, Zolyom, Zolyomlipcse, 1896; verw.

    Bock Franz, Infst., IR. Nr. 7, 13. Komp., Kärnten, Hermagor, Görtschach, 1892; tot. (Gestorben in Nowo-Nikolajewsk, Gouvernement Tomsk. Wurde vom Russischen Roten Kreuz tot gemeldet. Nicht legal nachgewiesen.)

    Ausschnitt aus der amtlichen Verlustliste mit dem vorhergehenden Eintrag als Nachbarzeilen. Nowo-Nikolajewsk ist das heutige Nowosibirsk.

  4. 1920

    Das Kärntnerkreuz

    Am 21. März 1920 werden im Saal Waldhauser in St. Stefan die Männer aus St. Stefan, Vorderberg und Görtschach-Förolach geehrt, die im Jänner 1919 bei den Kämpfen gegen jugoslawische Truppen bei Arnoldstein dabei waren. Ihr damaliger Kommandant, Major Greßl, heftet ihnen das Kärntnerkreuz an.580

  5. 1921

    Nach dem Krieg

    Es gibt so viele Kriegsversehrte, dass sie eine eigene „Ortsgruppe Förolach-Görtschach des Landesverbandes der Kriegsbeschädigten“ bilden. Die neue Grenze ist nah: Leute aus Vorderberg und Görtschach werden angezeigt, weil sie Rinder nach Italien geschmuggelt haben.581,582

  6. 1938

    Der „Anschluss“

    Bei der Volksabstimmung am 10. April 1938 über den Anschluss an das Deutsche Reich stimmen in der Gemeinde Görtschach alle 313 Stimmberechtigten mit Ja. Wie rund 115 Kärntner Gemeinden erhält Görtschach den Titel „Führergemeinde“. Unter welchen Umständen abgestimmt wurde, sagen diese Zahlen nicht. Im selben Jahr entstehen NS-Ortsgruppen in Görtschach und Förolach, am 29. August werden die jungen Männer der Gemeinde in Hermagor gemustert.583,584,585

  7. 1940

    Alltag im Krieg

    Die Zeitungen dieser Jahre bringen aus dem Dorf fast nur Meldungen der NSDAP: einen Backkurs und eine Bauernversammlung im Gasthof „Post“ in Görtschach (1939), Wolldecken, die die Frauen für die Soldaten sammeln (1940), eine Gemeindeschwester in St. Stefan für St. Stefan, Görtschach und Vorderberg (1943) und einen Appell der „Landwacht“ (1944).586,587,588,589

  8. 1941

    Bücher als Altpapier

    Die slowenischen Bücher der Vereinsbüchereien von Egg und Mellweg müssen unter Aufsicht der Gestapo in Säcken zum Bahnhof Görtschach getragen werden, als Altpapier für die Papiermühle. Durch Zufall werden sie gerettet und nach dem Krieg zurückgegeben.590

  9. 1942

    Aussiedlung

    Im April 1942 werden in Kärnten slowenische Familien von den nationalsozialistischen Behörden aus ihren Häusern geholt und in Lager gebracht. Aus der Gemeinde Görtschach trifft es die Familie vulgo Melharč in Förolach. Der 17-jährige Sohn muss mit Eltern, Schwester und Großmutter ins Lager Frauenaurach in Franken und dort Zwangsarbeit leisten. Später wird er dennoch zur Wehrmacht eingezogen und gerät in Gefangenschaft. Er stirbt 1961 mit 36 Jahren an einer Krankheit, die er sich laut Nachruf schon in der Aussiedlung zugezogen hatte. Sein Großvater, der frühere Bürgermeister Jurij Cimerman, ist schon vorher abgesetzt worden. Am 15. April 1942 holt die Gestapo auch eine Schülerin aus Dellach aus der Klasse in Hermagor, die wie jeden Morgen vom Bahnhof Görtschach-Förolach zur Schule gefahren war.573,591,592

  10. 1943

    „Siedlungsgebiet“ und ein Todesurteil

    Eine Anordnung Heinrich Himmlers vom 6. Februar 1943 erklärt das gemischtsprachige Gebiet Kärntens zum „Siedlungsgebiet“ der NS-Volkstumspolitik. Für den Kreis Hermagor sind Egg, Görtschach, St. Stefan und Vorderberg genannt. Am 17. Mai 1943 wird Josef Fritz aus Görtschach in Wien hingerichtet.593,594

  11. 1945

    Kriegsende

    Am 8. Mai 1945 besetzen britische Truppen Hermagor. Im Herbst wird an der Schule in Görtschach der zweisprachige Unterricht eingeführt.595,596

  12. 1947

    Vor dem Volksgericht

    Vor dem Volksgericht, das nach dem Krieg über Verbrechen der NS-Zeit urteilt, steht der frühere Ortsgruppenleiter der NSDAP in Görtschach. Ihm wird vorgeworfen, in der NS-Zeit die Briefträgerin des Ortes angezeigt zu haben.597

Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Klagenfurter Zeitung, 12. Jänner 1848, S. 19 – ANNO/ÖNB
  2. Freie Stimmen, 20. Jänner 1906, S. 5 – ANNO/ÖNB
  3. Mir (Klagenfurt), 21. Dezember 1907 – dLib.si
  4. Slovenski vestnik, 19. November 1952 – dLib.si
  5. Koroški Slovenec, 28. Februar 1923 – dLib.si
  6. Klagenfurter Zeitung, 15. September 1899, S. 3 – ANNO/ÖNB
  7. Verlustliste, 8. Jänner 1916, S. 44 – ANNO/ÖNB
  8. Verlustliste, 26. Oktober 1916, S. 8 – ANNO/ÖNB
  9. Kärntner Zeitung, 4. Juni 1916, S. 10 – ANNO/ÖNB
  10. Mir (Klagenfurt), 24. Mai 1918 – dLib.si
  11. Kärntner Zeitung, 28. März 1920, S. 9 – ANNO/ÖNB
  12. Klagenfurter Zeitung, 27. Februar 1921, S. 5 – ANNO/ÖNB
  13. Kärntner Zeitung, 6. Jänner 1921, S. 9 – ANNO/ÖNB
  14. Koroški Slovenec, 20. April 1938 – dLib.si
  15. Kärntner Zeitung, 25. August 1938, S. 6 – ANNO/ÖNB
  16. Koroški Slovenec, 10. August 1938 – dLib.si
  17. Alpenländische Rundschau, 28. Jänner 1939, S. 11 – ANNO/ÖNB
  18. Alpenländische Rundschau, 21. Dezember 1940, S. 9 – ANNO/ÖNB
  19. Alpenländische Rundschau, 16. Jänner 1943, S. 5 – ANNO/ÖNB
  20. Alpenländische Rundschau, 8. Juli 1944, S. 5 – ANNO/ÖNB
  21. Koledar slovenske Koroške 1959 – dLib.si
  22. Naš tednik, 7. September 1961 – dLib.si
  23. Slovenski vestnik, 10. April 1952 – dLib.si
  24. Slovenski vestnik, 6. August 1965 – dLib.si
  25. Erinnern Gailtal: Josef Fritz (1897–1943) – erinnern-gailtal.at
  26. Bezirkshauptmannschaft Hermagor: Chronik des Bezirkes – ktn.gv.at
  27. Koroška kronika, 16. November 1945 – dLib.si
  28. Volkswille, 27. Juni 1947, S. 5 – ANNO/ÖNB

Görtschach heute

Ein Dorf mit 139 Einwohnern, einer Kirche, einer Bahnhaltestelle und einer Feuerwehr.

Görtschach ist heute eine Ortschaft und Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See, mit der Postleitzahl 9615. 2001 lebten hier 173 Menschen, Anfang 2026 sind es 139. Die S-Bahn S4 hält an der Haltestelle Görtschach-Förolach, unterhalb des Dorfes liegt das Europaschutzgebiet Görtschacher Moos, oben auf der Görtschacher Alm wurde 2023 ein Wolfsrudel gesichtet.598,599,600,601,602,603,604

Das Dorfleben tragen die Vereine: die Freiwillige Feuerwehr Görtschach, gegründet 1888, mit ihrem Feuerwehrhaus von 1991 und dem neuen Kleinlöschfahrzeug von 2026, die Feuerwehr Förolach, die Kulturgemeinschaft Görtschach-Förolach, der Verein „Gö4ever“, der mit der Feuerwehr den Kirchtag ausrichtet. Im Kirchenjahr gibt es den Sommer- und den Herbstkirchtag und die Pferdesegnung am Stefanitag.605,606,607,608,609

Am 16. September 2020 schlug der Blitz in ein freistehendes Wirtschaftsgebäude, rund 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Was die Feuerwehr heute tut, steht unter Berichte.610

Das Wegkreuz bei Görtschach 78, 2019. Foto: Naturpuur, CC BY 4.0
Die Filialkirche St. Heinrich über den Wiesen, 2018. Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0
Die Haltestelle Görtschach-Förolach, 2024. Foto: Simon Legner, CC BY-SA 4.0
Quellen zu diesem AbschnittQuellen schließen
  1. Wikipedia: Hermagor-Pressegger See – Wikipedia
  2. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Daten und Fakten – hermagor.at
  3. Statistik Austria, Volkszählung 2001, Einwohner nach Ortschaften, Hermagor-Pressegger See – PDF
  4. Wikipedia: Vorlage Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft (Statistik Austria, 1. Jänner 2026) – Wikipedia
  5. Wikipedia: Gailtalbahn – Wikipedia
  6. EUNIS, Natura-2000-Gebiet AT2116000 „Görtschacher Moos – Obermoos“ – EUNIS
  7. Gailtal Journal, 3. Mai 2023: „Rudel mit acht Wölfen auf der Görtschacher Alm gesichtet“ – gailtal-journal.at
  8. Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See: Vereine – hermagor.at
  9. Freiwillige Feuerwehr Görtschach: Geschichte der Feuerwehr
  10. MeinBezirk, 13. Juli 2026: „Görtschach feiert Kirchtag“ – meinbezirk.at
  11. Pfarrbrief Hermagor – St. Lorenzen – Förolach, 29.11.2025–06.03.2026 (Herbstkirchtag) – PDF
  12. Pfarrbrief Hermagor – St. Lorenzen – Förolach, 02.03.2026–12.06.2026 (Pferdesegnung am Stefanitag) – PDF
  13. Gailtal Journal, 17. September 2020: „Wirtschaftsgebäudebrand in Görtschach“ – gailtal-journal.at

Was wir noch nicht wissen

Vieles haben wir gefunden, manches nicht. Vielleicht weißt du mehr.

  • Die Kaiserlinde: Wurde 1887 wirklich eine Linde gepflanzt? Ist es die Linde, unter der beim Kirchtag getanzt wird?
  • Die Klappern: Gehen die Buben in der Karwoche noch mit Klappern um die Kirche? Wie heißt der Brauch im Dorf?
  • Der Jungferntanz: Erinnert sich jemand an den Tanz um den Maibaum, der 1879 zum letzten Mal in Görtschach belegt ist?
  • Die Glocken: Hängen die Glocken von 1897 und 1923 noch im Turm?
  • Matija Majar: Welches Haus in Görtschach gilt als sein Geburtshaus? Gibt es eine Erinnerungstafel?
  • Die Schule: Wann wurde die Volksschule Görtschach-Förolach geschlossen, und was ist das Schulhaus heute?
  • Das Gemeindeamt: Wo war es zuletzt bis 1972, wer war der letzte Bürgermeister? Gibt es ein Gemeindesiegel?
  • Die Mühlen: Gibt es noch Reste der Mühle am Schinzenbach von 1633 oder anderer Mühlen und Sägen?
  • Alte Bilder: Ansichtskarten, Fotos vor und nach den Bränden 1887, 1898 und 1911, Bilder vom Kirchtag, vom Lindentanz oder von der Görtschacher Brücke.
  • Die Alm: Wem gehört die Görtschacher Alm heute, und wie wird sie bewirtschaftet?
  • Hausnamen: Eine Liste aller Haus- und Vulgonamen im Dorf, slowenisch und deutsch.
  • Gedenken: Gibt es eine Tafel für die Gefallenen der Kriege in der Kirche oder in Förolach? Wann wurde das Kriegerdenkmal errichtet? In den alten Zeitungen haben wir dazu nichts gefunden.
  • Chroniken: Gibt es eine Ortschronik, eine Schulchronik oder Gemeindeprotokolle?
  • Ein Ortsname: Welcher Ort ist mit „Vratna vas“ gemeint, die 1893 beim Brand in Egg geholfen hat?
Weißt du mehr? Hast du alte Fotos?Schreib uns an office@ff-görtschach.at. Wir ergänzen die Geschichte unseres Dorfes gern.

Quellen: Urkunden des Kärntner Landesarchivs und des Archivs der Diözese Gurk über Monasterium.net; historische Zeitungen und die Zeitschrift Carinthia I aus ANNO, dem Zeitungsarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek; die Kärntner slowenischen Zeitungen Mir („Friede“, 1882–1920), Koroški Slovenec („Der Kärntner Slowene“, 1921–1941), Koroška kronika („Kärntner Chronik“), Slovenski vestnik („Slowenischer Bote“) und Naš tednik („Unsere Wochenzeitung“) sowie die Kalender der Hermagoras-Bruderschaft (Mohorjeva) aus dLib.si, der Digitalen Bibliothek Sloweniens; Enzyklopädie der slowenischen Kulturgeschichte in Kärnten/Koroška (2016) im Austria-Forum; Historisches Ortslexikon der ÖAW; H.-D. Pohl, Kärntner Ortsnamenverzeichnis; Dehio Kärnten; Statistik Austria; Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See; Katholische Kirche Kärnten; Wikipedia; Gailtal Journal; MeinBezirk. Die Einzelbelege stehen bei jedem Abschnitt unter „Quellen zu diesem Abschnitt“. Texte aus slowenischen Quellen haben wir übersetzt, slowenische Namen stehen mit dem deutschen Namen in Klammern. Abbildungen: Wikimedia Commons mit den angegebenen Urhebern und Lizenzen sowie Sammlung Herbert Wutti; weitere Nachweise bei den jeweiligen Abbildungen.